{"Signatur": "CH_WBK_001", "Spider": "CH_WEKO", "Datum": "2011-10-31", "PDF": {"Datei": "CH_WEKO/CH_WBK_001_ASCOPA_2011-10-31.pdf", "URL": "https://www.weko.admin.ch/dam/weko/de/dokumente/2012/01/ascopa_verfuegung.pdf.download.pdf/ascopa_verfuegung.pdf", "Checksum": "b5cec4f6e62adb3bf19bbec35d68200a"}, "Scrapedate": "2026-02-13", "Num": ["ASCOPA"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Wettbewerbskommission 31.10.2011 ASCOPA"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Wettbewerbskommission 31.10.2011 ASCOPA"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Wettbewerbskommission 31.10.2011 ASCOPA"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Wettbewerbskommission "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Wettbewerbskommission "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Wettbewerbskommission "}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "ASCOPA"}], "ScrapyJob": "446973/67/1907", "Zeit UTC": "13.02.2026 03:13:14", "Checksum": "3448f4f0bbfdcabcc52c68b7cf038a80", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Wettbewerbskommission 31.10.2011 ASCOPA\nRegeste:\nASCOPA\n\n608. Richemont, PC Parfums und Dior bringen vor, der Einfluss der Bruttopreiserhöhungen\nauf die Endverkaufspreise sei nicht belegt. Dem widerspricht Chanel, indem die Partei vorbringt, der Einfluss der Bruttopreiserhöhungen auf die Nettopreiserhöhungen sei offensichtlich. Allerdings meint Chanel der Einfluss sei irrelevant. Dior, PC Parfums kritisieren es seien\nnur die umsatzstärksten Marken der umsatzstärksten Wettbewerber untersucht worden. Sie\nsehen dies zusammengefasst nicht als genügenden Beweis, für den Einfluss der Bruttopreiserhöhungen auf die Nettopreise an.\n\n609. Richemont, PC Parfums und Dior übersehen mit ihrem Vorbringen den Umstand, dass\ndas Sekretariat die Korrelationskoeffizienten für sämtliche Luxuskosmetik-Produkte im Sortiment von Douglas, Import, Manor und Marionnaud (Rz 521 ff.) berechnet hat. Die Resultate\nwaren eindeutig, im Bereich der Parfums wirken sich 90-97% der Bruttopreisänderungen auf\ndie Verkaufspreise aus, im Bereiche der Make-up-Produkte 93-98% und schliesslich im Bereich der Pflege 94-100%. Der Einfluss wurde also auf sämtliche Produkte dargelegt und\nnicht bloss auf einen bestimmten Produktkreis. Entgegen den Vorbringen von Chanel ist dieser Bezug wichtig, da die Parteien die Bruttopreislisten austauschten. Eine Anpassung der\nBruttopreise wirkte sich direkt auf den Endverkaufspreis aus und war geeignet, den Wettbewerb zu beschränken.\n610. Anhand der umsatzstärksten Marken und Produkte, wurde die Preisentwicklung eines\nwesentlichen Anteils des Marktes aufgezeigt. Damit legte das Sekretariat entgegen den Vorbringen von PC eine Wettbewerbsbeschränkung dar. Es brauchen dabei nicht sämtliche auf\ndem Markt existenten Produkte auf ihre Preisentwicklung untersucht zu werden. Ob die\nWettbewerbsbeschränkung erheblich ist, beurteilt sich zudem nach der Praxis der WEKO\nnicht einseitig aufgrund von quantitativen Kriterien, wie dies die Partei suggeriert, sondern\nerfordert eine Gesamtbetrachtung der quantitativen und qualitativen Kriterien (vgl. B.4.4.5;\nB.4.4.6).\n\n611. Schliesslich kritisiert La Prairie/Juvena die Preisindizes basierten auf Bruttopreisen,\nstatt auf Nettopreisen. Puig meint die tatsächlich vereinbarten Detailhandelspreise und -\nvolumen hätten herbeigezogen werden sollen.