{"Signatur": "FR_TC_006", "Spider": "FR_Gerichte", "Datum": "2015-06-15", "PDF": {"Datei": "FR_Gerichte/FR_TC_006_501-2011-83_2015-06-15.pdf", "URL": "https://entscheidsuche.ch/fr_helper/download.php?pfad=/tribunavtplus/ServletDownload/501_2011_83_f18a529ee8848b75abde07209eae3fd7a9c7a11cf75c501d10a9f97e42c6b641ed183d2b99a823bf7771eeeb5f7c3c7d20e23e1cc258978e14e44659be52941ab7547ccb0cb8ef3abd363e8e3b63f979&path=f18a529ee8848b75abde07209eae3fd7a9c7a11cf75c501d10a9f97e42c6b641ed183d2b99a823bf7771eeeb5f7c3c7d20e23e1cc258978e14e44659be52941ab7547ccb0cb8ef3abd363e8e3b63f979&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=501_2011_83", "Checksum": "85057d2ac57875be6345f02bf0c65f39"}, "Scrapedate": "2026-04-05", "Num": ["501 2011 83"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "it"], "Text": "Freiburg Kantonsgericht Strafappellationshof 15.06.2015 501 2011 83"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Fribourg Tribunal cantonal Cour d'appel pénal 15.06.2015 501 2011 83"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Freiburg Kantonsgericht Strafappellationshof"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Fribourg Tribunal cantonal Cour d'appel pénal"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Friburgo  Strafappellationshof"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Urteil des Strafappellationshofs des Kantonsgerichts | Entschädigung und Genugtuung (Art. 429-436 StPO)"}], "ScrapyJob": "446973/26/2286", "Zeit UTC": "05.04.2026 05:45:30", "Checksum": "bf33d0969e95f9674e16e94ac22b771a", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Freiburg Kantonsgericht Strafappellationshof 15.06.2015 501 2011 83\nRegeste:\nUrteil des Strafappellationshofs des Kantonsgerichts | Entschädigung und Genugtuung (Art. 429-436 StPO)\n\n Tribunal cantonal TC\nKantonsgericht KG\n\nAugustinergasse 3, Postfach 1654, 1701 Freiburg\n\nT +41 26 304 15 00, F +41 26 304 15 01\nwww.fr.ch/tc\n\n501 2011 83\n\nUrteil vom 15. Juni 2015\nStrafappellationshof\n\nBesetzung Präsident: Michel Favre\nRichter: Adrian Urwyler\nErsatzrichter: Daniel Schneuwly\nGerichtsschreiberin: Rahel Brühwiler\n\nParteien A.________, Gesuchstellerin, vertreten durch Rechtsanwalt André\nClerc\n\ngegen\n\nSTAATSANWALTSCHAFT, Gesuchsgegnerin 1\n\nund\n\nSWISSMEDIC, vertreten durch Rechtsanwalt Michael Burri,\nGesuchsgegnerin 2\n\nGegenstand Entschädigung (Art. 429 StPO)\n\nGesuch vom 15. September 2010\n\n—\nPouvoir Judiciaire PJ\nGerichtsbehörden GB\nKantonsgericht KG\n\nSeite 2 von 16\n\nSachverhalt\nA. A.________ war seit dem 1. Oktober 1996 als B.________ angestellt. Als sie die Stelle\nantrat, wurde ihr von ihrem Vorgänger ein Sparbüchlein der Kantonalbank mit einem Kontostand\nvon Fr. 484.- übergeben; dieses wandelte sie in ein normales Konto um und eröffnete zudem das\nPostkonto ccc mit der Bezeichnung D.________. Dieses Konto war für die Pharmazie des\nKantonsspitals bestimmt und A.________ war zeichnungsberechtigt, wie auch ihre jeweiligen\nStellvertreter. Wieweit die Direktion über die Existenz dieser Konten informiert war, ist unklar. Nicht\nbekannt waren die Bezüge und Eingänge, die über dieses Konto abgewickelt wurden. In der\nAbteilung der Pharmazie waren offensichtlich diejenigen Ausgaben bekannt, die jeweils für Ausund Weiterbildungen der Apotheker und der Pharmaassistentinnen getätigt wurden.