{"Signatur": "CH_WBK_001", "Spider": "CH_WEKO", "Datum": "2012-12-10", "PDF": {"Datei": "CH_WEKO/CH_WBK_001_Abrede-im-Speditions_2012-12-10.pdf", "URL": "https://www.weko.admin.ch/dam/weko/de/dokumente/2013/04/spedition_verfuegung.pdf.download.pdf/spedition_verfuegung.pdf", "Checksum": "75f18e98ef07c1b5f8b1cd8eb24643f6"}, "Scrapedate": "2026-02-13", "Num": ["Abrede im Speditionsbereich"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Wettbewerbskommission 10.12.2012 Abrede im Speditionsbereich"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Wettbewerbskommission 10.12.2012 Abrede im Speditionsbereich"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Wettbewerbskommission 10.12.2012 Abrede im Speditionsbereich"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Wettbewerbskommission "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Wettbewerbskommission "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Wettbewerbskommission "}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Abrede im Speditionsbereich"}], "ScrapyJob": "446973/67/1907", "Zeit UTC": "13.02.2026 03:13:13", "Checksum": "2d8c5c5cb297af43c3b8937a69c7ee50", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Wettbewerbskommission 10.12.2012 Abrede im Speditionsbereich\nRegeste:\nAbrede im Speditionsbereich\n\n2. Koordination der Luftfrachtspediteure hinsichtlich AAMS\n82. Im Zusammenhang mit der Einführung von AAMS gab es auf internationaler Ebene eine Reihe von Kontakten zwischen Luftfrachtspediteuren. Diese Kontakte fanden sowohl im\nRahmen von Fachverbänden als auch unabhängig von der Beteiligung von Fachverbänden\nstatt. An diesen Kontakten – die v.a. in den Jahren 2003 und 2004 stattgefunden haben –\nwaren alle wichtigen Luftfrachtspediteure beteiligt. Die Gespräche wurden ausgelöst durch\ndie Besorgnis hinsichtlich der durch AAMS verursachten Kosten sowie technische Fragen\n(Erfüllbarkeit der Voraussetzungen).\n\na. Koordination im Rahmen des FFE/FFI\n\n83. In Anbetracht der Komplexität der Probleme beschlossen die Luftfrachtspediteure,\ndass die Gespräche über den internationalen Verband FFE/FFI laufen sollten. Der Verband\n„Freight Forwarder Europe“ (FFE) wurde 1994 mit dem Ziel gegründet, die Geschäftsinteressen der grossen Speditionsunternehmen in Europa zu vertreten. Alle Verfahrensadressaten\nwaren Mitglieder dieses Verbandes. Angesichts der globalen Geschäftstätigkeit der Speditionsunternehmen wurde im Jahr 2004 beschlossen, dass sich der Verband nicht nur den europäischen, sondern den weltweiten Aktivitäten seiner Mitglieder widmen sollte. Dementsprechend wurde der Verband in „Freight Forward International“ umbenannt.\n\n84. Von Anfang 2003 an wurden verschiedene Themen im Zusammenhang mit der Implementierung von AAMS im „Airfreight Committee“ und einer von diesem ins Leben gerufenen\nAAMS-Arbeitsgruppe besprochen. Unter anderem wurde ein gemeinsames Vorgehen gegen\n\n57\nVgl. http://www.cbp.gov/xp/cgov/trade/automated/automated_systems/ams/ (26.06.2012); Airfreight\nGlossary von Kühne + Nagel (http://www.kn-portal.com/fileadmin/user_upload/documents/airfreight/\ndocuments/Airfreight_Glossary_of_Terms.pdf [26.06.2012]). Dies zur Abgrenzung zu dem im Bereich\nder Seefracht bereits seit dem Jahr 2003 verwendeten „Sea Automated Manifest System“ (Sea-AMS).