{"Signatur": "CH_WBK_001", "Spider": "CH_WEKO", "Datum": "2011-10-31", "PDF": {"Datei": "CH_WEKO/CH_WBK_001_ASCOPA_2011-10-31.pdf", "URL": "https://www.weko.admin.ch/dam/weko/de/dokumente/2012/01/ascopa_verfuegung.pdf.download.pdf/ascopa_verfuegung.pdf", "Checksum": "b5cec4f6e62adb3bf19bbec35d68200a"}, "Scrapedate": "2026-02-13", "Num": ["ASCOPA"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Wettbewerbskommission 31.10.2011 ASCOPA"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Wettbewerbskommission 31.10.2011 ASCOPA"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Wettbewerbskommission 31.10.2011 ASCOPA"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Wettbewerbskommission "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Wettbewerbskommission "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Wettbewerbskommission "}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "ASCOPA"}], "ScrapyJob": "446973/67/1907", "Zeit UTC": "13.02.2026 03:13:14", "Checksum": "3448f4f0bbfdcabcc52c68b7cf038a80", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Wettbewerbskommission 31.10.2011 ASCOPA\nRegeste:\nASCOPA\n\n22/2009/02903/COO.2101.111.5.159965 119\nTeuerung bzw. ist um 176%512 höher ausgefallen. Der grösste Kontrast besteht zwischen\nden Preisentwicklung der Warenkörbe und dem LIK-Toilettenartikel, dessen Produktbasis mit\nden vorliegenden Märkten am besten übereinstimmt. Während die Preise der Warenkörbe\nder Parteien anstiegen, ist der LIK-Toilettenartikel um -0.15 Prozentpunkte gesunken. Der\nmoderateste Preisanstieg im Vergleich zum LIK-Toilettenartikel liegt bei 1.53% (Estée Lauder), welcher damit immer noch 1.68 Prozentpunkte über der Teuerung liegt. Der höchste\nPreisanstieg ist bei Dior festzustellen, der […] Prozentpunkte mehr als der LIK-Total anwuchs, bzw. dessen Wachstum […]% höher ausgefallen ist als der LIK-Total.\n\nAbbildung 21:\n\n540. Der Vergleich mit den Preisentwicklungen der Toilettenprodukte ist für sich isoliert betrachtet ein weiteres Indiz dafür, dass die Preiserhöhungen auf Kollusion zurückzuführen\nsind. Der Umstand, dass Preisinformationen tatsächlich ausgetauscht wurden, stützt dieses\nIndiz zusätzlich (vgl. zu den alternativen Erklärungsversuchen Rz 568 i.V.m. 574, Rz 575).\n541. Die vorgenannten Indizien zur Kollusion sind zudem im Zusammenhang mit den\nMarktanteilsentwicklungen der Unternehmen zu sehen (vgl. Abbildung 22). Beachtet man\nden Umstand, dass die Marktanteile der untersuchten Parteien mehrheitlich gleich blieben\nund die Preise gleichzeitig anstiegen, verstärkt dies die dargestellten Indizien. Die ausgewiesenen Marktanteile der Unternehmen wurden dabei anhand der Umsatzangaben der Parteien auf dem Intranet der ASCOPA berechnet.513 Die Marktanteile der involvierten Unternehmen nahmen mit Ausnahme von Estée Lauder zu, wobei keine Differenz der Marktanteile\nzwischen 2004 bis 2007 von mehr als drei Prozent ersichtlich ist.\n\n542. P&G hielt im Jahr 2004 Marktanteile von […]% und erhöhte diese auf […]% im Jahr\n2007. Die Differenz beträgt also rund […] Prozentpunkte. Dieser scheinbar starke Marktanteilsgewinn ist folgendermassen zu erklären: 2003 übernahm die P&G die Mehrheit der Wella AG. Noch bis im Sommer 2005 wurden die Duftbereiche von Wella und P&G in der\nSchweiz getrennt geführt. Die P&G-Marken wurden von Deurocos Cosmetics AG vertrieben.