{"Signatur": "FR_TC_007", "Spider": "FR_Gerichte", "Datum": "2012-09-04", "PDF": {"Datei": "FR_Gerichte/FR_TC_007_601-2011-154_2012-09-04.pdf", "URL": "https://entscheidsuche.ch/fr_helper/download.php?pfad=/tribunavtplus/ServletDownload/601_2011_154_f18a529ee8848b75abde07209eae3fd7a9c7a11cf75c501d10a9f97e42c6b641cecd02ff9aeb83d00db6aa9191e53d8de2e0325a399600c9cc867252ac245b374190e17f525a47d6ad709c68ef6b5746&path=f18a529ee8848b75abde07209eae3fd7a9c7a11cf75c501d10a9f97e42c6b641cecd02ff9aeb83d00db6aa9191e53d8de2e0325a399600c9cc867252ac245b374190e17f525a47d6ad709c68ef6b5746&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=601_2011_154", "Checksum": "27240eb8965f1d99c1666fe96d0dddab"}, "Scrapedate": "2026-04-05", "Num": ["601 2011 154"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "it"], "Text": "Freiburg Kantonsgericht Verwaltungsgerichtshöfe 04.09.2012 601 2011 154"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Fribourg Tribunal cantonal Cours administrative 04.09.2012 601 2011 154"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Freiburg Kantonsgericht Verwaltungsgerichtshöfe"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Fribourg Tribunal cantonal Cours administrative"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Friburgo  Verwaltungsgerichtshöfe"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "I. 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VERWALTUNGSGERICHTSHOF\n\nBESETZUNG Präsidentin: Marianne Jungo\nRichter: Josef Hayoz\nChristian Pfammatter\nGerichtsschreiberin-Praktikantin: Marianne Sterren\n\nPARTEIEN GRÜNLIBERALE PARTEI KANTON FREIBURG, Beschwerdeführerin,\n\nGRÜNLIBERALE PARTEI SEEBEZIRK, Beschwerdeführerin,\n\nA.________, Beschwerdeführer,\n\ngegen\n\nGROSSER RAT DES KANTONS FREIBURG, Beschwerdegegner,\n\nSTAATSRAT DES KANTONS FREIBURG, Beschwerdegegner\n\nGEGENSTAND Politische Rechte\nWahlverfahren für die Gesamterneuerung des Grossen Rates\n\nBeschwerden vom 5. Dezember 2011 gegen die Gesamterneuerungswahl\nvom 13. November 2011 und den Beschluss des Staatsrates vom\n23. November 2011.\n-2-\n\nS a c h v e r h a l t\n\nA. Der Grosse Rat des Kantons Freiburg besteht aus 110 Mitgliedern, die vom Volk im\nProporzverfahren für die Dauer von fünf Jahren gewählt werden (Art. 95 Abs. 1 und 2 der\nVerfassung des Kantons Freiburg vom 16. Mai 2004 [KV; SGF 10.1]). Mit dem Gesetz\nvom 8. September 2010 über die Wahlkreise der Grossratswahl für die Legislaturperiode\n2012 - 2016 (SGF 115.3) teilte der Grosse Rat den Kanton in acht Wahlkreise ein. Diese\nentsprechen den jeweiligen Verwaltungsbezirken, abgesehen vom Saanebezirk, der in\nzwei Wahlkreise aufgeteilt ist (Stadt Freiburg und Saane-Land). Zuständig für die Verteilung der Grossratssitze auf die Wahlkreise ist der Staatsrat (Art. 63 Abs. 2 des Gesetzes vom 6. April 2011 über die Ausübung der politischen Rechte [PRG; SGF 115.1]. Er\ntat dies mit Beschluss vom 16. August 2011 (veröffentlicht im Amtsblatt Nr. 33 vom\n19. August 2011). Demnach wurde für die Legislaturperiode 2012 - 2016 die Verteilung\nder Mandate auf die Wahlkreise wie folgt festgelegt:\n\nWahlkreis: Anzahl Grossräte:\n\nStadt Freiburg 14\nSaane-Land 24\nSense 16\nGreyerz 18\nSee 13\nGlane 8\nBroye 11\nVivisbach 6\n\nB. Die Erneuerungswahlen für den Grossen Rat für die Amtsdauer 2012 - 2016 fanden\nam 13. November 2011 statt. Am 23. November 2011 ordnete der Staatsrat die Veröffentlichung der Ergebnisse im Amtsblatt an. Dieser Beschluss und die Wahlresultate\nwurden am 25. November 2011 im Amtsblatt Nr. 47 publiziert.\n\nC. Mit praktisch identischen Eingaben vom 5. Dezember 2011 gelangten die\nGrünliberale Partei Kanton Freiburg (601 2011-154), die Grünliberale Partei Seebezirk\n(601 2012-155) sowie A.________ (601 2012-156) an das Kantonsgericht und stellten\nfolgende Begehren:\n\n\"1. Es sei festzustellen, dass das geltende Verfahren zur Wahl des Grossen Rates des Kantons\nFreiburg verfassungswidrig ist.\n\n2. Der Staatsrat des Kantons Freiburg sei anzuweisen, umgehend die Einführung eines verfassungsmässigen Wahlsystems in die Wege zu leiten, welches spätestens für die kantonalen\nWahlen 2016 zur Anwendung kommen kann. Dies unabhängig von einer allfälligen territorialen\nNeuordnung, beispielsweise durch die Einführung eines Wahlsystems in der Art des «Doppelten\nPukelsheim»\".\n\nDie Beschwerdeführer begründeten die Verfassungswidrigkeit mit den besonders hohen\nnatürlichen Quoren in den Wahlkreisen Glane und Vivisbach. Dort betrage der Stimmenanteil für einen Parlamentssitz 16,6 % beziehungsweise 12,5 %. Im Wahlkreis Saane-\nLand brauche es demgegenüber lediglich 4,16 % der abgegebenen Stimmen, um einen\nSitz zu erhalten.\n-3-\n\nD. Der Staatsrat reichte die Beschwerdeantwort am 18. April 2012 ein. Er \"überlässt\nden Entscheid dem pflichtgemässen Ermessen des Kantonsgerichts\", beantragte aber\nimmerhin, die Resultate der Gesamterneuerungswahl 2011 aus Gründen der Verhältnismässigkeit und der Rechtssicherheit nicht zu annullieren. Er sei entschlossen, dem\nGrossen Rat für die nächste Legislaturperiode Änderungen des PRG vorzulegen. Seine\nVorschläge sollten für die Grossratswahl inskünftig eine Gleichbehandlung der Wählerstimmen im ganzen Kanton gewährleisten.\n\nMit Eingabe vom 11. Mai 2012 schloss sich der Grosse Rat vollumfänglich der Stellungnahme des Staatsrates an.\n\nAm 14. Juni 2012 reichten A.________ und die Grünliberale Partei Seebezirk Gegenbemerkungen ein.\n\nE r w ä g u n g e n\n\n"}