{"Signatur": "CH_WBK_001", "Spider": "CH_WEKO", "Datum": "2011-10-31", "PDF": {"Datei": "CH_WEKO/CH_WBK_001_ASCOPA_2011-10-31.pdf", "URL": "https://www.weko.admin.ch/dam/weko/de/dokumente/2012/01/ascopa_verfuegung.pdf.download.pdf/ascopa_verfuegung.pdf", "Checksum": "b5cec4f6e62adb3bf19bbec35d68200a"}, "Scrapedate": "2026-02-13", "Num": ["ASCOPA"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Wettbewerbskommission 31.10.2011 ASCOPA"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Wettbewerbskommission 31.10.2011 ASCOPA"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Wettbewerbskommission 31.10.2011 ASCOPA"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Wettbewerbskommission "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Wettbewerbskommission "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Wettbewerbskommission "}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "ASCOPA"}], "ScrapyJob": "446973/67/1907", "Zeit UTC": "13.02.2026 03:13:14", "Checksum": "3448f4f0bbfdcabcc52c68b7cf038a80", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Wettbewerbskommission 31.10.2011 ASCOPA\nRegeste:\nASCOPA\n\n22/2009/02903/COO.2101.111.5.159965 108\nLagerfeld, Prada, YSL und Sisley verdeutlichen (vgl. für weitere Beispiele Tabelle Rz. 126).\nVon diesen Marken werden daher auch etwa Kleider, Schmuck und/oder andere Modeaccesoires hergestellt. Diese Marken strahlen daher Exklusivität aus.\n\n488. Bei gewissen Marken wie z.B. Estée Lauder oder La Prairie ergibt sich die Exklusivität\nnicht durch den Umstand, dass von derselben Marke auch Haute-Couture und dergleichen\nhergestellt werden. Diese Marken versuchen ihre Exklusivität u.a. über ihr Erscheinungsbild\noder durch den Produkten angepriesene hohe Qualitätsmerkmale darzustellen. Slogans wie\netwa „Luxus, Schönheit, Wohlbefinden“ (La Prairie)476 oder „Bringing the best to everyone we\ntouch“ (Estée Lauder)477 verdeutlichen dies.\n\n489. Andere Marken stehen direkt in Verbindung mit weiteren Luxusgütern, wie z.B. Ferrari,\nDavidoff, Bulgari oder Cartier, weshalb ihnen eine Luxus- oder Prestige-Image anhaftet.\n490. Gesondert sind schliesslich die sogenannten „Celebrity-Brands“ zu erwähnen, welche\nden Namen von Berühmtheiten etwa aus der Film- und Musikbranche oder der Welt des\nSports wiedergeben. Als Beispiele können etwa Jennifer Lopez, Sarah Jessica Parker und\nGabriella Sabatini herbeigezogen werden. Alleine der Umstand, dass ein Produkt den Namen einer Berühmtheit (Celebrity) trägt, vermag aus dem Produkt keine dem Luxus- bzw.\nPrestige-Segment zugehörige Marke zu machen. Vielmehr ist das mit der Person verbundenen Image und die dazugehörige Werbung zu beachten, welche im Falle des Luxus- bzw.\nPrestigeproduktes darauf abzielen, die Exklusivität des Produktes sichtbar zu machen. Dieses Image schlägt sich schliesslich in einem teureren Verkaufspreise nieder (vgl. dazu anschliessend Rz. 494 ff.).