{"Signatur": "FR_TC_011", "Spider": "FR_Gerichte", "Datum": "2012-02-24", "PDF": {"Datei": "FR_Gerichte/FR_TC_011_605-2009-158_2012-02-24.pdf", "URL": "https://entscheidsuche.ch/fr_helper/download.php?pfad=/tribunavtplus/ServletDownload/605_2009_158_f18a529ee8848b75abde07209eae3fd7a9c7a11cf75c501d10a9f97e42c6b64147c540242daf3dea4573a37253a3bf9d247fae93207579533956e5fc5405a0340060040d9fe236e57425d5bdb419401d&path=f18a529ee8848b75abde07209eae3fd7a9c7a11cf75c501d10a9f97e42c6b64147c540242daf3dea4573a37253a3bf9d247fae93207579533956e5fc5405a0340060040d9fe236e57425d5bdb419401d&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=605_2009_158", "Checksum": "adb8bac09a596837592e2a3a4f7be657"}, "Scrapedate": "2026-04-05", "Num": ["605 2009 158"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "it"], "Text": "Freiburg Kantonsgericht Sozialversicherungsgerichtshöfe 24.02.2012 605 2009 158"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Fribourg Tribunal cantonal Cour des assurances sociales 24.02.2012 605 2009 158"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Freiburg Kantonsgericht Sozialversicherungsgerichtshöfe"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Fribourg Tribunal cantonal Cour des assurances sociales"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Friburgo  Sozialversicherungsgerichtshöfe"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "I. 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Ferner stiegen die Hypothekarzinsen ab Ende der 80er\nJahre sprunghaft an, was es beinahe verunmöglichte, gute Rendite zu erzielen. Zudem\nfindet sich bereits im Geschäftsbericht von 1985 der D.________ die Aussage, dass in\nden vorherigen Jahren eine Überproduktion von Wohnungen bestand. All diese Umstände\nhätten eigentlich dazu führen sollen, dass zu jener Zeit eher Abstand von\nImmobilieninvestitionen genommen worden wäre. Die D.________ handelte aber stark\nantizyklisch und erhöhte ihre Bauaktivität weiter. So waren beispielsweise Ende 1992\nWohnungen in AP.________, Oberentfelden und Kappel fertiggestellt worden.\nN.________ (Geschäftsführer D.________) erklärte anlässlich der Stiftungsversammlung\nder D.________-AS vom 18. Juni 1993 diesbezüglich, dass momentan der\nEigentumswohnungsmarkt eigentlich komplett zusammengebrochen sei und Verkäufe nur\n- 16 -\n\nnoch zu äusserst günstigen Preisen möglich seien. Deshalb würden die Wohnungen zum\nTeil vermietet, womit aber das Kapital gebunden bleibe. Dennoch und trotz der bereits\nmisslichen Lage der D.________ (1991 Verlust von 1.7 Mio. Franken und 1992 Verlust\nvon 0.3 Mio. Franken) präsentierte er Bauprojekte für weitere 560 Wohnungen.\nSchliesslich bestand zudem ein Standortproblem, da ein Grossteil der Liegenschaften auf\nden Raum O.________ und P.________ konzentriert waren, wo gemäss dem\nvorerwähnten Gutachten immer hohe Leerstandsprobleme bestanden.\n\nGemäss den Unterlagen wurde regelmässig auf Renditeprobleme hingewiesen, ohne dass\nsich offenbar jemand daran störte. So wurden bereits 1985 in Q.