{"Signatur": "CH_WBK_001", "Spider": "CH_WEKO", "Datum": "2011-10-31", "PDF": {"Datei": "CH_WEKO/CH_WBK_001_ASCOPA_2011-10-31.pdf", "URL": "https://www.weko.admin.ch/dam/weko/de/dokumente/2012/01/ascopa_verfuegung.pdf.download.pdf/ascopa_verfuegung.pdf", "Checksum": "b5cec4f6e62adb3bf19bbec35d68200a"}, "Scrapedate": "2026-02-13", "Num": ["ASCOPA"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Wettbewerbskommission 31.10.2011 ASCOPA"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Wettbewerbskommission 31.10.2011 ASCOPA"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Wettbewerbskommission 31.10.2011 ASCOPA"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Wettbewerbskommission "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Wettbewerbskommission "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Wettbewerbskommission "}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "ASCOPA"}], "ScrapyJob": "446973/67/1907", "Zeit UTC": "13.02.2026 03:13:14", "Checksum": "3448f4f0bbfdcabcc52c68b7cf038a80", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Wettbewerbskommission 31.10.2011 ASCOPA\nRegeste:\nASCOPA\n\n370\nSHK-KÖCHLI/REICH (Fn 366), Art. 4 N 22 f., SCHMIDHAUSER (Fn 366), in Homburger et al., Art. 4 N 26 ff.; CR\nConcurrence-KILLIAS (zit. Fn 366), Art. 4 N 38 f.; BORER (Fn 367), Art. 4 N 5.\n371\nVgl. statt vieler VOLKER EMMERICH, in: Immenga/Mestmäcker Hrsg., Wettbewerbsrecht, Bd. 1, 4. Aufl. 2007,\nArt. 81 Abs. 1 EGV, Rz 227; HANNO WOLLMANN/MICHAEL SCHEDL, in: Hirsch/Montag/Säcker (Hrsg.), Europäisches und Deutsches Wettbewerbsrecht (Kartellrecht), Bd. 1, 2007, Art. 81 EG, Rz 91 f.; Mitteilung der Kommission, Leitlinien zur Anwendbarkeit von Artikel 101 des Vertrages über die Arbeitsweise der Europäischen\nUnion auf Vereinbarungen über horizontale Zusammenarbeit ABl. 2011 C 11/1 ff., Rz 24 (im Folgenden: Leitlinien über horizontale Zusammenarbeit).\n372\nSTOFFEL (Fn 365), 63; SCHMIDHAUSER (Fn 366), in Homburger et al., Art. 4 N 28; SHK-KÖCHLI/REICH (zit. Fn\n366), Art. 4 N 24; implizit auch CR Concurrence-KILLIAS (Fn 366) Art. 4 N 40.\n373\nSHK-KÖCHLI/REICH (Fn 366), Art. 4 N 24; SCHMIDHAUSER (Fn 366), in Homburger et al., Art. 4 N 28, STOFFEL\n(Fn 365), 63.\n374\nSCHMIDHAUSER (Fn 366), in Homburger et al., Art. 4 N 28.\n375\nVgl. BORER (Fn 367), Art. 4 N 5.\n376\nCR Concurrence-KILLIAS (Fn 366), Art. 4 N 40.\n377\nSHK-KÖCHLI/REICH (Fn 366), Art. 4 N 24; SCHMIDHAUSER (Fn 366), in Homburger et al., Art. 4 N 28, STOFFEL\n(Fn 365), 63.\n378\nSTOFFEL (Fn 365), 63; SCHMIDHAUSER (Fn 366), in Homburger et al., Art. 4 N 28; SHK-KÖCHLI/REICH (zit. Fn\n366), Art. 4 N 24.\n379\nSHK-KÖCHLI/REICH (zit. Fn 366), Art. 4 N 24; SCHMIDHAUSER (Fn 366), in Homburger et al., Art. 4 N 28.\n380\nLeitlinien über horizontale Zusammenarbeit (Fn 371), ABl. 2011 C 11/1 ff., Rz 87.\n381\nVgl. Europäische Kommission, Seventh Report on Competition Policy, Brüssel/Luxemburg 1978, 20.\n382\nLeitlinien über horizontale Zusammenarbeit (Fn 371), ABl. 2011 C 11/1 ff., Rz 87.