\nAb Sommer 2005 wurde der Vertriebsvertrag mit Deurocos aufgelöst. Sämtliche P&G Düfte\n\n512\n2.57%/0.93%-1.\n513\nAct. 486.02 ff.\n\n22/2009/02903/COO.2101.111.5.159965 120\nwurden ab diesem Zeitpunkt vom Unternehmen selbst vertrieben.514 Die Marktanteile von\nDeurocos entwickelten sich entsprechend von […]% im Jahr 2004 auf […]% im Jahr 2007.\nDas entspricht einem Marktanteilsverlust von rund […] Prozentpunkten. Daraus ist ersichtlich, dass der Marktanteilsverlust von Deurocos beinahe deckungsgleich ist mit dem Marktanteilsgewinn von P&G. Es ist daher davon auszugehen, dass der Marktanteil derjenigen\nP&G-Marken, welche zuvor von Deurocos vertrieben wurden, ungefähr gleich geblieben ist.\n\n543. Die Marktanteilsentwicklungen von Coty (2004: […]%, 2005: […]%, 2006: […]% und\n2007 […]%, Differenz = […]%) und Lancaster (2004: […]%, 2005: […]% und 2006: […]%, Differenz = […]%) wurden zusammengerechnet. Coty hat zwei Divisionen „Coty Prestige“ und\n„Coty Beauty.“ Die Division „Prestige“ hiess früher Lancaster, die Division „Beauty“ hiess Coty. In der Schweiz wurde der getrennte Vertrieb der beiden Divisionen ab 2007 aufgegeben.515\n\nAbbildung 22:\n\n544. Die Entwicklung der Marktanteilsverteilung ist wiederum im Zusammenhang mit den\ndargestellten Preisentwicklungen (Rz 541) zu beobachten. Vorliegend fällt auf, dass die\nPreiserhöhungen ohne Marktanteilseinbussen vollzogen werden konnten. Einzig die Marktanteile von Estée Lauder (2004: 10.4%, 2005: 10.3%, 2006 10.6% und 2007: 8.8%) gingen\num -1.6 Prozentpunkte zurück. Diese Anteilsveränderung vermag nichts am Gesamtbild zu\nändern, wonach der Informationsaustausch eine Verfälschung des Wettbewerbs bewirkt hat.\n\nErgebnisse Pflegeprodukte\n545. Die Auswertung der Preisindizes der Pflegeprodukte ergibt ein ähnliches Bild wie bei\nden Parfums (vgl. Abbildung 23). Sämtliche Preise haben sich zwischen 2004 bis 2010 nach\noben entwickelt.\n\n514\nAct. 2, 4.\n515\nAct. 195, Frage 2.\n\n22/2009/02903/COO.2101.111.5.159965 121\nAbbildung 23:\n\n546. Die Preisindizes wurden wiederum mit dem LIK-Total, dem LIK-Körperpflege und dem\nLIK-Toilettenartikel in Beziehung gesetzt (vgl. Rz 536 f.). Dabei fällt auf, dass sich die Preise\nder Warenkörbe alle über dem LIK-Toilettenartikel bewegen (vgl. Abbildung 24). Die Preiserhöhungen von Estée Lauder entsprechen am ehesten dem LIK-Toilettenartikel, indem sie\n0.76 Prozentpunkte darüber liegen. Vergleicht man Estée Lauder mit dem für sie günstigeren\nLIK-Körperpflege, ist der Preiszuwachs lediglich 0.10 Prozentpunkte höher. Im Vergleich mit\ndem LIK-Total liegen die Preisentwicklungen von Estée Lauder gar leicht darunter. In Bezug\nauf die restlichen Unternehmen liegt die Teuerung der Produkte allerdings deutlich über dem\nLIK-Total, dem LIK-Körperpflege und insbesondere dem LIK-Toilettenartikel, welcher negativ\nverläuft.\n\n547. Obwohl der Preisanstieg von Estée Lauder-Produkten im Vergleich mit den anderen\nUnternehmen moderat verläuft, deutet der Preisanstieg der ausgewerteten Indizes insgesamt darauf hin, dass Kollusion vorliegt. Denn die Preise haben sich immer nur nach oben\nbewegt und sind nie auch nur leicht zurückgegangen. Vergleicht man die Preisentwicklungen\nvon Estée Lauder zudem mit dem LIK-Toilettenartikel liegt auch Estée Lauder erheblich über\nder Teuerung. Schliesslich liegen die Preise sämtlicher untersuchter Marktteilnehmer mit\nAusnahme von Estée Lauder deutlich über dem LIK-Total.\n\n"}