{"Signatur": "CH_WBK_001", "Spider": "CH_WEKO", "Datum": "2012-12-10", "PDF": {"Datei": "CH_WEKO/CH_WBK_001_Abrede-im-Speditions_2012-12-10.pdf", "URL": "https://www.weko.admin.ch/dam/weko/de/dokumente/2013/04/spedition_verfuegung.pdf.download.pdf/spedition_verfuegung.pdf", "Checksum": "75f18e98ef07c1b5f8b1cd8eb24643f6"}, "Scrapedate": "2026-02-13", "Num": ["Abrede im Speditionsbereich"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Wettbewerbskommission 10.12.2012 Abrede im Speditionsbereich"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Wettbewerbskommission 10.12.2012 Abrede im Speditionsbereich"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Wettbewerbskommission 10.12.2012 Abrede im Speditionsbereich"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Wettbewerbskommission "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Wettbewerbskommission "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Wettbewerbskommission "}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Abrede im Speditionsbereich"}], "ScrapyJob": "446973/67/1907", "Zeit UTC": "13.02.2026 03:13:13", "Checksum": "2d8c5c5cb297af43c3b8937a69c7ee50", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Wettbewerbskommission 10.12.2012 Abrede im Speditionsbereich\nRegeste:\nAbrede im Speditionsbereich\n\n121. Bei der FIATA handelt es sich um die Internationale Föderation der Spediteurorganisationen (Fédération Internationale des Associations de Transitaires et Assimilés) mit Sitz in\nGlattbrugg, welche als Dachorganisation fast 40‘000 Speditions- und Logistikfirmen weltweit\nvertritt. Zu den Hauptzielen der FIATA gehören die Vertretung, Förderung und Schutz der Interessen der Speditionsbranche, beispielsweise durch Teilnahme als Berater oder Sachverständige an Treffen internationaler Gremien (z.B. bei der WTO). 63 Bei der IATA (International\nAir Transport Association) handelt es sich um das Pendant der Luftfahrtgesellschaften zur\nFIATA. Über 240 Luftfahrtgesellschaften (Passagier- und Luftfrachtverkehr) aus 118 Ländern\nsind IATA-Mitglieder. Die IATA soll die sichere, regelmässige und kostengünstige Beförderung auf dem Luftweg fördern. Seit mehr als 60 Jahren legt die IATA die Standards der Flugbranche fest. 64\n122. Mit Schreiben vom 28. Juli 2004 hat Spedlogswiss folgende Forderung bei der FIATA\ndeponiert:\n\n61\nJahresbericht Spedlogswiss 2003, 19 abrufbar auf www.spedlogswiss.ch > Informationen > Periodische Publikationen > 2003 Jahresbericht (03.08.12).\n62\nJahresbericht Spedlogswiss 2004, 22 (vgl. Fn 61).\n63\nVgl. für weitere Informationen bezüglich der FIATA: www.fiata.com (03.08.12).\n64\nVgl. für weitere Informationen bezüglich der IATA: www.iata.org (03.08.12).\n\n22/2009/03287/COO.2101.111.5.266529 34\nAbbildung 20\n\n123. Am 10. August 2004 leitete FIATA die Forderung von Spedlogswiss per E-Mail an verschiedene Empfänger weiter, einschliesslich FFI, JAFA (Japanischer Speditionsverband),\nBIFA (Britischer Speditionsverband), SNAGFA (Französischer Speditionsverband) und\nCLECAT (Europäischer Dachverband, Comité de Liaison Européen des Commissionaires et\nAuxiliaires de Transport du Marché Commun). Das E-Mail endet mit der Aufforderung, die\nschweizerische Initiative zum Wohle aller zu unterstützten.\n124. Am 7. September 2004 beschloss das Airfreight Committee des FFI anlässlich eines\nMeetings in Montreal, dass die Initiativen der FIATA und von nationalen Speditionsverbänden unterstützt werden sollten (“It was also agreed that FFI would support the initiatives of\nthe national forwarders associations In this direction, such as those taken by the Swiss”),\ndass aber die FFI die Angelegenheit selber nicht weiterverfolgen würde.\n125. Am 26. Mai 2005 wandte sich Spedlogswiss mit einem Schreiben an alle Airlines, welche dem CASS Schweiz (Cargo Account Settlement System) angeschlossen waren, und\nforderte eine Kommission auf den Surcharges von 6 %. Im Schreiben wurde angegeben, die\nImplementierung sei für den 1. Juli 2005 vorgesehen.\n126. Am 31. Mai 2005 teilte die FIATA in einem Schreiben mit, dass sie ihre Bemühungen,\neine Kommissionierung mit der IATA zu vereinbaren, abgebrochen hatte. Dies ergibt sich\naus folgendem Auszug dieses Schreibens, in welchem insbesondere auch auf das Kartellrecht hingewiesen wird: 65\n\nAbbildung 21\n\n65\nDem Schreiben ist neben dem in Rz 123 erwähnten Schreiben von Spedlogswiss an die Airlines ein\nSchreiben des italienischen Speditionsverbandes ANAMA beigelegt, welcher eine Kommission von\n5 % auf den Surcharges fordert.\n\n22/2009/03287/COO.2101.111.5.266529 35\n127. Der Widerstand der Airlines gegen eine Kommissionierung geht auch aus folgendem\n[Luftfrachtspediteurin]-internen Mail des Head of Airfreight [Name] vom 26. April 2005 hervor:\n\nAbbildung 22\n\n128. Schliesslich beschloss Spedlogswiss einen anderen Weg zu gehen. Am 29. August\n2005 fand ein Treffen diverser Mitglieder des Fachbereichs Air von Spedlogswiss statt, in\nwelchem zwei der grossen Spediteure ([Luftfrachtspediteurin] und [Luftfrachtspediteurin])\nvertreten waren. Über die Besprechung wurde kein Protokoll geführt, da es sich nach Angabe eines Teilnehmers ([Name], [Luftfrachtspediteurin]) um ein „spontanes Treffen“ gehandelt\nhabe. Da die Versuche, die Fluggesellschaften zur Zahlung einer Kommission zu bewegen\nfehlgeschlagen seien, wurde bei dieser Besprechung eine Surcharge Collection Fee (SCF)\nvon 3 % und ein Mindestbetrag von CHF 15.-- pro Lieferung beschlossen, die gemäss einem\nTeilnehmer ([Name], [Luftfrachtspediteurin]) „auf gegenseitigem Einverständnis beruhte und\n‚alle Teilnehmer für fair‘ erachteten“. Ein Entwurf für ein Rundschreiben betreffend SCF wurde am 26. September 2005 an alle Mitglieder des Fachbereichs Air versendet. Am 30. September 2005 gab Spedlogswiss das folgende, definitive Rundschreiben an seine Mitglieder\nheraus:\n\nAbbildung 23\n\n129. Hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang das Bestreben einer gemeinsamen\nKommunikation nach aussen, um die Akzeptanz der Gebühr zu erhöhen. Dem Zirkular wurde ein Argumentarium beigelegt, damit die Kunden von der Notwendigkeit der SCF überzeugt werden können.\n\n130. Spedlogswiss stellte das Zirkular auch der FIATA zu, welche es an die FFI weiterleitete. Auf Stufe FFI wurde das Vorgehen von Spedlogswiss als nicht sinnvoll erachtet. Nach\nAuffassung der FFI sollten die Kosten durch die Airlines und nicht durch die Kunden übernommen werden.\n\n"}