{"Signatur": "FR_TC_005", "Spider": "FR_Gerichte", "Datum": "2015-09-25", "PDF": {"Datei": "FR_Gerichte/FR_TC_005_502-2015-122_2015-09-25.pdf", "URL": "https://entscheidsuche.ch/fr_helper/download.php?pfad=/tribunavtplus/ServletDownload/502_2015_122_f18a529ee8848b75abde07209eae3fd7a9c7a11cf75c501d10a9f97e42c6b64137aa865dc8497a13e8941ef46d354bff95fbffba258414c5d88c4627d8dc9d1e28cf478e02ecf899bf656fcc83525ec2&path=f18a529ee8848b75abde07209eae3fd7a9c7a11cf75c501d10a9f97e42c6b64137aa865dc8497a13e8941ef46d354bff95fbffba258414c5d88c4627d8dc9d1e28cf478e02ecf899bf656fcc83525ec2&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=502_2015_122", "Checksum": "77c14c5fb3e247612a6f124f7b4ae007"}, "Scrapedate": "2026-04-05", "Num": ["502 2015 122"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "it"], "Text": "Freiburg Kantonsgericht Strafkammer 25.09.2015 502 2015 122"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Fribourg Tribunal cantonal Chambre pénale 25.09.2015 502 2015 122"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Freiburg Kantonsgericht Strafkammer"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Fribourg Tribunal cantonal Chambre pénale"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Friburgo  Strafkammer"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Urteil der Strafkammer des Kantonsgerichts | Einstellung des Verfahrens (Art. 319 ff. 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BGE 138 IV 86 E. 4.1.2; 137 IV 219\nE. 8.2-8.3).\n\nd) aa) Gemäss Art. 24 KGTG wird, sofern die Tat nicht nach einer anderen Bestimmung\nmit höherer Strafe bedroht ist, mit Gefängnis bis zu einem Jahr oder Busse bis zu CHF 100‘000.-\nbestraft, wer gestohlene oder gegen den Willen der Eigentümerin oder des Eigentümers abhanden\ngekommene Kulturgüter einführt, verkauft, vertreibt, vermittelt, erwirbt oder ausführt (Abs. 1 Bst. a).\nHandelt die Täterin oder der Täter fahrlässig, so ist die Strafe Busse bis zu CHF 20‘000.- (Abs. 2).\n\nArt. 2 Abs. 1 KGTG definiert als Kulturgut ein aus religiösen oder weltlichen Gründen für\nArchäologie, Vorgeschichte, Geschichte, Literatur, Kunst oder Wissenschaft bedeutungsvolles Gut,\ndas einer der Kategorien nach Art. 1 des Übereinkommens über Massnahmen zum Verbot und zur\nVerhütung der rechtswidrigen Einfuhr, Ausfuhr und Übereignung von Kulturgut vom 14. November\n1970 (UNESCO-Konvention 1970; SR 0.444.1) angehört. Gemäss Übereinkommen gilt als\nKulturgut das von jedem Staat aus religiösen oder weltlichen Gründen als für Archäologie,\nVorgeschichte, Geschichte, Literatur, Kunst oder Wissenschaft bedeutungsvoll bezeichnete Gut,\ndas namentlich der Kategorie der Antiquitäten angehört, die mehr als hundert Jahre alt sind, wie\nbeispielsweise Münzen (Art. 1 Bst. e UNESCO-Konvention 1970). Ob einem Objekt die verlangte\nBedeutung zukommt, bestimmen wissenschaftlich oder künstlerisch geschulte Fachleute. Nicht\nvorausgesetzt wird ein besonderer Seltenheitswert oder ein effektives Interesse der Allgemeinheit\n(SIEGFRIED, Internationaler Kulturgüterschutz in der Schweiz, 2005, S. 125).