{"Signatur": "CH_WBK_001", "Spider": "CH_WEKO", "Datum": "2011-10-31", "PDF": {"Datei": "CH_WEKO/CH_WBK_001_ASCOPA_2011-10-31.pdf", "URL": "https://www.weko.admin.ch/dam/weko/de/dokumente/2012/01/ascopa_verfuegung.pdf.download.pdf/ascopa_verfuegung.pdf", "Checksum": "b5cec4f6e62adb3bf19bbec35d68200a"}, "Scrapedate": "2026-02-13", "Num": ["ASCOPA"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Wettbewerbskommission 31.10.2011 ASCOPA"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Wettbewerbskommission 31.10.2011 ASCOPA"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Wettbewerbskommission 31.10.2011 ASCOPA"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Wettbewerbskommission "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Wettbewerbskommission "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Wettbewerbskommission "}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "ASCOPA"}], "ScrapyJob": "446973/67/1907", "Zeit UTC": "13.02.2026 03:13:14", "Checksum": "3448f4f0bbfdcabcc52c68b7cf038a80", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Wettbewerbskommission 31.10.2011 ASCOPA\nRegeste:\nASCOPA\n\n529. Als zweiter Schritt ermittelte das Sekretariat für jede der im vorigen Schritt bestimmten\nMarken die zehn von den Retailern meist verkauften Produkte, welche während der gesamten untersuchten Periode auf dem Markt angeboten wurden. Diese Produkte wurden anhand\nder Umsatzdaten der Retailer eruiert. Im Bereich der Parfüms wurden zur Bestimmung die\nDaten des Marktführers Import verwendet. Im Bereich der Pflegeprodukte wurden die Daten\nvon Import bzw. Manor (für Juvena) verwendet. Schliesslich konsultierte das Sekretariat bei\nden Make-up-Produkten – aufgrund der starken Marktstellung des Unternehmens – die Daten von Manor.\n\n530. Für jedes ASCOPA-Mitglied wurde eine Liste erstellt mit dem Umsatz pro Produkt und\nMonat zwischen 2008 und 2010. Die Liste enthielt auch die gesamten Umsatzangaben jedes\nProduktes während dieser Zeitspanne. Die Produkte wurden innerhalb der Retailerdaten anhand der European Article Number (EAN) identifiziert.\n\nBerechnung der Indizes\n531. Vorliegend wurde ein Laspeyres-Index berechnet (vgl. Anhang V). Um diesen Index zu\nberechnen, müssen Daten über den Preis und die Mengen vorliegen. Die Mengenangaben\nmüssen für ein Jahr, das sogenannte Basis- oder Referenzjahr vorhanden sein, die Preisangaben über den gesamten beobachteten Zeitabschnitt (hier 2004-2010).\n\n532. Der Preis konnte von den Retailern nicht für die ganze Zeitspanne 2004-2010 geliefert\nwerden. Dies lag an den Informatiksystemwechsel der Retailer. Aus diesem Grund wurden\ndie Bruttopreise (Sell-in-Preise) aus den Preislisten der Parteien verwendet, was, wie aufgezeigt (Rz 515 ff.), kein Problem darstellt. Die Produkte konnten anhand der EAN-Codes identifiziert werden. Da die Namensgebung von Import unklar war, wurden die EAN-Code von\nImport mit denjenigen von Manor und Marionnaud verglichen, um den Namen der Produkte\nherauszufinden.\n\n533. Um die Mengen bestimmen zu können, stellte das Sekretariat auf die verkauften Mengen der Retailer ab. Für die Berechnung des hier gewählten Index reichte es aus, die Menge\ndes Jahres 2010 bzw. 2009 (des Referenzjahres) zu kennen.\n\n534. Auf diese Weise wurde für jedes Produkt die Preisgeschichte zwischen 2004-2010 erstellt und die verkauften Mengen für das Jahr 2010 hinzugefügt. Mit diesen Angaben wurden\nLaspeyres-Preisindizes berechnet (vgl. zur Berechnung Anhang V).\n\nErgebnisse Parfüms\n535. Die Berechnung der Indizes (vgl. Abbildung 20) hat ergeben, dass sich die Preise der\nWarenkörbe der meistverkauften Produkte zwischen 2004 bis 2010 nach oben entwickelt\nhaben. Mit Ausnahme von P&G, deren Preise zwischen 2006 bis 2007 auf dem gleichen Niveau blieben, und Estée Lauder, deren Preise zwischen 2004 und 2006 nur leicht stiegen, ist\nein gleichzeitiger und starker Preisanstieg der meistverkauften Produkte pro umsatzstärkste\nMarke erkennbar.\n\n22/2009/02903/COO.2101.111.5.159965 118\n536. Dieser Preisanstieg wurde zudem (vgl. Abbildung 20) in Beziehung zum Landesindex\nfür Konsumentenpreise (LIK) gesetzt. Es wird der LIK-Total dargestellt (schwarze Linie), der\nLIK-Körperpflege (dunkelgraue Linie) und der LIK-Toilettenartikel (hellgraue Linie). Es fällt\nauf, dass die Preiskurven der Warenkörbe wesentlich steiler verlaufen als die verschiedenen\nLIK. Das bedeutet, dass die Erhöhungen der Produktpreise durch die Parteien wesentlich\nhöher ausgefallen sind als die Inflation.\n\n537. Der Vergleich mit dem LIK-Total ist für die Parteien am günstigsten, da der Index die\nTeuerung sämtlicher Produkte und Dienstleistungen beinhaltet. Der LIK-Körperpflege enthält\nnebst Kosmetikprodukten auch Coiffeur- und Kosmetikdienstleistungen sowie Geräte für die\nKörperpflege und fällt daher ebenfalls zu breit aus. Der LIK-Toilettenartikel enthält Seifen und\nBadezusätze, Haarpflegemittel, Zahnpflegemittel, Haut- und Schönheitspflegemittel sowie\nPapierwaren für die Körperpflege. Er entspricht den hier untersuchten Produkten daher am\nbesten. Es ist ersichtlich, dass der LIK-Toilettenartikel negativ verläuft.510\n\nAbbildung 20:\n\n538. Zusammenfassend können folgende Feststellungen gemacht werden: Während der\nganzen Untersuchungsperiode gab es keine Preissenkungen. Die Preissteigerungen verlaufen wesentlich steiler als die aufgeführten LIK. Darin liegt ein Indiz für das Vorliegen von Kollusion. Die alternativen Erklärungsversuche der Parteien sind nicht plausibel und werden von\ndiesen nicht belegt (vgl. Rz 568 i.V.m. 574, Rz 575).\n539. Aus der untenstehenden Abbildung 21 ist ersichtlich, dass die Preissteigerung der Produkte wesentlich über dem LIK liegt. Zieht man den für die Parteien günstigsten Vergleich\ndes LIK-Total heran, liegt der tiefste Preisaufschlag 0.6 Prozentpunkte (Estée Lauder) höher.\nAnders ausgedrückt liegt die Preiserhöhung von Estée Lauder 64.5%511 über der Preissteigerung des LIK-Total. Der nächst tiefere Preisaufschlag liegt 1.4 Prozentpunkte über der\n\n510\nVgl. zu den verschiedenen Produktkategorien des Bundesamtes für Statistik: http://www.classweb.bfs.ad min.\nch/bridge/de/ClassificVersion_download.asp?lang=German&version=COICOP_1995.\n511\n1.53%/0.93% -1.\n\n"}