\n\n612. Auch hierbei übersehen die Parteien, dass genau zu diesem Zweck eine Analyse der\nKorrelation der Bruttopreise mit den Nettopreisen erfolgte. Womit auch dargelegt ist, dass die\nBruttopreisentwicklung gerade den Nettopreisentwicklungen entspricht.\n\n530\nAct. 426, Beilage 2, 21.\n\n22/2009/02903/COO.2101.111.5.159965 135\n− Verwendete Daten\n613. Wodma beanstandet, das Sekretariat verwende Daten, die ausserhalb der Untersuchungsperiode lägen. Auch Puig bringt vor, die Analyse beziehe sich auf einen Zeitabschnitt,\nin dem der Informationsaustausch nicht mehr praktiziert worden sei. La Prairie/Juvena kritisieren, es seien nur die Mengen des Jahres 2010 herangezogen worden.\n\n614. Die Parteien missverstehen die Berechnungsweise des Laspeyres-Index (vgl. dazu\nAnhang V). Aufgrund der Mengenangaben aus dem Jahre 2010 wird die Preisentwicklung\ndes gleichen Warenkorbes über die verschiedenen Jahre nachgezeichnet. Dadurch, dass die\nMengen und der Warenkorb während der betrachteten Periode die gleichen bleiben, ergibt\nsich eine objektive Betrachtung der Preisentwicklung. Die Betrachtung würde verfälscht,\nwenn die Mengen und der Warenkorb von Jahr zu Jahr variieren würden. Abgesehen davon,\ndass die Berechnung des Laspeyres-Index den anerkannten Methoden der Statistik entspricht, wird die gleiche Formel vom Bundesamt für Statistik zur Berechnung des LIK verwendet.\n\n615. Puig bringt weiter zu Unrecht vor, die Analyse der Preisentwicklungen zeige, dass keine Kollusion bestand. Die Preise hätten sich in unterschiedlicher Höhe zu unterschiedlichen\nZeitpunkten verändert.\n\n616. Um Kollusion, sprich ein nicht auf funktionierendem Wettbewerb bestehendes Marktergebnis, darzulegen, müssen die Wettbewerbsbehörden nicht notwendigerweise eine bestimmte Art von Abrede nachweisen. Wären sämtliche Preise in gleicher Höhe und zum exakt gleichen Zeitpunkt angehoben worden, läge wohl eine Preisabrede vor. Davon geht die\nWEKO aber vorliegend gerade nicht aus. Vielmehr geht sie davon aus, dass die Preisentwicklungen aufgrund des Informationsaustausches wie vorliegend ausgefallen sind. Indem\nsie ein Counterfactual herbeigezogen hat, um aufzuzeigen, wie die Preisentwicklung bei\nfunktionierendem Wettbewerb ausfallen hätten können, hat sie dies auch dargetan.\n617. Puig glaubt schliesslich, es sei nicht glaubwürdig, dass die durchschnittliche Inflationsrate zwischen 2004-2008 bei 0.92% gelegen habe. In der gleichen Zeit habe die Compound\nAnnual Growth Rate bei 0.82% gelegen. Der Schweizer Parfümmarkt realisiere also nicht\neinmal die Inflationsrate.\n\n618. Es steht jeder Partei frei, die Glaubwürdigkeit des Bundesamtes für Statistik in Frage\nzu stellen. Hingegen besteht für die WEKO kein Anlass zu glauben, dessen Angaben zu den\nInflationsraten zwischen 2004-2008 seien falsch. Puig vermag allerdings nicht darzutun,\nworauf sie ihre Behauptungen stützt. Der Vergleich mit dem CAGR scheitert allein schon daher, dass sich der CAGR auf Wachstumsraten (Umsatzvergrösserung) bezieht, während die\nInflationsrate die Preissteigerung innerhalb einer Periode anzeigt. Inwiefern aus dem CAGR\nauf die Inflationsrate in der Schweiz geschlossen werden kann, ist nicht ersichtlich und wird\nvon Puig nicht dargelegt.\n\n619. Puig wirft dem Sekretariat zudem vor, es verfälsche das Bild, indem die Beobachtungsperiode auf die Jahre 2009-2010 ausgedehnt werde und in diesen beiden Jahren niedrige Wachstumsraten in den betreffenden Warenkörben verzeichnet waren.\n\n"}