{"Signatur": "CH_WBK_001", "Spider": "CH_WEKO", "Datum": "2011-10-31", "PDF": {"Datei": "CH_WEKO/CH_WBK_001_ASCOPA_2011-10-31.pdf", "URL": "https://www.weko.admin.ch/dam/weko/de/dokumente/2012/01/ascopa_verfuegung.pdf.download.pdf/ascopa_verfuegung.pdf", "Checksum": "b5cec4f6e62adb3bf19bbec35d68200a"}, "Scrapedate": "2026-02-13", "Num": ["ASCOPA"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Wettbewerbskommission 31.10.2011 ASCOPA"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Wettbewerbskommission 31.10.2011 ASCOPA"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Wettbewerbskommission 31.10.2011 ASCOPA"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Wettbewerbskommission "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Wettbewerbskommission "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Wettbewerbskommission "}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "ASCOPA"}], "ScrapyJob": "446973/67/1907", "Zeit UTC": "13.02.2026 03:13:14", "Checksum": "3448f4f0bbfdcabcc52c68b7cf038a80", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Wettbewerbskommission 31.10.2011 ASCOPA\nRegeste:\nASCOPA\n\n506\nKorrelationskoeffizienten ermöglichen, die Interdependenz zwischen zwei Merkmalen zu quantifizieren, hier\nzwischen (Brutto-)Einkaufspreis und Verkaufspreis. Sie messen den statistischen (linearen) Zusammenhang,\nwobei sie nicht nur die Stärke sondern auch die Richtung des Zusammenhanges anzeigen. Der Korrelationskoeffizient liegt zwischen -1 und 1. Ein negativer Wert bedeutet, dass sich die untersuchten Merkmale in entgegengesetzte Richtung bewegen (die Merkmale sind negativ korreliert). Die Extremfälle -1 und +1 besagen,\ndass die Merkmale vollständig negativ bzw. positiv korreliert sind. Der Wert 0 drückt aus, dass die Merkmale\nnicht (linear) voneinander abhängen bzw. überhaupt nicht zusammenhängen.\nDer Korrelationskoeffizient beinhaltet lediglich Informationen darüber, ob ein (linearer) Zusammenhang zwischen den untersuchten Merkmalen besteht oder nicht. Er besagt aber nichts über den Kausalzusammenhang\nzwischen den Merkmalen. Im vorliegenden Fall kann aber ohne weiteres davon ausgegangen werden, dass\ndie Einkaufspreise die Höhe der Verkaufspreise bestimmen und nicht umgekehrt. Zudem gibt es im vorliegenden Fall keinen Grund von einer Scheinkorrelation auszugehen. Eine solche braucht daher vorliegend nicht\nuntersucht zu werden.\n\n22/2009/02903/COO.2101.111.5.159965 116\nbewerbs ist folglich nicht nur direkt vom Händler zu tragen, sondern wird auf den Konsumenten abgewälzt.\n\n(ii) Auswirkungen des Informationsaustausches auf die Preisentwicklungen\n\n525. In der Literatur finden sich verschiedene (ökonometrische) Methoden, welche theoretisch geeignet sind, die Auswirkungen des Informationsaustausches auf die Preisentwicklung\nzu identifizieren. Zu nennen ist dabei insbesondere das in der Fachliteratur verbreitete Standardmodell des „Differenz-von-Differenzen-Ansatzes“ (DiD-Ansatz).507 Dieser Ansatz würde\njedoch vorliegend erfordern, dass Querschnittsdaten vor und nach der Einführung des Informationsaustauschsystems vorliegen und zwar nicht nur für ASCOPA-Mitglieder (sog.