{"Signatur": "CH_WBK_001", "Spider": "CH_WEKO", "Datum": "2011-10-31", "PDF": {"Datei": "CH_WEKO/CH_WBK_001_ASCOPA_2011-10-31.pdf", "URL": "https://www.weko.admin.ch/dam/weko/de/dokumente/2012/01/ascopa_verfuegung.pdf.download.pdf/ascopa_verfuegung.pdf", "Checksum": "b5cec4f6e62adb3bf19bbec35d68200a"}, "Scrapedate": "2026-02-13", "Num": ["ASCOPA"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Wettbewerbskommission 31.10.2011 ASCOPA"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Wettbewerbskommission 31.10.2011 ASCOPA"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Wettbewerbskommission 31.10.2011 ASCOPA"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Wettbewerbskommission "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Wettbewerbskommission "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Wettbewerbskommission "}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "ASCOPA"}], "ScrapyJob": "446973/67/1907", "Zeit UTC": "13.02.2026 03:13:14", "Checksum": "3448f4f0bbfdcabcc52c68b7cf038a80", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Wettbewerbskommission 31.10.2011 ASCOPA\nRegeste:\nASCOPA\n\n747. Die Hersteller und Distributoren blenden ferner den Umstand aus, dass sie sehr starke\nMarken im Portfolio halten. Das Renommee der erwähnten Unternehmen bzw. deren Marken\nsind notorisch und braucht nicht näher bewiesen zu werden. Die Retailer in der Schweiz haben daher ein grosses Interesse, diese Marken in ihr Sortiment aufzunehmen. Viele Konsumenten erwarten im Fachgeschäft ein umfassendes Sortiment vorzufinden. Wie die Gespräche mit Import bestätigt haben, ist es selbst für einen starken Marktteilnehmer zentral, die\nrenommiertesten Marken im Sortiment zu führen.648 Daraus ist gleichzeitig ersichtlich, dass\nes für die Beurteilung der Verhandlungsmacht keine entscheidende Rolle spielt, ob ein Unternehmen eine starke Marke selbst herstellt oder nur vertreibt.\n\n748. Die Verhandlungsposition der Hersteller wird zusätzlich durch ihre internationale Tätigkeit gestärkt. Sie bieten auf verschiedenen Märkten an, wobei die Schweiz am Gesamtumsatz eine vergleichsweise kleine Rolle spielt.649\n\n749. Gleichzeitig fügen die Parteien zu Recht an, dass auch gewisse Retailer eine bedeutende Verhandlungsstellung haben. Zentral ist die Marktstellung im jeweiligen Markt bzw. die\nnachgefragte Menge. So ist davon auszugehen, dass insbesondere Import als rein nationaler\nAbnehmer, aufgrund seiner Marktstellung ein bedeutender Handelspartner ist. Die Verhandlungsposition von Marionnaud und Douglas wird ergänzend zu ihren Marktanteilen, durch\nden Umstand gestärkt, dass die Unternehmen international tätig sind. Im Unterschied dazu\nsind vor allem Unternehmen wie Globus, Sun Store, Amavita und Beauty Alliance aufgrund\n\n648\nAct. 562, Frage 10.\n649\nVgl. Studie von Global Insight, Act. 442, Beilage 8, 4.\n\n22/2009/02903/COO.2101.111.5.159965 162\nihrer Marktgrösse und rein nationalen Ausrichtung gegenüber den grössten internationalen\nUnternehmen im Nachteil. Dieser Umstand ist bereits aus den verschiedenen Rabattkonditionen ersichtlich, welche ein differenziertes Bild aufzeigen.650 Dies kann ein Indiz für eine gewisse Verhandlungsmacht der Händler sein. Hingegen war die Verhandlungsposition der\nMarktgegenseite insgesamt nicht genügend stark, um die Kollusion gegenüber sämtlichen\nHändlern zu destabilisieren.\n\n750. Aus der Gesamtbetrachtung der Grösse der Marktteilnehmer, lassen sich demnach\nweder Indizien für eine eindeutig überwiegende Verhandlungsmacht der Hersteller noch der\nRetailer gewinnen.\n\n751. Wie aufgeführt, bringen die Parteien vor, die Nachfrage sei konzentriert, weshalb diese\nüber grosse Verhandlungsmacht verfüge. Diese Einschätzung ist aus ökonomischer Sicht\nunzutreffend. Nachfragemacht ist nicht per se gegeben, wenn die Nachfrage konzentriert ist.\nVielmehr ist entscheidend, ob der Nachfrager in der Lage ist, Versuche der Anbieter die\nPreise zu erhöhen, entgegenzuwirken.651 Wie bereits aufgezeigt, sind die Bruttopreise der\nBestseller-Produkte zwischen 2004-2008 konstant und in erheblichem Masse angestiegen,\nwas zeigt, dass die Retailer gerade nicht dazu in der Lage waren.\n\n752. Abgesehen davon trifft es nicht zu, dass die Nachfrage stark konzentriert ist. Dies lässt\nsich bereits aus der obigen Gegenüberstellung der Hersteller/Distributoren und den Händlern\nersehen. Folgt man darüber hinaus der Darstellung der Marktanteile der von Puig eingereichten Studie für den Parfümmarkt verteilen sich die Marktanteile folgendermassen: Import\n27%, Marionnaud 17%, Manor 14%, Sun Store 7%, Beauty Alliance 6%, Globus 5% und\nDouglas 5%. Das ergibt einen Herfindahl-Hirschmann-Index (HHI) von 1349. Die europäische Kommission betrachtet bei der Fusionskontrolle einen HHI zwischen 1000-2000 als unbedenklich, wenn durch die Fusion der Deltawert durch die Fusion (Differenz HHI vor und\nnach Fusion) unter 250 liegt.652 Mit anderen Worten deutet ein HHI in der Höhe von 1349\nnicht auf eine besonders hohe Marktkonzentration hin.653\n753. Schliesslich darf auch bei der Betrachtung der Verhandlungsmacht nicht übersehen\nwerden, dass diese von Verhandlungspunkt zu Verhandlungspunkt variieren kann. Gegenstand der Verhandlungen zwischen den ASCOPA-Mitgliedern und den Händlern waren\nunter anderem die Produktplatzierung im Laden, die Ausbildung und Entlöhnung der VerkäuferInnen, die Werbeanstrengungen, die zu verkaufenden Mengen um einen Jahresendvergütung zu erlangen, die generellen Rabatte auf den eingekauften Waren. Nicht Verhandlungsgegenstand waren hingegen die Bruttopreislisten (gemäss Douglas, Globus, Import,\nMarionnaud).654 Daraus ist ersichtlich, dass ein Händler in Bezug auf gewisse Verhandlungspunkte, wie z.B. die Produktplatzierung oder Gestaltung der Verkaufsfläche, durchaus eine\nstarke Verhandlungsposition inne haben konnte, während er in Bezug die Preise nicht die\ngleiche Stärke ausspielen konnte.\n\n754. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass sowohl die Hersteller/Distributoren\nals auch die Händler zumindest teilweise über Verhandlungsmacht verfügen. Aus der Unternehmensgrösse der Marktteilnehmer lässt sich nichts ableiten, das auf die stärkere Stellung\nder einen oder anderen Seite hindeutet. Die Marktanteile der Retailer stehen den weltweit\nstarken Marken im Portfolio der Hersteller/Distributoren gegenüber. Fest steht, dass die Re-\n\n"}