\n\nIm Mai 2006 eröffnete der Verwaltungsrat des Kantonsspitals eine Administrativuntersuchung\ngegen die Chefapothekerin A.________. Sie wurde verdächtigt, über ein Konto zu verfügen,\nwelches der Buchhaltung des Kantonsspitals nicht bekannt war und auf welches Einnahmen von\nverschiedenen Pharmaunternehmen geflossen sind. Am 3. August 2006 informierte die Direktion\ndes Kantonsspitals das Untersuchungsrichteramt über die Vorwürfe und reichte bei ihm die\nUnterlagen der Administrativuntersuchung ein (act. 2000 ff.).\n\nDer Untersuchungsrichter hat A.________ mit Überweisungsverfügung vom 1. Juli 2009 wegen\nungetreuer Amtsführung, evt. ungetreuer Geschäftsbesorgung, qualifizierter Veruntreuung und\nsich bestechen Lassens evt. Vorteilsannahme an das Strafgericht der Saane überwiesen (Dossier\nStrafgericht, act. 1).\n\nB. Am 18. und 19. März 2009 erliess die Swissmedic gegen A.________ je einen Strafbescheid\nwegen Widerhandlung gegen Art. 33 i.V.m. Art. 87 Abs. 1 lit. b. des Heilmittelgesetzes und\nverurteilte sie zu einer Busse von Fr. 2'000.- bzw. Fr. 800.- und zur Bezahlung eines Anteils an\nden Verfahrenskosten von Fr. 1'080.- bzw. Fr. 1'125.-. Gegen die beiden Strafbescheide erhob\nA.________ am 20. April 2009 fristgerecht Einsprache (Dossier Swissmedic, act. 475 ff., 519 ff.,\n545 ff. und 557 ff.).\n\nC. Das Strafgericht der Saane sprach A.________ mit Urteil vom 20. November 2009 der\nungetreuen Geschäftsbesorgung (Art. 158 Ziff. 1 Abs. 1 StGB) schuldig, begangen in der Zeit vom\n20. November 2002 bis April 2006, und verurteilte sie deswegen zu einer Geldstrafe von\n60 Tagessätzen zu Fr. 100.-, bedingt vollziehbar bei einer Probezeit von 2 Jahren. Es stellte fest,\ndass die A.________ zur Last gelegten ungetreuen Geschäftsbesorgungen, angeblich begangen\nvor dem 20. November 2002, verjährt sind. Das Strafgericht der Saane sprach A.________ frei von\nden Vorwürfen der ungetreuen Amtsführung (Art. 314 StGB), der qualifizierten Veruntreuung (Art.\n138 Ziff. 2 StGB), des Sich bestechen lassens (Art. 322quarter StGB), der Vorteilsannahme (Art.\n322sexies StGB) sowie der Übertretung gegen das Heilmittelgesetz (Art. 87 Abs. 1 lit. b i.V.m. Art. 33\nAbs. 2 HMG). Zudem verpflichtete es A.________ gestützt auf Art. 71 StGB zur Zahlung einer\nErsatzforderung von Fr. 10‘612.- an den Kanton Freiburg. Die Kosten des erstinstanzlichen\nVerfahrens wurden je hälftig A.________ und dem Staat Freiburg auferlegt, während die Kosten\ndes Verwaltungsstrafverfahrens bezüglich Verletzung des Heilmittelgesetzes dem Bund auferlegt\nwurden.\n\nD. Alle Parteien an diesem Verfahren haben gegen das Urteil des Strafgerichts Berufung\neingereicht.\nKantonsgericht KG\n\nSeite 3 von 16\n\nA.________ beantragte, vom Vorwurf der ungetreuen Geschäftsbesorgung freigesprochen zu\nwerden sowie die Aufhebung der Ziffer 3 (Verjährung), Ziffer 4 (Strafzumessung) und Ziffer 5\n(Verfahrenskosten) des Urteils. Subsidiär beantragte sie, die Angelegenheit an die Vorinstanz\nzurückzuweisen (Verfahren 501 2010 57).\n\nDie Staatsanwaltschaft beantragte, A.________ der mehrfachen qualifizierten ungetreuen\nGeschäftsbesorgung, begangen zwischen 1996 bis April 2006, schuldig zu sprechen und zu einer\nbedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen à Fr. 150.- zu verurteilen und eine Ersatzforderung von\nFr. 10'612.- zu Gunsten des Staates festzusetzen (Verfahren 501 2010 56).\n\n"}