{"Signatur": "CH_WBK_001", "Spider": "CH_WEKO", "Datum": "2011-10-31", "PDF": {"Datei": "CH_WEKO/CH_WBK_001_ASCOPA_2011-10-31.pdf", "URL": "https://www.weko.admin.ch/dam/weko/de/dokumente/2012/01/ascopa_verfuegung.pdf.download.pdf/ascopa_verfuegung.pdf", "Checksum": "b5cec4f6e62adb3bf19bbec35d68200a"}, "Scrapedate": "2026-02-13", "Num": ["ASCOPA"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Wettbewerbskommission 31.10.2011 ASCOPA"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Wettbewerbskommission 31.10.2011 ASCOPA"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Wettbewerbskommission 31.10.2011 ASCOPA"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Wettbewerbskommission "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Wettbewerbskommission "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Wettbewerbskommission "}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "ASCOPA"}], "ScrapyJob": "446973/67/1907", "Zeit UTC": "13.02.2026 03:13:14", "Checksum": "3448f4f0bbfdcabcc52c68b7cf038a80", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Wettbewerbskommission 31.10.2011 ASCOPA\nRegeste:\nASCOPA\n\n707. L’Oréal/YSL meinen, das Sekretariat berechne das arithmetische Mittel der Marktanteilsveränderungen und basiere seine Ausführungen darauf. Das Sekretariat müsse das geometrische Mittel berechnen, um die Marktanteilsveränderungen aufzuzeigen. Zwischen\n2004-2007 ergebe sich für L’Oréal ein geometrisches Mittel von 1.32% und für YSL von\n5.71%. Solche Marktanteilsverschiebungen seien nicht unbedeutend.\n708. Estée Lauder glaubt, das Sekretariat verschleiere mit der Produktkategorisierung, dass\ndie Marktanteile volatil seien. Ein von ihr erstelltes Gutachten zeige die effektiven Marktentwicklungen besser auf.\n709. Coty vergleicht für die Periode 2004-2008 die Marktanteilsentwicklungen des Kosme-\ntik- und Parfümeriemarktes mit dem Automobilmarkt und dem Markt für Camcorder und Kameras. Beide Märkte seien sehr kompetitiv und zeichneten sich durch ähnliche Marktanteilsentwicklungen wie die vorliegenden Märkte aus. Daher könne das Sekretariat nicht ableiten,\nder Informationsaustausch habe die Marktanteile beeinflusst und zu einer Einschränkung\ndes Wettbewerbs geführt. Coty leitet im Gegensatz zum Sekretariat aus den Marktanteilsentwicklungen ab, der Wettbewerb in den relevanten Märkten sei wirksam.\n\n710. Schliesslich erklären Clarins, Coty und Deurocos sinngemäss, der Druck des Massmarket auf die Abredeteilnehmer sei genügend gross gewesen, um für Aussenwettbewerb\nzu sorgen.\n\n− Würdigung der Parteivorbringen\n711. Die Aussage, Bulgari sei vor 2008 in der Schweiz nur auf dem Parfummarkt tätig gewesen, entspricht nicht den Tatsachen. Aus den Umsatzdaten, die Bulgari ASCOPA geliefert\nhat, ist ersichtlich, dass Bulgari zwischen 2004 und 2008 ihre Umsätze nicht nur für Herrenund Damendüfte, sondern auch für Pflegeprodukte, „non frag lines“ und „other Products“ geliefert hat.603 Bulgari lieferte also Umsatzzahlen zu fünf der sechs Produktkategorien, die im\nRahmen von ASCOPA ausgetauscht wurden. Alleine schon daher sind die Vorbringen von\nBulgari zurückzuweisen. Mit Bezug auf die Richtigkeit der Umsatzdaten, die den Wettbewerbsbehörden vorliegen, ist folgendes anzufügen: Die Behörden verfügen nebst den oben\n\n602\nAct. 1, 5.