{"Signatur": "FR_TC_007", "Spider": "FR_Gerichte", "Datum": "2014-11-11", "PDF": {"Datei": "FR_Gerichte/FR_TC_007_601-2013-133_2014-11-11.pdf", "URL": "https://entscheidsuche.ch/fr_helper/download.php?pfad=/tribunavtplus/ServletDownload/601_2013_133_f18a529ee8848b75abde07209eae3fd7a9c7a11cf75c501d10a9f97e42c6b64122cc59edafdd80beb31adf23a305a10afcf3fba3998cbd22dd0fbf6eab91108015ac07e534997311510143f1d0a8f476&path=f18a529ee8848b75abde07209eae3fd7a9c7a11cf75c501d10a9f97e42c6b64122cc59edafdd80beb31adf23a305a10afcf3fba3998cbd22dd0fbf6eab91108015ac07e534997311510143f1d0a8f476&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=601_2013_133", "Checksum": "8c65ebc394b812d27841ca7aeecfb3f7"}, "Scrapedate": "2026-04-05", "Num": ["601 2013 133"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "it"], "Text": "Freiburg Kantonsgericht Verwaltungsgerichtshöfe 11.11.2014 601 2013 133"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Fribourg Tribunal cantonal Cours administrative 11.11.2014 601 2013 133"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Freiburg Kantonsgericht Verwaltungsgerichtshöfe"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Fribourg Tribunal cantonal Cours administrative"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Friburgo  Verwaltungsgerichtshöfe"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "I. 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Verwaltungsgerichtshof\n\nBesetzung Präsidentin: Marianne Jungo\nRichter: Josef Hayoz, Christian Pfammatter\nGerichtsschreiberin-Praktikantin: Jana Kausche\n\nParteien A.________, Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt\nIngo Schafer\n\ngegen\n\nGROSSER RAT DES KANTONS FREIBURG, Vorinstanz\n\nGegenstand Bürgerrecht, Niederlassung, Aufenthalt\n\nAblehnung der Einbürgerung\n\nBeschwerde vom 13. Dezember 2013 gegen den Entscheid des Grossen\nRats vom 9. Oktober 2013\n\n—\nPouvoir Judiciaire PJ\nGerichtsbehörden GB\nKantonsgericht KG\n\nSeite 2 von 10\n\nSachverhalt\n\nA. A.________, geboren 1992, stammt aus Kolumbien und kam im Jahre 2001 in die Schweiz,\nwo sie sich mit ihrer Mutter im Kanton Freiburg niedergelassen hat. Sie lebt seit 2007 in der\nGemeinde B.________ und arbeitet als C.________ in einem Hotel.\n\nB. Am 29. August 2011 reichte sie beim Amt für Zivilstandswesen und Einbürgerungen (nachfolgend: Amt) ein Gesuch um ordentliche Einbürgerung ein. Mit Entscheid vom 23. Juli 2012 gewährte der Gemeinderat von B.________ ihr das Gemeindebürgerrecht. Daraufhin übermittelte\ndas Amt die Angelegenheit mit einer positiven Stellungnahme an das Bundesamt für Migration,\ndas am 8. Oktober 2012 seine Genehmigung zur ordentlichen Einbürgerung erteilte.\n\nC. Während des Einbürgerungsverfahrens, am 27. Juli 2012, verheiratete sich A.________ mit\ndem britischen Staatsangehörigen D.________, geboren 1988. Der Ehemann wohnt in England\nund arbeitet dort als Schiffsschreiner.\n\nD. Am 16. April 2013 wurde A.________ von der Einbürgerungskommission des Grossen Rats\nangehört. Aufgrund ihrer angeblichen ungenügenden Kenntnisse über die Schweiz fand am\n14. Juni 2013 eine weitere Befragung statt. Mit ihrem Bericht vom 30. August 2013 beantragte die\nEinbürgerungskommission den Grossen Rat, das Einbürgerungsgesuch abzuweisen. Zur\nBegründung führte sie an, dass die Anforderungen für die Einbürgerung auch für den Ehegatten\nder einbürgerungswilligen Person gelten würden, selbst wenn dieser nicht um die Einbürgerung\nersuche. Vorliegend habe der Ehemann von A.________ seinen Wohnsitz im Ausland, weshalb\neine der Voraussetzungen für die Einbürgerung - Wohnsitz im Kanton - nicht gegeben sei.\n\nE. Der Grosse Rat behandelte das Einbürgerungsgesuch in seiner Sitzung vom 9. Oktober\n2013 (vgl. Amtliches Tagblatt der Sitzungen des Grossen Rats des Kantons Freiburg vom 9. Oktober 2013, TGR, S. 1522) und wies es mit 67 zu 29 Stimmen, bei 3 Enthaltungen, ab. Die schriftliche Begründung seines Entscheids lag am 14. November 2013 vor.\n\nF. Am 13. Dezember 2013 liess A.________ beim Kantonsgericht Beschwerde einreichen und\nbeantragen, der Entscheid des Grossen Rats vom 14. November 2013 sei aufzuheben und die\nSache zur Neuentscheidung an den Grossen Rat zurückzuweisen. Zudem seien die\nVerfahrenskosten dem Staat Freiburg aufzuerlegen und ihr eine angemessene Parteientschädigung zuzusprechen.\n\nIn seiner Stellungnahme vom 11. Februar 2014 schliesst der Grosse Rat auf Abweisung der Beschwerde.\n\nErwägungen\n\n1. Das Kantonsgericht prüft seine Zuständigkeit von Amtes wegen (Art. 16 Abs. 1 des Gesetzes\nvom 23. Mai 1991 über die Verwaltungsrechtspflege [VRG; SGF 150.1]). Gemäss Art. 44a Abs. 2\ndes Gesetzes über das freiburgische Bürgerrecht vom 15. November 1996 (BRG; SGF 114.1.1)\nkönnen die vom Grossen Rat in Anwendung dieses Gesetzes gefällten ablehnenden Entscheide\nbeim Kantonsgericht mit Beschwerde angefochten werden (vgl. auch Art. 114 Abs. 2 lit. a VRG).\nNebstdem schreibt das Bundesrecht vor, dass die Kantone (aus Gründen der Rechtsweggarantie)\nGerichtsbehörden einzusetzen haben, die als letzte kantonale Instanzen Beschwerden gegen ab-\nKantonsgericht KG\n\nSeite 3 von 10\n\nlehnende Entscheide über die ordentliche Einbürgerung beurteilen (Art. 50 des Bundesgesetzes\nüber Erwerb und Verlust des Schweizer Bürgerrechts [BüG; SR 141.0]). Demnach ist die Zuständigkeit des Kantonsgerichts zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde gegeben. Die Beschwerdeführerin ist zur Ergreifung des Rechtsmittels legitimiert (Art. 76 VRG; Art. 44a Abs. 2\nBRG). Die Beschwerde wurde innert der dreissigtägigen Beschwerdefrist (Art. 79 Abs. 1 VRG)\neingereicht und entspricht formal und inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen (Art. 80 ff. VR). Es\nist darauf einzutreten.\n\n"}