\n„Treatment Group“) sondern auch für eine sog. Kontrollgruppe (sog. „Control Group“), die\nzum Vergleich herangezogen werden muss. Den Wettbewerbsbehörden liegen aber lediglich\nDaten über Produkte von ASCOPA-Mitgliedern nach der Einführung des Informationsaustauschsystems vor. Deshalb ist es nicht möglich, die genannte Methode anzuwenden.508 Offenbar aus demselben Grund können auch die von den Parteien eingereichten Gutachten\nkeine solche Analyse vornehmen.\n\n526. Um die Auswirkungen des Informationsaustausches auf die Preisentwicklungen aufzuzeigen, stellt die WEKO deshalb, wie nachfolgend dargelegt wird, auf verschiedene andere\nIndizien ab. Zu diesem Zweck wurden für ausgewählte Parteien Preisindizes für die drei relevanten Märkte Parfüms, Pflege und Make-up berechnet. Es wurde ein Warenkorb der\nmeistverkauften Produkte der umsatzstärksten Marken der Parteien (Anhang IV) zusammengestellt, um den Preisindex für diese Marken zu berechnen. Auf diese Weise konnte\nfestgestellt werden, wie sich die Preise der Güter im Durchschnitt über die Bemessungsperiode verändert haben. Diese Ergebnisse wurden mit der Entwicklung des Landesindex für\nKonsumentenpreise (LIK), des LIK-Pflegeprodukte und des LIK-Toilettenartikel verglichen.\nDie hier genannten Luxus- bzw. Prestigekosmetikprodukte sind gemäss Angaben des Bundesamtes für Statistik in den herbeigezogenen LIKs beinhaltet. Der Vergleich mit den LIK\nkommt den Parteien erwartungsgemäss somit zu Gute, denn sie trieben mit ihren Produktpreisen die durchschnittlichen Preiserhöhungen der herangezogenen LIKs wohl tendenziell\nin die Höhe.\n527. In der Folge wird zuerst beschrieben, wie die Produkte ausgewählt wurden, um anschliessend die Berechnung der Indizes aufzuzeigen. Schliesslich werden die Ergebnisse\ndargelegt und gewürdigt.\n\nProduktauswahl\n\n528. In einem ersten Schritt bestimmte das Sekretariat die umsatzstärksten Marken der\nASCOPA-Mitglieder. Um diese zu eruieren, wurden die Umsatzdaten herbeigezogen, welche\ndie Mitglieder auf der Intranetseite der ASCOPA während der Zeitspanne Januar 2004 – August 2008 eingegeben hatten.509 Basierend auf diesen Daten erstellte das Sekretariat eine\nTabelle für die drei relevanten Märkte Parfüm, Pflege und Make-up mit den meist verkauften\nMarken pro Partei (vgl. Anhang IV). Um die Erheblichkeit der Beschränkung darzulegen,\nwurde darauf verzichtet, die Daten sämtlicher Unternehmen zu untersuchen; es wurden nur\ndie umsatzstärksten Marktteilnehmer betrachtet. In den verschiedenen Produktbereichen\nsind dies:\n\n507\ndazu z. B. A. COLIN CAMERON/PRAVIN K. TRIVEDI, Microeconometrics, Methods and Applications, 2005, 55 f.,\n768 ff.\n508\nUnabhängig von der Problematik der Datenverfügbarkeit basiert der DiD-Ansatz auf Annahmen, deren Gültigkeit nicht in jedem Fall statistisch geprüft werden kann.\n509\nAct. 486.2-486.175.\n\n22/2009/02903/COO.2101.111.5.159965 117\n- Bei den Parfüms: Estée Lauder, Chanel, L’Oréal, YSL, Dior, Coty, Wodma 41 und\nP&G mit kumulativen Marktanteilen von [70-75]%;\n- Im Bereich der Make-up-Produkte: Chanel, Estée Lauder (Lauder, Clinique), L’Oréal\n(Lancôme, Rubinstein), Dior und YSL mit gemeinsamen Marktanteilen von [75-80]%;\nund schliesslich\n\n- Bei den Pflegeprodukten: Clarins, Estée Lauder (Lauder, Clinique), Juvena/La Prairie,\nL’Oréal, Dior und Wodma 41 mit Marktanteilen von insgesamt [75-80]%.\n\n"}