\n603\nAct. 486.2-486.175.\n\n22/2009/02903/COO.2101.111.5.159965 153\nerwähnten Zahlen von ASCOPA über die Antworten von Bulgari und den übrigen ASCOPA-\nMitgliedern auf Frage 5 des Fragebogens vom 6. April 2009. Den Behörden liegen folglich\ndie Umsatzdaten in zweifacher Ausführung vor, wobei die Angaben direkt von Bulgari und\nden übrigen ASCOPA-Mitgliedern stammen. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass sich\ndie WEKO auf diese Daten abstützt. Weshalb die Angaben von European Forecast genauer\nsein sollten, legt Bulgari nicht dar.\n\n712. Folgt man dem Anliegen von Bulgari und betrachtet lediglich die Umsätze, welche Bulgari mit Parfums erzielt hat, ergeben sich die folgenden in Abbildung 32 festgehaltenen\nMarktanteilsverschiebungen:\n\nAbbildung 32\n\n2004 2005 2006 2007\n\nMens & Womens Fragrances Bulgari Parfums SA […] […] […] […]\n\nQuelle: Act. 486.2-486.175\n\n713. Daraus ist ersichtlich, dass sich die Marktanteile bei den Düften innert vier Jahren um\n[…] Prozentpunkte verändert haben. Zieht man darüber hinaus die von Bulgari zitierten Zahlen von European Forecast heran, ergibt sich eine Differenz zwischen 2003 und 2008 von\n[…] Prozentunkten. Diese Entwicklungen vermögen nicht aufzuzeigen, dass sich Bulgaris\nMarktanteilsveränderungen von den übrigen ASCOPA-Mitgliedern merklich unterscheiden.\nVielmehr bestätigen sie den allgemeinen Trend und die Feststellungen der WEKO, wonach\nsich die Marktanteile auf dem Gesamtmarkt für Kosmetikprodukte kaum verändert hätten.\n\n714. Clarins, Prairie/Juvena und Puig bringen zu Unrecht vor, bei der Analyse der Marktanteilsveränderungen sei auf die Unternehmenssicht abzustellen. Daraus sei der funktionierende Wettbewerb ersichtlich. Marktanteilsveränderungen mögen aus Unternehmenssicht prozentual bedeutend erscheinen. So macht beispielsweise eine Umsatzsteigerung von CHF\n100‘000 im Jahr x auf CHF 150‘000 im Jahr x+1 eine Veränderung von 50% aus. Die Parteien übergehen dabei allerdings, dass gemäss Art. 1 KG die volkswirtschaftliche Perspektive\nausschlaggebend ist, um zu beurteilen, ob eine Abrede den Wettbewerb beschränkt bzw.\nbeseitigt. Volkswirtschaftlich sind Gesamtmarktbetrachtungen relevant und daher die Marktanteilsveränderungen in Bezug auf den Gesamtmarkt ausschlaggebend. Die oben aufgeführten Marktanteilsveränderungen sind im vorliegenden Fall aus volkswirtschaftlicher Sicht geringfügig und sprechen gegen aktuellen Wettbewerb.604 Daran ändert die Anzahl der Marktteilnehmer auf dem relevanten Markt nichts.\n715. Die Parteivorbringen von L’Oréal/YSL zur Berechnung der Marktanteilsveränderungen\nbeziehen sich auf Rz 698 des vorliegenden Antrags. Dazu ist vorab anzumerken, dass das\nSekretariat nicht das arithmetische Mittel der Marktanteilsveränderungen wiedergegeben hat,\nsondern die für die Parteien vorteilhaftere Differenz zwischen den Marktanteilen im Jahr\n2004 und den Anteilen im Jahr 2007. Die Marktanteilsveränderungen, wie sie das Sekretariat\nin Rz 698 aufführt, stellen mit anderen Worten keine Durchschnitte dar. Die Parteivorbringen\nbasieren also auf einer unzutreffenden Annahme.\n\n"}