\n\nObwohl das KGTG den internationalen Kulturgütertransfer regelt, wird in der Literatur die Ansicht\nvertreten, dass das Vorhandensein eines Auslandsbezugs grundsätzlich nicht Voraussetzung für\nseine Anwendung ist (FOËX, La loi fédérale sur le transfert international des biens culturels: un\npoint de vue de civiliste, in Renold/Gabus/de Werra [Hrsg.], Criminalité, blanchiment et nouvelles\nréglementations en matière de transfert de biens culturels, 2006, S. 36; UHLMANN ET AL.,\nPrivatrechtliche Bestimmungen des neuen KGTG, in Jusletter vom 30. Mai 2005, S. 1).\n\nHehlerei mit Grabungsfunden i.S.v. Art. 724 ZGB fällt unter Art. 24 Abs. 1 Bst. a KGTG (BOILLAT,\nTrafic illicite de biens culturels et coopération judiciaire internationale en matière pénale, in SZK\n2012 22, N. 529). Wird Hehlerei fahrlässig begangen, wird der Täter nach derselben Bestimmung\nbestraft, sofern Tatobjekt ein Kulturgut ist (BOILLAT, N. 530). Reine Unvorsichtigkeit bzw. fehlende\nWachsamkeit des Täters genügt, um seine Strafbarkeit zu begründen (CASSANI, Les infractions à\nla loi fédérale sur le transfert international des biens culturels à l’épreuve des principes\nfondamentaux du droit pénal, in Renold/Gabus/de Werra, a.a.O., S. 51). Der Kulturgütermarkt ist\nnämlich als „risikobehafteter“ Markt zu betrachten, weshalb von den involvierten Akteuren\nbesondere Wachsamkeit verlangt wird, ansonsten nicht von gutem Glauben im zivilrechtlichen\nSinne ausgegangen werden kann (BERTOSSA, L’application du droit pénal ordinaire en matière de\nbiens culturels, in Renold/Gabus/de Werra, a.a.O., S. 75; RASCHÈR ET AL., Cultural Property\nTransfer / Transfert des biens culturels / Trasferimento dei beni culturale / Kulturgütertransfer,\n2005, S. 266; vgl. zum Antiquitätenhandel BGE 122 III 1 E. 2b/aa).\n\nDie Strafbestimmung von Art. 24 KGTG gilt namentlich auch für Kunsthändler bzw. Sammler\n(GRELL/PLUTSCHOW, Sorgfaltspflichten gemäss Kulturgütertransfergesetz [KGTG]. Anleitung mit\npraktischen Tipps, 2005, S. 25 Fn. 31; DIESELBEN, Sorgfaltspflichten belasten Kunstsammler, in\nKantonsgericht KG\n\nSeite 6 von 9\n\nNZZ 123/2005 S. 10; GUTZWILLER, Zum Geltungsbereich des Bundesgesetzes über den\ninternationalen Kulturgütertransfer, in SJZ 101/2005 S. 517 f.; BRATSCHI, Bilderrahmen oder\nStrafrahmen?, in NZZ 98/2005 S. 16). Auch Privatsammler können sich nur dann auf ihren guten\nGlauben berufen, wenn sie versuchen, diesen effektiv zu schützen, beispielsweise durch\nRegistereinsicht und Bestehen auf die lückenlose Dokumentation der Provenienz des zu\nerwerbenden Objekts (DAL MOLIN, Sorgfaltspflichten im Kunsthandel, in PRIVATE 5/2008 S. 72;\ns.a. BRATSCHI, S. 16; RASCHÈR ET AL., S. 266). Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung gilt\nnämlich auch der Antiquitätenhandel als Geschäftsbereich, in dem oft Waren zweifelhafter\nHerkunft angeboten werden und für welchen erhöhte Sorgfaltspflichten gelten (BGE 122 III 1\nE. 2b/aa).\n\nbb) Wer eine Sache, von der er weiss oder annehmen muss, dass sie ein anderer durch\neine strafbare Handlung gegen das Vermögen erlangt hat, erwirbt, sich schenken lässt, zum\nPfande nimmt, verheimlicht oder veräussern hilft, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder\nGeldstrafe bestraft. Der Hehler wird nach der Strafandrohung der Vortat bestraft, wenn sie milder\nist (Art. 160 Abs. 1 StGB). Fahrlässige Hehlerei ist straflos (Art. 12 Abs. 1 i.V.m. Art. 160 StGB).\n\n"}