{"Signatur": "FR_TC_011", "Spider": "FR_Gerichte", "Datum": "2011-03-31", "PDF": {"Datei": "FR_Gerichte/FR_TC_011_605-2009-153_2011-03-31.pdf", "URL": "https://entscheidsuche.ch/fr_helper/download.php?pfad=/tribunavtplus/ServletDownload/605_2009_153_f18a529ee8848b75abde07209eae3fd7a9c7a11cf75c501d10a9f97e42c6b641e713a441e34c41bded089f78a6bed06ff89e92648e9602f15b1e3ee61c89f8beb928123530748f42064a4cd112907fd5&path=f18a529ee8848b75abde07209eae3fd7a9c7a11cf75c501d10a9f97e42c6b641e713a441e34c41bded089f78a6bed06ff89e92648e9602f15b1e3ee61c89f8beb928123530748f42064a4cd112907fd5&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=605_2009_153", "Checksum": "93fd6661302d4d91063b885bad693c87"}, "Scrapedate": "2026-04-05", "Num": ["605 2009 153"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "it"], "Text": "Freiburg Kantonsgericht Sozialversicherungsgerichtshöfe 31.03.2011 605 2009 153"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Fribourg Tribunal cantonal Cour des assurances sociales 31.03.2011 605 2009 153"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Freiburg Kantonsgericht Sozialversicherungsgerichtshöfe"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Fribourg Tribunal cantonal Cour des assurances sociales"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Friburgo  Sozialversicherungsgerichtshöfe"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "I. 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Gemäss Anhang der kantonalen Verordnung\nwerden im Bereich der Neurochirurgie folgende Leistungen nicht angeboten: \"Vaskuläre\nNeurochirurgie von Hirn und Rückenmark\", \"komplizierte Pathologie des Marks und der\nWirbelsäule\" sowie \" funktionelle Neurochirurgie\" (vgl. Anhang der Verordnung, Kapitel 3\nChirurgie Code 3F).\n\nGemäss Anhang der Verordnung vom 13. Dezember 2004 über die Liste der Spitäler des\nKantons Freiburg (SGF 822.0.21; nachfolgend Leistungsverordnung), in der Fassung,\nwelche seit dem 1. April 2008 gültig ist, verfügen das F.________ (vgl. Ziff. 1.1.4) sowie\ndie G.________ (vgl. Ziff. 2.5.4), diese jedoch mit Einschränkungen (sie soll\ninsbesondere keinen Notfalldienst sicherstellen, vgl. Ziff. 2.5.6), über einen Leistungsauftrag in neurologischer Chirurgie, wobei das F.________ Referenzspital für alle\nspezialisierten Leistungen ist, welche in den übrigen Spitälern nicht angeboten werden\n(Ziff. 1.1.6).\n\nDie Verordnung des Staatsrats vom 13. Dezember 2004 über die Liste der Spitäler\nausserhalb des Kantons Freiburg (SGF 822.0.22; in Kraft seit 1. Januar 2005; nachfolgend Listenverordnung) enthält die Liste der Spitäler ausserhalb des Kantons, die zur\nDeckung des Bedarfs der Kantonsbevölkerung, soweit dieser nicht durch das kantonale\nSpitalpflegeangebot gedeckt wird, erforderlich sind. Durch die Aufnahme in die Spitalliste\ngilt ein Spital als Leistungserbringer, der für die Tätigkeit zu Lasten der obligatorischen\nKrankenpflegeversicherung zugelassen ist (vgl. Art. 39 Abs. 1 lit. e KVG). Das\nD.________ ist in die Liste aufgenommen für Leistungen, welche auf der vom Kantonsarztamt erstellten Negativliste aufgeführt sind (vgl. Listenverordnung, Anhang Ziff.\n1.2.1).\n\nc) Gemäss ständiger Rechtsprechung erfordert ein Notfall als medizinischer Grund\nfür eine ausserkantonale stationäre Behandlung i.S. von Art. 41 Abs. 3 KVG in Anlehnung\nan Art. 36 Abs. 2 KVV eine Lage, in welcher medizinische Hilfe unaufschiebbar und eine\nRückkehr für eine stationäre Behandlung in den Wohnkanton nicht möglich oder angemessen ist (vgl. Urteil K 192/00 vom 2.3.2001 Erw. 2b; Urteil K 128/01, publiziert in\nRKUV 2002 KV 231 475 Erw. 4.1 und 4.2).\n\nGemäss EUGSTER sind die besonderen Leistungen bei Notfall nur so lange zu gewähren,\nals nicht eine Rückreise in den Wohnkanton verlangt werden kann. Die entsprechende\nAufklärungspflicht liegt bei den Ärzten (G. EUGSTER, Krankenversicherung, in Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht [SBVR], Soziale Sicherheit, 2. Aufl. 2007, Rz. 964\nS. 724).\n\nIm Sinne eines fehlenden Angebots als medizinischer Grund schliesst die Tatsache, dass\neine diagnostische oder therapeutische Massnahme in einem auf der Spitalliste des\nWohnkantons aufgeführten Spital angeboten wird, einen medizinischen Grund im Sinne\nvon Art. 41 Abs. 3 und 3bis KVG nicht zwingend aus (BGE 127 V 138 Erw. 5; Urteil\nK 22/03 = RKUV 2004 KV 273 119 Erw. 3.3.2, in BGE 130 V 87 nicht publ.; Urteil\nK 77/01 = RKUV 2003 KV 254 234 Erw. 5.1.1). Insbesondere Kapazitätsengpässe in den\n-6-\n\nunter Kostenvolldeckung wählbaren Spitälern des Wohnkantons können ebenfalls medizinische Gründe sein, sofern in zeitlicher Hinsicht Dringlichkeit gegeben ist (Urteil K 77/01\n= RKUV 2003 KV 254 234 Erw. 5.1; Urteil K 29/93 vom 4. August 1993; vgl. auch Urteile\n9C_835/2010 vom 11. November 2010 Erw. 3.2). So können medizinische Gründe vorliegen, wenn eine Behandlung etwa aus Kapazitätsgründen nicht oder nicht innert\nnützlicher Frist in einem Wohnsitzkanton möglich gewesen wäre (Urteil 9C_388/2010\nvom 21. September 2010 Erw. 5.2 in fine, vgl. auch Urteil 9C_548/2008 vom 27. April\n2009 Erw. 3.4). Im Einzelfall ist auch hier der Nachweis zu erbringen, dass innerkantonal\neine Behandlung innerhalb angemessener Frist nicht möglich bzw. die Wartezeiten unzumutbar lange sind oder den Behandlungserfolg gefährden (G. EUGSTER, a.a.O., Rz. 965\nS. 724).\n\nd) Die Zahlungsgutsprache für den ausserkantonalen Spitalaufenthalt kann erst\nausgestellt werden, wenn die formelle Anerkennung der medizinischen Notwendigkeit\nvom Kantonsarztamt vorliegt (Art. 7 Abs. 1 kantonale Verordnung). Nach EUGSTER kann\nder Wohnkanton seine Leistungspflicht verneinen, wenn er die Anspruchsvoraussetzungen nach KVG als nicht gegeben erachtet (G. EUGSTER, a.a.O., Rz. 968 mit Hinweis u.a.\nauf Urteil K 39/04 vom 26. April 2005). Bei Notfall entfällt die Notwendigkeit einer\nZahlungsgutsprache (Art. 41 Abs. 3 Satz 2 KVG).\n\n"}