________ bei neu\nerstellten Wohnungen grosszügige Mietzinsreduktionen von 20% im ersten Jahr gewährt,\nwelche anschliessend laufend abnahmen. Erst ab dem fünften Jahr wurde der eigentliche\nMietzins verlangt. Im Geschäftsbericht 1987 erfolgte der Hinweis, dass bei neuen Liegenschaften kaum eine kostendeckende Bruttorendite erzielt werden könne. So auch im\nGeschäftsbericht 1990: \"Obschon zufolge der hohen Hypothekarzinsen der Verkauf von\nEigentumswohnungen zur Zeit etwas stagniert und für neue Mietwohnungen kaum eine\nkostendeckende Brutto-Rendite erzielt werden kann, haben sich SR und Geschäftsleitung\nzum Ziel gesetzt, weiterhin aktiv zu sein.\" Im Geschäftsbericht 1991 der D.________-AS\nwird erneut – trotz des erlittenen Jahresverlustes von 1.7 Mio. Franken – am\nantizyklischen Verhalten festgehalten: \"Allerdings sind wir uns bewusst, dass ein solches\nVerhalten nicht ganz risikolos ist. Der Verkauf von Eigentumswohnungen ist seit gut 1½\nJahren stagnierend, was einerseits auf die hohen Hypothekarzinsen und andererseits auf\ndie wirtschaftliche Unsicherheit zurückzuführen ist. Bei der Vermietung neuer Wohnungen\nwiederum ist trotz Wohnungsnot keine kostendeckende Bruttorendite erreichbar.\" Ein\nähnlicher Hinweis ebenfalls im Geschäftsbericht 1991 der D.________-SS. Ebenso im Geschäftsbericht 1992 der D.________-AS, wobei in jenem auch die Kontrollstelle\nH.________ klar auf die Problematik hinwies: \"Die Bilanzierung der Liegenschaften\n(Fertige Bauten, Bauten in Ausführung und Bauland) erfolgt zu den Gestehungskosten\n(inkl. Bau- und Baulandzinsen). Die erstellten Eigentumswohnungen können gegenwärtig\nnicht verkauft werden. Sie werden zu marktüblichen Mietzinsen vermietet. Die\nMietzinseinnahmen sind nicht kostendeckend. Der Ertragswert dieser Liegenschaften liegt\nmomentan unter dem Bilanzwert; die von der Geschäftsleitung kalkulierten\nVerkaufspreise liegen jedoch darüber. Ob diese Verkaufspreise realisiert werden können,\nhängt von der künftigen Entwicklung auf dem Immobilienmarkt ab. Aufgrund der\ngegenwärtigen Situation kann der Wert der Liegenschaften nicht abschliessend beurteilt\nwerden.\" Der Geschäftsbericht 1993 erklärt, dass auf Ende 1992 viele Häuser\nfertiggestellt wurden, die Wohnungen aufgrund der aktuellen Immobilienkrise aber nicht\nverkauft werden konnten und schliesslich zu nicht kostendeckenden Mietzinsen vermietet\nwurden.\n\nAuch während den SR-Sitzungen wurde wiederholt auf die Ertragsprobleme hingewiesen.\nSo erläuterte N.________ anlässlich der SR-Sitzung 61/90 vom 29. November 1990,\ndass aufgrund der hohen Hypothekarzinse eine Stagnation beim Verkauf bestehe und\nVerkäufe nahezu unmöglich seien. Gleichzeitig wurden Überbauungen in R.________\nsowie in S.________ fertiggestellt. Dennoch wurden neue Projekte in Angriff genommen\nund weiter Bauland gekauft. Ein halbes Jahr später, anlässlich der SR-Sitzung 64/91 vom\n30. April 1991 sprach derselbe immer noch von einer Stagnation im Verkauf, weshalb er\nvorschlug leerstehende Einheiten zu marktüblichen Preisen zu vermieten, wenn auch\ndamit momentan keine kostendeckenden Mietzinsen erzielt werden könnten, was\neinstimmig befürwortet wurde. In der Folge wurde stetig weitergebaut, obwohl eigentlich\njedes fertiggestellte Projekt zu einem Problem wurde und die Objekte nicht verkauft und\n- 17 -\n\nhöchstens zu nicht kostendeckenden Mieten vermietet werden konnten, wie es dem\nProtokoll der SR-Sitzung 77/93 vom 23. November 1993 zu entnehmen ist.\n\n"}