\n\n491. Dem hohen Stellenwert entsprechend, der dem Markenimage zukommt, werden im\nLuxus- und Prestigesegment kostenintensive Werbekampagnen betrieben, mit denen das\nMarkenimage gepflegt wird bzw. ein neues Produkt bekannt gemacht wird. Gemessen an\nden erzielten Umsätzen betragen die Werbeausgaben der Parteien für Parfüms bis zu 40%,\nfür Pflegeprodukte bis zu 40% und für Make-up-Produkte bis zu 23%. Die Parteiangaben variieren je nachdem, welche Produkte überhaupt hergestellt bzw. vertrieben werden.478 Zudem\ninvestieren primär die Hersteller in die Werbung, während ein zugelassener Distributor in der\nSchweiz keine grösseren zusätzlichen Ausgaben zu tätigen hat und von der Werbung des\nHerstellerhauses profitiert.\n\n492. Die Verpackung des Produktes, soweit sie nicht blosse Notwendigkeit darstellt, hängt\nmit dem Image des Produktes bzw. der Marke zusammen und kann nicht losgelöst davon\nbetrachtet werden. Die Verpackung von Luxusprodukten ist tendenziell aufwändiger und stilvoller in ihrem Design, um das exklusive Image des Produktes zu unterstreichen. Übereinstimmend damit wird gemäss Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel (IKW) bei den\n„etwas teureren Produkten“ u.a. durch die Verpackung „bereits der Einkauf zum Erlebnis und\nspäter setzt die Verpackung in Bad oder Schlafzimmer ästhetische Akzente.“ Der IKW führte\neine Befragung durch, wonach 74% der Befragten positive Aspekte in einer schönen ansprechenden Verpackung sehen. Eine aufwendige Verpackung werde vor allem bei Parfum, dekorativer Kosmetik und hochwertigen Produkten akzeptiert.479\n\n493. Im Gegensatz zu den vorerwähnten Marken, wird die Marke eines Konsumgutes nicht\nmit einem Image von Exklusivität in Verbindung gebracht, was sich auch im Design der Verpackung und einem deutlich tieferen Preis pro Mengeneinheit äussert.\n\n476\nhttp://www.laprairie.com/lp/contact/de_de/retailers.html.\n477\nhttp://www.elcompanies.com/the_company/the_company.php.\n478\nVgl. Antworten auf Fragebogen vom 6. April 2009 Frage 8; Vgl. WEBER (Fn 430), 48 f.\n479\nIndustrieverband Körperpflege- und Waschmittel (IKW) (Hrsg.), Körper & Pflege, Subjektiver und objektiver\nNutzen der Körperpflege, 6. Aufl., 2006, 21.\n\n22/2009/02903/COO.2101.111.5.159965 109\n− Zum Preis\n494. KPMG legt nahe, Düfte mit einem minimalen Detailhandelspreis von ungefähr CHF\n60.– pro 50 ml dem Luxus- bzw. Prestigemarkt zuzuordnen, soweit dieses Produkt von einer\nstarken Marke unterstützt werde.480\n495. Eine Abgrenzung lediglich basierend auf den Detailhandelspreis vorzunehmen, wäre\nnicht zweckmässig, zumal ein und dasselbe Produkt, je nach Retailer und Warenhaus, preislich variieren kann. Zudem könnte das identische Produkt je nachdem, ob es gerade im\nRahmen einer Aktion günstiger verkauft wird, dem einen oder anderen Segment zuzurechnen sein. Das Luxusprodukt zeichnet sich generell gesagt durch einen überdurchschnittlichen Preis in Bezug auf die Menge aus.\n496. Dabei ist zu beachten, dass eine Luxus- bzw. Prestigemarke nicht deshalb zu Massmarket wird, weil es durch vorübergehende Angebote zu Muttertag oder Weihnachten in eingeschränktem Rahmen auch in nicht zugelassenen Verkaufsstellen verkauft wird, die sich\nüber Parallelimporte eindecken. Diese Anbieter profitieren für kurze Zeit vom Prestige-Image\nder Produkte und verkaufen es häufig zu tieferen Preisen.\n\n497. Als Indikator für die Preishöhe kann auf die Preise der 10 meistverkauften Produkte pro\nProduktachse (Parfüm, Make-up, Pflege) verwiesen werden, welche das Sekretariat für die\nAnalyse der Auswirkungen herangezogen hat (vgl. B.4.4.3).\n\n"}