{"Signatur": "CH_WBK_001", "Spider": "CH_WEKO", "Datum": "2012-12-10", "PDF": {"Datei": "CH_WEKO/CH_WBK_001_Abrede-im-Speditions_2012-12-10.pdf", "URL": "https://www.weko.admin.ch/dam/weko/de/dokumente/2013/04/spedition_verfuegung.pdf.download.pdf/spedition_verfuegung.pdf", "Checksum": "75f18e98ef07c1b5f8b1cd8eb24643f6"}, "Scrapedate": "2026-02-13", "Num": ["Abrede im Speditionsbereich"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Wettbewerbskommission 10.12.2012 Abrede im Speditionsbereich"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Wettbewerbskommission 10.12.2012 Abrede im Speditionsbereich"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Wettbewerbskommission 10.12.2012 Abrede im Speditionsbereich"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Wettbewerbskommission "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Wettbewerbskommission "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Wettbewerbskommission "}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Abrede im Speditionsbereich"}], "ScrapyJob": "446973/67/1907", "Zeit UTC": "13.02.2026 03:13:13", "Checksum": "2d8c5c5cb297af43c3b8937a69c7ee50", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Wettbewerbskommission 10.12.2012 Abrede im Speditionsbereich\nRegeste:\nAbrede im Speditionsbereich\n\n22/2009/03287/COO.2101.111.5.266529 67\nsetzt sind. Auch der Basispreis hängt stark von sich verändernden temporären oder auftragsspezifischen Bedingungen ab (z.B. von der vorhandenen Kapazität des Spediteurs oder\ndes Frachtführers, von der Dringlichkeit der Sendung, von der Destination sowie der genauen Transportroute etc.), so dass auch dieser Teil des Preises volatil und unberechenbar ist.\nSchliesslich werden Preise je nach Auftrag auf Basis des Gesamtgewichts oder auf Basis\ndes Volumens einer Sendung berechnet.\n250. Die ökonomische Literatur zeigt in verschiedenen Beiträgen, wie Wettbewerb unter den\nzuvor beschriebenen Bedingungen funktioniert. 121 In diesen Beiträgen wird gezeigt, dass\nsich die Agenten (im vorliegenden Fall die Kunden der Luftfrachtspediteure) optimalerweise\neiner sogenannten „Reservationspreis-Regel“ bedienen 122, d.h., sie kaufen ein Gut oder eine\nDienstleistung nur dann, wenn der aktuell beobachtete Preis kleiner oder gleich dem Reservationspreis ist. Andernfalls (wenn der aktuell beobachtete Preis höher als der Reservationspreis ist), nehmen sie die Suchkosten (vgl. Rz 248) in Kauf und machen sich auf die Suche\nnach einem preisgünstigeren Angebot. 123\n251. Kann die Marktgegenseite in einem solchen Umfeld davon überzeugt werden, dass die\nEinführung einer Gebühr oder eines Zuschlags objektiv notwendig ist und in Zukunft zu entsprechenden branchenweiten Preiserhöhungen führt – was mit einheitlichem Vorgehen und\nglaubhafter Kommunikation erreicht werden kann (vgl. Rz 244) – so lohnt es sich für diese\nnicht, Suchkosten aufzubringen, da sie sowieso nicht damit rechnet, die Gebühren (Zuschläge) und die damit verbundene Preiserhöhung bei einem Konkurrenten umgehen zu können. 124 Vielmehr findet sich die Marktgegenseite (wenn auch ungern) mit der Einführung einer neuen Gebühr oder eines Zuschlags ab und akzeptiert zwangsläufig die damit verbundene Preiserhöhung (d.h. sie passt den Reservationspreis an). Gegeben dieses Verhalten ist\nes für ein Unternehmen optimal, den Totalpreis gemäss der von der Marktgegenseite akzeptierten Höhe anzuheben und keinen „Preisnachlass“ auf dem Basispreis (vgl. Rz 240 f.) zu\ngewähren. 125 Für die Marktgegenseite bestätigt sich auf diese Weise gleichzeitig ihre ur-\n\n121\nDie enstprechenden Modelle werden als Suchkostenmodelle bezeichnet. Einen guten Überblick\ngeben u.a. BAYE/MORGAN/SCHOLTEN (Fn 119); BRIAN P. MCCALL /JOHN J. MCCALL, The Economics of\nSearch, New York 2008.\n122\nTheoretische Beiträge: vgl. u. a. MORRIS DEGROOT, Optimal Statistical Decisions, New York 1970;\nSTEVEN A. LIPPMAN/JOHN MCCALL, The Economics of Job Search: A Survey, in: Economic Inquiry 14,\n1976, 347-368. Der Ausdruck “Reservationspreis-Regel” ist aus folgendem Artikel übernommen:\nMICHAEL ROTHSCHILD, Searching for the Lowest Price When the Distribution of Prices Is Unknown, in:\nJournal of Political Economy 82 (4), 1974, 689-711.\nEmpirische Beiträge: vgl. u.a. JOHN PRATT/DAVID W ISE/RICHARD ZECKHAUSER, Price Differences in Almost Competitive Markets, in: The Quarterly Journal of Economics 93 (2), 1979, 189-211; JEFFREY R.\nBROWN/AUSTAN GOOLSBEE Does the Internet Make Markets More Competitive? Evidence from the Life\nInsurance Industry, in: Journal of Political Economy 110 (3), 2002, 481-507; FABIO\nANCARANI/VENKATESH SHANKAR, Price Levels and Price Dispersion Within and Across Multiple Retailer\nTypes: Further Evidence and Extensions, in: Journal of the Academy of Marketing Science 32 (2),\n2004, 176-187.\n123\nVgl. HAL R. VARIAN, Intermediate Economics – A Modern Approach, New York 2003.\n124\nVgl. u.a. ROLAND BENABOU/ROBERT GERTNER, Search with Learning from Prices: Does Increased\nInflationary Uncertainty Lead to Higher Markups?, in: Review of Economic Studies 60 (1), 1993, 69-\n94; MATTHEW LEWIS/HOWARD MARVEL, When Do Consumers Search?, in: Journal of Industrial Economics 59 (3), 2011, 457-483; LUIS CABRAL/ARTHUR FISHMAN, Business as Usual: A Consumer Search\nTheory of Sticky Prices and Asymmetric Price Adjustment, in: International Journal of Industrial Organization 30, 2012, 371-376.\n125\nEin „Preisnachlass“ auf dem Basispreis lohnt sich nur, wenn mit einem solchen genügend zusätzliche Nachfrage generiert werden kann. Da die Marktgegenseite jedoch gar nicht erst nach günstigeren\nAngeboten sucht, kann mittels einer Preissenkung keine (oder nur wenig) zusätzliche Nachfrage generiert werden. Ein „Preisnachlass“ lohnt sich – im Gegensatz zu einem Umfeld mit vollständig informierten Agenten (vgl. Rz 240 f.) – nicht. Zu erwähnen ist, dass unter diesen Umständen keine Über-\n\n"}