\n\n22/2009/03287/COO.2101.111.5.266529 23\ndie Erhebung einer Gebühr durch die Frachtführer vereinbart sowie eine Einigung betreffend\ndie Weiterverrechnung an die Kunden in der Form einer AAMS-Gebühr erreicht. Sämtliche\nVerfahrensadressaten verfügten über Vertreter im Airfreight Committee.\n85. Im Rahmen eines internen Interviews erklärte [Name], der damalige Head of Airfreight\nbei [Luftfrachtspediteurin], dass es eine allgemeine Übereinkunft zwischen den Air Freight\nHeads innerhalb des FFE Air Freight Committees gab, dass im Zeitpunkt der Einführung des\nAMS-Systems im Jahr 2004 eine gewisse Minimumbandbreite für die AMS-Gebühr angewendet werden sollte. [Name] konnte sich daran erinnern, dass dieses Übereinkommen an\ndie jeweiligen „Country Air Freight Heads“in den verschiedenen Gesellschaften als Leitlinien\nzur Festsetzung ihrer lokalen AMS-Gebühren kommuniziert wurde. Er glaubt, dass diese\nGebühr in einer Vielzahl von Ländern zudem auch von den Wettbewerbern auf lokaler Ebene\ndiskutiert und in Übereinstimmung mit der allgemeinen Leitlinie vereinbart wurde. Diese Zusammenfassung des Verhaltens lässt sich durch zahlreiche Dokumente belegen:\n86. Ein erstes Mal wurde die AAMS-Gebühr im Protokoll des Meetings des FFE Airfreight\nCommittee vom 19. März 2003 in London erwähnt. Die Luftfrachtspediteure kamen in diesem\nMeeting zu folgenden Ergebnissen:\n\nAbbildung 2\n\n87. Aus dieser Passage geht hervor, dass sich die Luftfrachtspediteure darauf geeinigt haben, dass ein Zuschlag zur Deckung der Kosten für die Implementierung der AAMS erhoben\nwerden soll und dass dieser Zuschlag nicht als Wettbewerbsinstrument verwendet werden\nsollte.\n88. Ein weiteres Treffen des FFI Airfreight Committee fand am 24. März 2004 in Basel\nstatt. Dem Protokoll dieses Treffens lassen sich keine Informationen hinsichtlich der AAMS-\nGebühr entnehmen. Das nachfolgende [Luftfrachtspediteurin]-interne Mail vom 6. April 2004\nvom Head of Airfreight [Name], welcher an diesem Treffen teilgenommen hatte, gibt Auskunft\nweshalb:\n\nAbbildung 3\n\n89. Das Mail bestätigt, dass anlässlich des Treffens sehr wohl über die AMS-Fee gesprochen und ein Konsens über die Belastung der Kunden mit einer AAMS-Fee gefunden wurde.\nDas Mail zeigt aber insbesondere auch auf, dass sich die Teilnehmer dieses Meetings\ndurchaus bewusst waren, dass sie sich nicht über Preise austauschen sollten, und daher\ndiese Ergebnisse absichtlich nicht ins Protokoll aufgenommen haben.\n\n22/2009/03287/COO.2101.111.5.266529 24\n90. Am FFE CEO-Meeting vom 5. Mai 2004 wurde hinsichtlich AAMS-Fee Folgendes im\nProtokoll festgehalten:\n\nAbbildung 4\n\n91. Dieser Auszug belegt, dass bei den Luftfrachtspediteuren erstens auf CEO-Stufe Konsens darüber bestand, dass gemeinsam gegenüber den von den Frachtführern erhobenen\nKosten vorgegangen werden sollte und zweitens, dass der gemeinsame Entschluss durch\nein individuelles Kommunizieren der Luftfrachtspediteure verschleiert werden sollte.\n\n92. Am 19. August 2004 fand eine Telefonkonferenz des FFI Airfreight Committees sowie\nder AAMS Task Force statt. Dabei informierten sich die die Luftfrachtspediteure gegenseitig\nüber die von ihnen geplanten AAMS-Gebühren. Das Protokoll dieser Telefonkonferenz wurde den Teilnehmern am 23. August 2004 per E-Mail zugestellt und enthielt unter anderem\nfolgende Passage:\n\nAbbildung 5\n\n"}