{"Signatur": "CH_WBK_001", "Spider": "CH_WEKO", "Datum": "2012-12-10", "PDF": {"Datei": "CH_WEKO/CH_WBK_001_Abrede-im-Speditions_2012-12-10.pdf", "URL": "https://www.weko.admin.ch/dam/weko/de/dokumente/2013/04/spedition_verfuegung.pdf.download.pdf/spedition_verfuegung.pdf", "Checksum": "75f18e98ef07c1b5f8b1cd8eb24643f6"}, "Scrapedate": "2026-02-13", "Num": ["Abrede im Speditionsbereich"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Wettbewerbskommission 10.12.2012 Abrede im Speditionsbereich"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Wettbewerbskommission 10.12.2012 Abrede im Speditionsbereich"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Wettbewerbskommission 10.12.2012 Abrede im Speditionsbereich"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Wettbewerbskommission "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Wettbewerbskommission "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Wettbewerbskommission "}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Abrede im Speditionsbereich"}], "ScrapyJob": "446973/67/1907", "Zeit UTC": "13.02.2026 03:13:13", "Checksum": "2d8c5c5cb297af43c3b8937a69c7ee50", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Wettbewerbskommission 10.12.2012 Abrede im Speditionsbereich\nRegeste:\nAbrede im Speditionsbereich\n\n22/2009/03287/COO.2101.111.5.266529 64\nden gleichen Preis zu bezahlen hätte wie unter Wettbewerbsbedingungen, wäre das Ausmass an (Rest-) Wettbewerb ausreichend, um die Auswirkungen der Abrede im Markt zu\neliminieren.\n242. In casu scheint die zuvor beschriebene Dynamik unwahrscheinlich, da das Ziel der\nGesamtabrede und der damit verbundenen Empfehlungen zunächst darin bestand, die Akzeptanz von neuen Gebühren und Zuschlägen im Markt sicherzustellen. Diese Akzeptanz\nsollte durch ein branchenumfassendes und einheitliches Vorgehen sämtlicher Spediteure\nund mittels entsprechender Kommunikation erreicht werden (vgl. Rz 188). War eine Gebühr\n(ein Zuschlag) einmal akzeptiert, hat sich für die Unternehmen der Wettbewerbsdruck (und\ndamit der Druck für alternative Preissenkungen – Senkung des Basispreises) generell abgeschwächt, was der Branche durchaus bewusst war. Nachfolgend wird dieser Mechanismus\nzunächst anhand von konkreten Aussagen und Dokumenten belegt. Theoretische Überlegungen und eine Einbettung in die ökonomische Literatur folgen ab Rz 248.\n243. Konkret konnte bereits gezeigt werden, dass bei der Einführung einer neuen Gebühr\n(eines neuen Zuschlags) jeweils Wert auf ein branchenumfassendes, einheitliches Vorgehen\ngelegt wurde. So konnte z.B. mit Hilfe der Zirkulare, welche vor der Einführung einer neuen\nGebühr (eines neuen Zuschlags) an die Mitglieder von Spedlogswiss versendeten wurden\n(vgl. u.a. Rz 103, 154 und 163), insbesondere Name, Höhe sowie Einführungsdatum einer\nGebühr (eines Zuschlags) branchenweit aufeinander abgestimmt werden.\n244. Dass auch Wert auf eine einheitliche und konsistente – und damit gegenüber dem\nKunden widerspruchsfreie und glaubhafte – Kommunikation gelegt wurde, womit schliesslich\ndie Akzeptanz gesteigert werden konnte, zeigen exemplarisch folgende Beispiele:\nIn den Zirkularen betreffend die Einführung der SFA und SCF wurden neben dem Namen,\ndem Einführungsdatum und der Höhe zusätzlich eine Reihe von Begründungen und Argumenten für die entsprechende Gebühr aufgeführt, mit dem expliziten Hinweis, diese auch für\ndie externe Kommunikation zu verwenden.\n\n• Bezüglich SCF:\n\nAbbildung 49\n\n22/2009/03287/COO.2101.111.5.266529 65\n• Bezüglich der SFA:\n\nAbbildung 50\n\n• Im Zusammenhang mit der Einführung der E-Dec-Gebühr wurde vom Verband ein\nMusterbrief verfasst, welcher von den Luftfrachtspediteuren direkt an die Kundschaft\nweitergeleitet werden sollte:\n\nAbbildung 51\n\n245. Dass die Unternehmen die Aufforderungen des Verbandes berücksichtigt und entsprechend kommuniziert haben, zeigen verschiedene Beispiele. So hat z.B. [Luftfrachtspediteurin] im April 2007 im Zusammenhang mit der Einführung der SFA eine Zusammenfassung\ndes Schreibens von Spedlogswiss im Internet veröffentlicht und explizit auf das Zirkular von\nSpedlogswiss verwiesen: „Weitere Informationen zur Security Fee Agent (SFA) entnehmen\nSie bitte dem beigelegten offiziellen Schreiben von Spedlogswiss: […].“Analog hat [eine Luftfrachtspediteurin] in ihrem Newsletter vom März 2007 informiert: „Aufgrund der erhöhten Sicherheitsanforderungen und der damit verbundenen Mehrkosten erheben die Handling\nAgenten neu eine Sicherheitsgebühr (Security Fee Agent). Details dazu entnehmen Sie bitte\nbeiliegendem Zirkular des Spedlogswiss.“\n246. Der Branche war bewusst, dass mittels dieses Vorgehens und entsprechender Kommunikation eine bessere Akzeptanz von Gebühren (Zuschlägen) und damit eine generelle\nAbschwächung des Wettbewerbs erreicht werden konnte:\n„Wie an der letzten Sitzung des Fachausschusses vom 25.10.05 erwähnt, hat der Fachbereich Air die Einführung der ‚Surcharge Collection Fee‘ (SCF) per 1.11.05 im Markt\neingeführt. Die Akzeptanz ist gut. Allerdings haben zu Beginn leider noch nicht alle Regionen die SCF eingeführt. Nach Gesprächen aus den Reihen des Vorstands mit den\nbetroffenen Regionen hat sich das Bild nun aber vereinheitlicht, indem die Luftfrachtspediteure in der Schweiz die SCF verlangen.“\n„Die Preisspirale nach unten wird zur Todesspirale. In einer Phase, wo derartig hohe\nKostensteigerungen akzeptiert werden müssen, die Preise zu belassen oder gar zu senken, ist nicht nur dumm, sondern auch äusserst gefährlich. Die Geschäftsleitungen sind\naufgefordert ihre Verkaufs- und Speditionsabteilungen entsprechend zu instruieren und\nzu schulen und ihre Kunden bereits jetzt auf zu erwartende Preissteigerungen auf den 1.\n\n22/2009/03287/COO.2101.111.5.266529 66\nJanuar 2005 vorzubereiten („wir bitten Sie, für Ihre Budget 2005 eine durchschnittliche\nErhöhung der Transportkosten von ca. X bis Y % einzurechnen“).“\n\n„Die Akzeptanz [der SFA] im Markt von Deinen Mitgliedern [die Mitglieder des Swiss\nShippers‘ Council 115] war fantastisch weil es gut begründet war und auch den Tatsachen\nentspricht.“\n\n"}