{"Signatur": "FR_TC_011", "Spider": "FR_Gerichte", "Datum": "2012-11-16", "PDF": {"Datei": "FR_Gerichte/FR_TC_011_605-2011-190_2012-11-16.pdf", "URL": "https://entscheidsuche.ch/fr_helper/download.php?pfad=/tribunavtplus/ServletDownload/605_2011_190_f18a529ee8848b75abde07209eae3fd7a9c7a11cf75c501d10a9f97e42c6b641521b16e2a4c8dac4909d1eca2438da17fcef0c21540628d42516c7f0e2213d3da910dddb8cd961bd20a7325bdf0bf7c5&path=f18a529ee8848b75abde07209eae3fd7a9c7a11cf75c501d10a9f97e42c6b641521b16e2a4c8dac4909d1eca2438da17fcef0c21540628d42516c7f0e2213d3da910dddb8cd961bd20a7325bdf0bf7c5&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=605_2011_190", "Checksum": "d47dd1687cf1628fd91dd07c1b5ec86d"}, "Scrapedate": "2026-04-05", "Num": ["605 2011 190"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "it"], "Text": "Freiburg Kantonsgericht Sozialversicherungsgerichtshöfe 16.11.2012 605 2011 190"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Fribourg Tribunal cantonal Cour des assurances sociales 16.11.2012 605 2011 190"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Freiburg Kantonsgericht Sozialversicherungsgerichtshöfe"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Fribourg Tribunal cantonal Cour des assurances sociales"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Friburgo  Sozialversicherungsgerichtshöfe"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "I. 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November 2012\n\nSOZIALVERSICHERUNGSGERICHTSHOF\n\nBESETZUNG Stellvertretender Präsident: Bernhard Schaaf\nBeisitzer: Jean-Marc Kuhn\nLorenz Fivian\nGerichtsschreiber-Berichterstatter: Olivier Raemy\n\nPARTEIEN A.________, Beschwerdeführerin,\n\ngegen\n\nAUSGLEICHSKASSE DES KANTONS FREIBURG, Vorinstanz\n\nGEGENSTAND Krankenversicherung\n\nBeschwerde vom 9. Juni 2011 gegen den Einspracheentscheid vom 30. Mai\n2011\n-2-\n\nS a c h v e r h a l t\n\nA. A.________, ledig, wohnhaft in B.________, wurden mit Verfügung der Ausgleichskasse des Kantons Freiburg (nachfolgend: AKF) vom 14. Februar 2011 für das Jahr 2011\nVerbilligungen der Krankenkassenprämien auf der Grundlage der Steuerveranlagung\n2009 zugesprochen.\n\nAm 23. Februar 2011 erhob A.________ Einsprache und verlangte von der AKF eine\nNeuprüfung ihrer Anspruchsberechtigung. Die AKF teilte ihr am 28. Februar 2011 mit, der\nAntrag müsse mit einer Kopie der Veranlagungsanzeige betreffend die letzte Steuerperiode 2010 ergänzt werden, da auf der Basis der Steuererklärung 2010 keine Neuberechnung vorgenommen werde. Nachdem A.________ die Steuerveranlagung 2010 vom\n19. Mai 2011 bei der AKF eingereicht hatte, bestätigte die AKF ihre Verfügung mit\nEinspracheentscheid vom 30. Mai 2011, da es sich vorliegend nicht um eine wesentliche\nEinkommensveränderung handle.\n\nB. Gegen den Einspracheentscheid erhebt A.________ am 9. Juni 2011 Beschwerde\nam Kantonsgericht Freiburg, Sozialversicherungsgerichtshof, und beantragt sinngemäss,\ndie Prämienverbilligung sei auf der Grundlage der Steuerveranlagung für das Jahr 2010\nzu berechnen. Als Begründung gibt sie an, es bestehe eine wesentliche Einkommensveränderung, da ihr Einkommen gemäss Steuerveranlagung 2010 31.42% unter der Einkommensgrenze für den Anspruch auf eine Prämienverbilligung liege und ihr damit eine\nVerbilligung von 63% und nicht nur von 23.43% gemäss der Steuerveranlagung 2009\nzustehe.\n\nIn ihren Bemerkungen vom 26. August 2011 beantragt die AKF die Abweisung der Beschwerde. Grundsätzlich werde das anrechenbare Einkommen auf der Basis der letzten\nSteuerveranlagung berechnet, was im Jahre 2011 die Veranlagung für das Jahr 2009 sei.\nAuf der Basis der Steuerveranlagung 2010 bestehe zwar Anspruch auf eine höhere\nPrämienverbilligung, dies aber erst ab dem 1. Januar 2012. Das Erwerbseinkommen sei\nim Jahre 2010 tatsächlich tiefer, wobei es sich ihrer Ansicht nach nicht um eine wesentliche Einkommensveränderung handle und die Anwendung der Steuerveranlagung 2009\nführe zu keinem offensichtlich ungerechten oder stossenden Ergebnis.\n\nIm Rahmen des zweiten Schriftenwechsels werden keine wesentlichen neuen Argumente\nvorgebracht.\n\nDie weiteren Elemente des Sachverhalts ergeben sich, soweit für die Urteilsfindung\nmassgebend, aus den nachfolgenden rechtlichen Erwägungen.\n-3-\n\nE r w ä g u n g e n\n\n1. Die Beschwerde vom 9. Juni 2011 gegen den Einspracheentscheid der AKF vom\n30. Mai 2011 ist form- und fristgerecht bei der sachlich und örtlich zuständigen Beschwerdeinstanz eingereicht worden. Die Beschwerdeführerin hat ein schutzwürdiges\nInteresse, dass das Kantonsgericht, Sozialversicherungsgerichtshof, prüft, ob sie Anspruch auf eine höhere Prämienverbilligung hat.\n\nAuf die Beschwerde ist einzutreten.\n\n2. a) Die Kantone gewähren gemäss Art. 65 des Bundesgesetzes vom 18. März 1994\nüber die Krankenversicherung (KVG; SR 832.10) den Versicherten in wirtschaftlich\nbescheidenen Verhältnissen Prämienverbilligungen. Dabei sind die Kantone für den Vollzug der Prämienverbilligung zuständig. Gemäss Art. 65 Abs. 3 KVG sorgen die Kantone\ndafür, dass bei der Überprüfung der Anspruchsvoraussetzungen, insbesondere auf Antrag\nder versicherten Person, die aktuellsten Einkommens- und Familienverhältnisse berücksichtigt werden.\n\nIn ihren Ausführungserlassen zu Art. 65 KVG haben die Kantone die Anspruchsberechtigung sowie das Verfahren für die Ermittlung der Berechtigten, die Festsetzung und die\nAuszahlung der Beiträge zu bestimmen. Nach dem Willen des Gesetzgebers geniessen\ndabei die Kantone eine erhebliche Freiheit in der Ausgestaltung der Prämienverbilligung,\ndies sogar dort, wo der Bundesgesetzgeber den Begriff der \"Versicherten in bescheidenen\nwirtschaftlichen Verhältnissen\" einführte (vgl. Urteil des Bundesgerichts 8C_212/2009\nvom 15. April 2010 Erw. 4.1, BGE 136 I 220 Erw. 4.1, 134 I 313 Erw. 3; vgl. auch\nE. EUGSTER, in E. Murer / H.-U. Stauffer [Hrsg.], Bundesgesetz über die Krankenversicherung [KVG], Rechtsprechung des Bundesgerichts zum Sozialversicherungsrecht,\nZürich 2010, Rz. 1 ff. zu Art. 65).\n\n"}