{"Signatur": "FR_TC_011", "Spider": "FR_Gerichte", "Datum": "2015-05-22", "PDF": {"Datei": "FR_Gerichte/FR_TC_011_605-2012-39_2015-05-22.pdf", "URL": "https://entscheidsuche.ch/fr_helper/download.php?pfad=/tribunavtplus/ServletDownload/605_2012_39_f18a529ee8848b75abde07209eae3fd7a9c7a11cf75c501d10a9f97e42c6b641f9238d103085c32cd6a168c77df3133f0e2fcf7222888fec617e911ce8e7e7f9d28bbfacf94fc62ff5ffb4d8f8c5e51b&path=f18a529ee8848b75abde07209eae3fd7a9c7a11cf75c501d10a9f97e42c6b641f9238d103085c32cd6a168c77df3133f0e2fcf7222888fec617e911ce8e7e7f9d28bbfacf94fc62ff5ffb4d8f8c5e51b&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=605_2012_39", "Checksum": "6b1b66eb67d645c0e3c60c1f313f195d"}, "Scrapedate": "2026-04-05", "Num": ["605 2012 39"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "it"], "Text": "Freiburg Kantonsgericht Sozialversicherungsgerichtshöfe 22.05.2015 605 2012 39"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Fribourg Tribunal cantonal Cour des assurances sociales 22.05.2015 605 2012 39"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Freiburg Kantonsgericht Sozialversicherungsgerichtshöfe"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Fribourg Tribunal cantonal Cour des assurances sociales"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Friburgo  Sozialversicherungsgerichtshöfe"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "II. 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Der Beschwerdeführer hat ein\nschutzwürdiges Interesse daran, dass das Kantonsgericht, II. Sozialversicherungsgerichtshof,\nprüft, wann sein Anspruch auf eine Invalidenrente entstanden ist.\n\nb) Anfechtungsgegenstand der vorliegenden Beschwerde ist der angefochtene\nVerwaltungsakt, mithin die Verfügung vom 21. Dezember 2011, mit welcher dem\nBeschwerdeführer mit Wirkung ab 1. April 2011 eine ganze Invalidenrente zugesprochen worden\nist. Den Streitgegenstand bildet das im Verfügungsdispositiv geordnete Rechtsverhältnis, soweit es\nnach den Beschwerdebegehren noch streitig ist (UELI KIESER, ATSG-Kommentar, 2. Auflage,\nZürich/Basel/Genf 2009, Art. 62 N. 32 f.). Weil im bundesgerichtlichen Verfahren dem Parteiantrag\ndie massgebende Rolle bei der Bestimmung des Streitgegenstands (innerhalb des\nAnfechtungsgegenstands) zukommt (Art. 107 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das\nBundesgericht [BGG; SR 173.110]), ist die gerichtliche Überprüfung auf eine ausserhalb des\nAnfechtungsgegenstands liegende Frage auch im kantonalen Beschwerdeverfahren\nausgeschlossen (UELI KIESER, ATSG-Kommentar, a.a.O., Art. 62 N. 34).\n\nMit der vorliegend angefochtenen Verfügung vom 21. Dezember 2011 wurde dem\nBeschwerdeführer mit Wirkung ab 1. April 2011 eine ganze Invalidenrente zugesprochen. Soweit\nder Beschwerdeführer beantragt, es sei diese Verfügung aufzuheben und ihm ab 1. Juli 2010 eine\nvolle Invalidenrente zuzusprechen, ist auf die Beschwerde einzutreten.\n\nNicht eingetreten werden kann indessen auf das Begehren des Beschwerdeführers, es sei der\nEinspracheentscheid der Vorinstanz vom 9. Oktober 2006 zu revidieren und die Angelegenheit zur\nweiteren Sachverhaltsabklärung und Neuentscheid an diese zurückzuweisen. Diesbezüglich liegt\nkeine mit Beschwerde an das Kantonsgericht anfechtbare Verfügung der Vorinstanz vor (vgl.\nArt. 56 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 2000 über den Allgemeinen Teil des\nSozialversicherungsrechts [ATSG; SR 830.1]).\n\n2. Vorliegend ist unbestritten, dass der Invaliditätsgrad des Beschwerdeführers im\nVerfügungszeitpunkt 100 Prozent betrug und der Beschwerdeführer demzufolge Anspruch auf eine\nganze Invalidenrente hat. Streitig und zu prüfen ist lediglich, wann der Anspruch des\nBeschwerdeführers auf eine ganze Invalidenrente entstanden ist.\n\na) Im Rahmen der 5. IV-Revision, welche am 1. Januar 2008 in Kraft getreten ist, wurde\nder Zeitpunkt des Rentenbeginns neu normiert. Gemäss Art. 29 Abs. 1 IVG entsteht der\nRentenanspruch, sofern die entsprechenden Anspruchsvoraussetzungen gemäss Art. 28 Abs. 1\nIVG gegeben sind, frühestens nach Ablauf von sechs Monaten nach Geltendmachung des\nLeistungsanspruchs nach Art. 29 Abs. 1 ATSG (vgl. auch Urteil des Bundesgerichts 8C_500/2011\nvom 21. Dezember 2011, E. 2.1). Die nach bisherigem Recht möglichen Rentennachzahlungen für\ndie Zeit von bis zu zwölf Monaten vor der Anmeldung sind nicht mehr möglich (Urteil des\nBundesgerichts 8C_888/2011 vom 7. Mai 2012, E. 5.1; MEYER/REICHMUTH, Bundesgesetz über die\nInvalidenversicherung, 3. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2014, Art. 29 N. 2; UELI KIESER,\nEntwicklungen im Sozialversicherungsrecht, in: SJZ 103/2007 S. 575 ff., S. 576). Die versicherten\nPersonen müssen sich folglich spätestens sechs Monate nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit bei\nder IV anmelden, wollen sie bezüglich eines Rentenanspruches ihre Rechte vollumfänglich\nKantonsgericht KG\n\nSeite 6 von 7\n\nwahren. Nur so ist gewährleistet, dass nach einer sechs Monate dauernden Arbeitsunfähigkeit und\nnach einem Anspruchsbeginn sechs Monate nach der Anmeldung bei der IV die Auszahlung\ntatsächlich nach Ablauf des Wartejahres erfolgt. Erfolgt die Anmeldung später, verliert die\nversicherte Person Monat um Monat ihren Anspruch auf die Invalidenrente (SUSANNE FRIEDAUER,\n6 Neuerungen im Rahmen der 5. IV-Revision, in: HILL 2007 II Nr. 6, Kapitel 6). Nach der seit 1.\nJanuar 2008 geltenden gesetzlichen Regelung ist ein Rentenbeginn vor der Anmeldung somit\nnicht mehr möglich (Urteil des Bundesgerichts 8C_888/2011 vom 7. Mai 2012, E. 5.2).\n\n"}