{"Signatur": "FR_TC_001", "Spider": "FR_Gerichte", "Datum": "2015-01-08", "PDF": {"Datei": "FR_Gerichte/FR_TC_001_101-2014-151_2015-01-08.pdf", "URL": "https://entscheidsuche.ch/fr_helper/download.php?pfad=/tribunavtplus/ServletDownload/101_2014_151_f18a529ee8848b75abde07209eae3fd7a9c7a11cf75c501d10a9f97e42c6b641152055ce0cfd71fde5a161f6c0cf72a161c718adcc934f7da671b2493f9bce75b1d35a6167e46c672564386f6202ba71&path=f18a529ee8848b75abde07209eae3fd7a9c7a11cf75c501d10a9f97e42c6b641152055ce0cfd71fde5a161f6c0cf72a161c718adcc934f7da671b2493f9bce75b1d35a6167e46c672564386f6202ba71&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=101_2014_151", "Checksum": "d710c55aa40393ff0cf9347589d93ee7"}, "Scrapedate": "2026-04-05", "Num": ["101 2014 151"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Freiburg Kantonsgericht Zivilappellationshöfe 08.01.2015 101 2014 151"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Fribourg Tribunal cantonal Cours d'appel civil 08.01.2015 101 2014 151"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Friburgo Kantonsgericht Zivilappellationshöfe 08.01.2015 101 2014 151"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Freiburg Kantonsgericht Zivilappellationshöfe"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Fribourg Tribunal cantonal Cours d'appel civil"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Friburgo Kantonsgericht Zivilappellationshöfe"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "I. 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Die Vorinstanzen hätten übersehen, dass ein\nAbweisungsentscheid nur ergehen könne, wenn der Titel offensichtlich nichtig ist.\n\na) Grundbuchliche Verfügungen, wie Eintragung, Änderung, Löschung dürfen in allen\nFällen nur auf Grund eines Ausweises über das Verfügungsrecht und den Rechtsgrund\nvorgenommen werden (Art. 965 Abs. 1 ZGB). Werden die Ausweise für eine grundbuchliche\nVerfügung nicht beigebracht, so ist die Anmeldung abzuweisen (Art. 966 Abs. 1 ZGB, Art. 87 Abs.\n1 GBV). Der Ausweis über den Rechtsgrund liegt in dem Nachweise, dass die für dessen\nGültigkeit erforderliche Form erfüllt ist (Art. 965 Abs. 3 ZGB). Grundsätzlich muss der\nGrundbuchbeamte den Inhalt dieses Ausweises über den Rechtsgrund nicht überprüfen, sondern\nkann sich auf die Prüfung der Form beschränken. Die Gültigkeit des einer Einschreibung zugrunde\nliegenden Rechtsgeschäfts hat er nicht zu überprüfen. Namentlich hat er nicht nach eigentlichen\nNichtigkeitsgründen oder Willensmängeln zu suchen. Hingegen hat er in jedem Fall zu prüfen, ob\nsich das angemeldete Recht seiner Natur nach zur Aufnahme ins Grundbuch eignet (B. DEILLON-\nSCHEGG, Grundbuchanmeldung und Prüfungspflicht des Grundbuchverwalters im\nEintragungsverfahren [nachfolgend: DEILLON-SCHEGG, Grundbuchanmeldung], Zürich 1997, S. 310\nf., mit Hinweisen auf die bundesgerichtliche Rechtsprechung). Eine Ausnahme mag immerhin\ngemacht werden, wenn ein Vertrag, der als Rechtsgrundausweis für die Eintragung dienen soll,\noffensichtlich nichtig ist (BGE 107 II 211 E. 1).\nKantonsgericht KG\nSeite 4 von 6\n\nIn Anwendung von Art. 55 Abs. 1 SchlT ZGB regeln die Art. 45 ff. des Gesetzes vom 20.\nSeptember 1967 über das Notariat (NG) das kantonale notarielle Beurkundungsverfahren. Handelt\nes sich um Beurkundungen über Liegenschaften, so sind diese gemäss Grundbuchauszug,\ngegebenenfalls gemäss Teilungsprotokoll, zu beschreiben (Art. 49 Abs. 2 NG). Bei Verletzung\ndieser Bestimmung hat die notarielle Urkunde nicht den Charakter einer öffentlichen Urkunde (Art.\n53 Bst. b NG); Art. 49 Abs. 2 NG ist nicht eine reine Ordnungs-, sondern eine Gültigkeitsvorschrift\n(D. PIOTET, L’acte authentique cantonal et le registre foncier fédéral, ZBGR 2003, S. 130 ff. [141\nFn. 62]). Wenn die Bezeichnung des Beurkundungsgegenstandes oder der mitwirkenden\nPersonen zwar nicht den Vorschriften des Gesetzes entspricht, jedoch genügt, um jeglichen\nZweifel darüber auszuschliessen, hat die Urkunde trotzdem öffentlichen Charakter (Art. 54 Bst. a\nNG). Die notarielle Urkunde ist vom Notar persönlich oder allenfalls von den Parteien zu lesen;\nnach Schluss der Lesung erklären die Erscheinenden dem Notar, dass die Urkunde der Ausdruck\nihres Willens ist (Art. 60 Abs. 1 bis 3 NG). Diese Bestimmungen dienen namentlich dem\nsogenannten Übereilungsschutz (vgl. dazu R. ARNET, „Form folgt Funktion“, Zur Bedeutung der\nöffentlichen Beurkundung im Immobiliensachenrecht, in ZBJV 2013 [Sonderdruck], S. 391 [403 f.];\nBGE 99 II 159 E. 2a; ZBGR 1998, S. 49 E. 1c). Kantonale Beurkundungsvorschriften, die nicht die\nGültigkeit des Rechtsgeschäfts betreffen, sind Ordnungsvorschriften (A. DÉPRAZ, La forme\nauthentique en droit fédéral et en droit cantonal comparé, Diss., Lausanne 2002, N 557; DEILLON-\nSCHEGG, Grundbuchanmeldung, S. 310, i.V. mit N 1577). Für die einen kann oder soll die\nVerletzung von Ordnungsvorschriften zur Abweisung des Eintragungsgesuchs führen (BGE 116 II\n291 / Pra 1991 Nr. 160, E. 2c; DÉPRAZ, N 557). Andere halten dafür, dass der Grundbuchverwalter\nbei Vorliegen solcher Vorschriftsverletzungen die Einschreibung vornehmen oder dem\nGesuchsteller zur Behebung des Mangels eine kurze Nachfrist setzen kann. Es gilt überspitzten\nFormalismus zu vermeiden (H. DESCHENAUX, Le registre foncier, in TDPS V/II/2, Freiburg 1983, S.\n441; DEILLON-SCHEGG, Grundbuchanmeldung, S. 310; B. DEILLON-SCHEGG, in Handkommentar\nzum schweizerischen Privatrecht, Zürich 2012, N 9 zu Art. 966; C. BRÜCKNER, Eintrag von\nGrundbuch- und Handelsregistergeschäften trotz fehlerhafter Belege, in Der Bernische Notar, Bern\n2012, S. 357, 360 und 366).\n\n"}