{"Signatur": "CH_WBK_001", "Spider": "CH_WEKO", "Datum": "2011-10-31", "PDF": {"Datei": "CH_WEKO/CH_WBK_001_ASCOPA_2011-10-31.pdf", "URL": "https://www.weko.admin.ch/dam/weko/de/dokumente/2012/01/ascopa_verfuegung.pdf.download.pdf/ascopa_verfuegung.pdf", "Checksum": "b5cec4f6e62adb3bf19bbec35d68200a"}, "Scrapedate": "2026-02-13", "Num": ["ASCOPA"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Wettbewerbskommission 31.10.2011 ASCOPA"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Wettbewerbskommission 31.10.2011 ASCOPA"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Wettbewerbskommission 31.10.2011 ASCOPA"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Wettbewerbskommission "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Wettbewerbskommission "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Wettbewerbskommission "}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "ASCOPA"}], "ScrapyJob": "446973/67/1907", "Zeit UTC": "13.02.2026 03:13:14", "Checksum": "3448f4f0bbfdcabcc52c68b7cf038a80", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Wettbewerbskommission 31.10.2011 ASCOPA\nRegeste:\nASCOPA\n\n22/2009/02903/COO.2101.111.5.159965 132\nder Partei, würde dies folglich bedeuten, dass die Preise für Luxusgüter nicht einfach generell angestiegen, sondern zumindest zwischen 2008 und 2009 sogar gesunken sind.\n594. Auch die Partei-Vergleiche mit qualitativ hochstehenden Weinen sind verfehlt, zumal\neine Flasche Wein eines bestimmten Jahrganges, der Inbegriff eines knappen Gutes ist, bei\ndem mit wachsendem Alter der Preis steigt. Dieser Preismechanismus ist bei Kosmetikprodukten nicht zu beobachten. Da Kosmetikprodukte über ein Verfallsdatum verfügen, nimmt\nder Preis mit zunehmendem Alter mit Sicherheit nicht zu. Es kann ausgeschlossen werden,\ndass ein durchschnittlicher Konsument eine abgelaufene Feuchtigkeitscrème oder ein fünfzehnjähriges Parfums erstehen würde. Der Preis dürfte also mit zunehmendem Alter tendenziell abnehmen. Abgesehen davon sind die hier betrachteten Güter nicht knapp. Zudem legt\nCoty nicht dar, welche Eigenschaften Wein und Kosmetikprodukte verbinden, so dass eine\nVergleichbarkeit gegeben wäre. Eine solche Verbindung ist nicht ersichtlich. Auch die allenfalls gemeinsame Etikette „Luxus“ oder „Prestige“ vermag keine genügende Vergleichbarkeit\nherzustellen.\n595. Schliesslich widerspricht sich Coty mit ihrer Argumentationsweise selbst. Einerseits\npocht die Partei darauf, es gebe keinen Unterschied zwischen dem Luxus- und Massmarket,\nes sei ein einheitlicher Markt. Andererseits behauptet sie, die Luxuskosmetikprodukte seien\nim Preis stärker gestiegen als die Massmarket-Produkte. Genau dies wäre ein zusätzliches\nArgument dafür, dass es sich um zwei Märkte handelt.\n\n596. L’Oréal/YSL bringen zu Unrecht vor, es sei normal, dass in einer Marktwirtschaft bei\nNachfrageanstieg die Preise anstiegen. Dies würde bei konstantem Angebot eine Mengenausdehnung bedingen, wovon, wie dargelegt (Rz 575), vorliegend nicht ausgegangen werden kann.\n597. L’Oréal/YSL übersehen, dass die Wettbewerbsbehörden nicht verpflichtet sind, einen\nallfälligen Wettbewerbspreis darzulegen, sondern den Umstand, dass die beobachteten\nPreise nicht auf funktionierendem Wettbewerb basieren. Dass dies nicht der Fall ist, ergibt\nsich aus den Gesamtumständen. Einmal bestand ein Informationsaustausch zwischen Wettbewerbern über marktsensible Daten, der u.a. zu den beobachteten Preisen führte. Zweitens\nberechnete das Sekretariat die Korrelation der beobachteten Bruttopreiserhöhungen mit den\nNettopreisen. Diese Korrelation wurde im Übrigen nicht nur für dreissig Produkte aufgezeigt,\nsondern für sämtliche Luxuskosmetik-Produkte im Sortiment von Douglas, Import, Manor\nund Marionnaud (Rz 521 ff.). Daraus ist ersichtlich, dass Preissteigungen nicht nur bei den\nBestseller-Produkten weitergegeben wurden, sondern eben beim gesamten Sortiment. Drittens stellte das Sekretariat die Preise der umsatzstärksten Produkte in Beziehung zu den\ngenannten LIK, um diese viertens mit den Marktanteilsentwicklungen in Beziehung zu setzen. Aus der Gesamtschau dieser Elemente folgert die WEKO, dass das beobachtete\nMarktergebnis nicht auf funktionierendem Wettbewerb basiert. Sie schliesst nicht isoliert aufgrund des Vergleiches der LIK mit den beobachteten Preisentwicklungen auf Kollusion.\nSchliesslich ist Bulgaris Argument, die Preise spielten eine sekundäre Rolle, unzutreffend\n(vgl. dazu Rz 635 ff.).\n\n598. Bezüglich Chanels Vorbringen, der Vergleich der verschiedenen Märkte mit demselben\nIndex sei unverständlich, genügt der Hinweis, dass die Produktzusammenstellungen, auf denen die Indizes und die berechneten Preisdurchschnitte basieren, am nächsten beieinander\nliegen und somit vergleichbar sind. Die Alternative bestünde darin, entferntere Produktkategorien herbeizuziehen, was offensichtlich zu weniger aussagekräftigen Resultaten führen\nwürde.\n\n599. Chanels sinngemässe Aussage, die Preissteigerung von Estée Lauder sei teilweise\nweniger hoch ausgefallen als die Preissteigerung gemäss LIK, vermag die dargelegten Resultate nicht in Frage zu stellen. Vorliegend wurden die Preissteigerungen über die gesamte\nPeriode 2004-2008 beobachtet. Die durchschnittliche Preissteigerung der betrachteten Produkte lag in jedem Fall höher als der LIK-Körperpflege und LIK-Toilettenartikel.\n\n"}