{"Signatur": "CH_WBK_001", "Spider": "CH_WEKO", "Datum": "2011-10-31", "PDF": {"Datei": "CH_WEKO/CH_WBK_001_ASCOPA_2011-10-31.pdf", "URL": "https://www.weko.admin.ch/dam/weko/de/dokumente/2012/01/ascopa_verfuegung.pdf.download.pdf/ascopa_verfuegung.pdf", "Checksum": "b5cec4f6e62adb3bf19bbec35d68200a"}, "Scrapedate": "2026-02-13", "Num": ["ASCOPA"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Wettbewerbskommission 31.10.2011 ASCOPA"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Wettbewerbskommission 31.10.2011 ASCOPA"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Wettbewerbskommission 31.10.2011 ASCOPA"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Wettbewerbskommission "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Wettbewerbskommission "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Wettbewerbskommission "}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "ASCOPA"}], "ScrapyJob": "446973/67/1907", "Zeit UTC": "13.02.2026 03:13:14", "Checksum": "3448f4f0bbfdcabcc52c68b7cf038a80", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Wettbewerbskommission 31.10.2011 ASCOPA\nRegeste:\nASCOPA\n\n22/2009/02903/COO.2101.111.5.159965 131\nDienstleistungen, die in keinem Zusammenhang stehen mit den vorliegenden Produkten. So\nzitierte Coty zur Untermauerung ihrer Argumente einen Bilanzartikel, der über den Schweizer\nLebenshaltungskostenindex der „Superreichen,“ dem „Stonehage Affluent Luxury Living Index (Salli)“ berichtet. Dieser Index zeigt gemäss Artikel, dass die Preise für die ausgewählten\nWaren zum Teil heftig gestiegen seien. Laut dem Unternehmen Stonehage,527 das den Index\nberechnet, setzt er sich aus fünf verschiedenen Hauptkategorien zusammen: 1. Consumables, 2. Investment of Passion, 3. Culture, entertainment and recreation, 4. Housing and family und 5. Travel. Jede dieser Hauptkategorien ist in weitere Unterkategorien aufgeteilt und\ndiese wiederum in Einzelposten. Auf diese Weise kann genau ersehen werden, welche Produkte bzw. Dienstleistungen im Index enthalten sind. So ist z.B. die Unterkategorie „Cars,“ in\ndie beiden Einzelposten „Porsche Cayenne (Turbo Model)“ und „Aston Martin (V8 Vantage)“\nunterteilt. Der Index enthält nebst Uhren wie „Rolex Cosmograph Daytona“ in Weissgold,\nWohnungsmieten in Küsnacht, am Zürichberg oder in der Genfer Altstadt, bei jeweils 400\nQuadratmetern, oder auch Menus in verschiedenen Edelrestaurants. Von den insgesamt 53\nEinzelposten beschlägt ein einziger ein einzelnes Kosmetikprodukt und zwar das Parfum\n„Clive Christian „X“ Perfume“ für Frauen à 30 ml.\n\n591. Daraus wird erstens deutlich, dass der Index ungeeignet ist, die Entwicklung der Lu-\nxus- bzw. Prestigekosmetikprodukte nachzuzeichnen. Zweitens hält der Bilanzartikel fest,\ndass der Preis des einzigen Kosmetikprodukts im Warenkorb um 15% gesunken sei.528 Setzte man die im Index enthaltenen Luxusgüter mit den hier behandelten Kosmetikprodukten\ngleich, zeigt der Artikel, dass die Preissteigerung nicht für alle Luxusgüter zutreffen, sondern\ngewisse Produktpreise gesunken sind (nebst dem Preis für das Parfum wurden auch Menus\nin Edelrestaurants und Zigarren billiger). Verallgemeinerte man die Resultate für das Luxuskosmetikprodukt zusätzlich, müssten die Durchschnittspreise der Luxus- bzw. Prestigekosmetikprodukte gesunken sein. Das war bei den hier untersuchten Produkten, wie dargelegt,\nnicht der Fall.\n592. Der Vergleich mit dem Cost of Living Extremely Well Index (CLEWI) des Forbes Magazines geht aus den gleichen Gründen fehl. Der Index besteht aus 43 Gütern und Dienstleistungen, wie beispielsweise Mäntel im Wert von 200‘000 $, Flugzeuge, Motorjachten, zwei\nSemester Studiengebühren in Harvard etc. Diese Güter und Dienstleistungen stehen in keinem Zusammenhang mit den vorliegenden Märkten und sind extrem teuer und schon daher\nnicht vergleichbar mit den vorliegenden Gütern. Zudem enthält der Index lediglich ein Kosmetikprodukt. Namentlich das Parfum von Jean Patou. Auch der CLEWI ist folglich kein\ntauglicher Vergleichsindex.\n\n593. Coty verweist zudem auf einen Artikel aus der Börse am Sonntag. Darin wird über den\nAktienwert des Julius Bär Luxury Brands Fund berichtet. Der Vergleich ist in mehrfacher Hinsicht verfehlt. Erstens ist die Kursentwicklung eines Funds, der sich aus Beteiligungspapieren von Unternehmen zusammensetzt, ungeeignet für den Vergleich mit den Preisentwicklungen einzelner Produkte dieser Unternehmen. Der Aktienpreis eines Unternehmens ist ein\nErfolgs- nicht jedoch ein Preisindikator. Häufig ist es sogar so, dass die Preise mit steigendem Unternehmenserfolg sinken, wie dies das Beispiel von i-Phones zu illustrieren vermag.\nZweitens enthält der Julius Baer Luxury Brands Fund lediglich Anteile im Umfang von 6.30%\nan der Körperpflegebranche.529 Im Gegensatz dazu zog das Sekretariat den LIK-\nKörperpflege und LIK-Toilettenartikel heran, welche, wie bereits der Name sagt, vergleichbare Produkte enthalten. Drittens wurde der Fund am 31. Januar 2008 aufgelegt und kann\nauch daher nicht als Vergleich für die Periode 2004-2008 dienen. Der Wert des Funds fiel im\nÜbrigen zwischen 31. Januar 2008 bis 2009 um 45%. Aus der Argumentationsperspektive\n\n527\nSALLI/Stonehage affluent luxury living index, Switzerland 2008, abrufbar unter: http://www.stonehage.co\nm/assets/articles/salli_switzerland_2008.pdf.\n528\nhttp://www.bilanz.ch/people/teuerungsindex-teurer-reichtum.\n529\nhttp://www.finanzen.net/fonds/Julius_Baer_Luxury_Brands_Fund_CHF_A.\n\n"}