\n\n22/2009/02903/COO.2101.111.5.159965 88\nscher), die Aktualität der Informationen (bei aktuellen Daten ist Vorsicht geboten), die Frequenz des Informationsaustausch (Tendenz: je öfter desto problematischer), die Homogenität der Produkte und die Marktkonzentration.383\n\n392. Im vorliegenden Kontext steht fest, dass die Partner des Informationsaustausches einander Einblick in Daten gewährten, welche von Unternehmen üblicherweise als Geschäftsgeheimnisse behandelt werden.384 Der Austausch von Preislisten, Umsätzen und Werbeausgaben sind zudem strategisch bedeutsam.385 Insbesondere handelte es sich bei den zwischen den Konkurrenten ausgetauschten Daten um nicht oder kaum aggregierte, aktuelle Informationen über Preise, Umsätze und Werbeausgaben. Ferner legten die Austauschpartner\ngemeinsame allgemeine Geschäftsbedingungen fest. Aufgrund dieser Angaben kann nicht\nausgeschlossen werden, dass der Einblick darin es einem Unternehmen ermöglichte, seine\nGeschäftspolitik derjenigen seiner Konkurrenten in einer Weise anzupassen, die dem freien\nSpiel der Wettbewerbskräfte zuwiderläuft und damit zu einer Wettbewerbsbeschränkung\nführt.\n393. Damit steht fest, dass der in Frage stehende Informationsaustausch aus Sicht der\nschweizerischen Praxis, welche sich an die EU-Praxis anlehnt, zumindest geeignet ist, den\nWettbewerb unter den beteiligten Unternehmen einzuschränken und somit eine Wettbewerbsbeschränkung im Sinne des Art. 4 Abs. 1 KG bezweckt. Darüber hinaus bewirkte der\nInformationsaustausch eine Wettbewerbsbeschränkung, wie anschliessend aufgezeigt wird\n(vgl. B.4.4.3).\n394. Der Wettbewerb mit Bezug auf die allgemeinen Geschäftsbedingungen wurde eingeschränkt (vgl. Rz 232). Entsprechend den soeben gemachten Ausführungen ist das Tatbestandsmerkmal des Bezweckens auch diesbezüglich erfüllt.\n395. Abschliessend kann also festgehalten werden, dass der Informationsaustausch, wie er\nim Rahmen der ASCOPA betrieben wurde, sowie der Beschluss zur Festlegung der allgemeinen Geschäftsbedingungen die Tatbestandsvoraussetzungen einer „Wettbewerbsabrede“ im Sinne von Art. 4 Abs. 1 KG erfüllen.\n\nB.4.2.3 Vorbringen der Parteien\n396. PC Parfums und Dior sind der Ansicht, der Informationsaustausch als solcher könne\nkeine Vereinbarung oder eine abgestimmte Verhaltensweise darstellen, er könne lediglich\nals Indiz für eine separate abgestimmte Verhaltensweise sein. Die Parteien berufen sich u.a.\nauf Rz 55 des „Entwurfs für horizontale Leitlinien“ der EU in der es heisse: „Ein Informationsaustausch kann nur dann nach Artikel 101 geprüft werden, wenn er eine Vereinbarung, eine\nabgestimmte Verhaltensweise oder einen Beschluss einer Unternehmensvereinigung begründet oder Teil davon ist.“386 Zur Klarstellung sei hinzugefügt, dass der zitierte Entwurf\nmittlerweile überarbeitet und die entsprechende Endversion der Leitlinien im Amtsblatt der\nEU publiziert wurde. Die zitierte Stelle entspricht einem Teil der neuen Rz 60 der Leitlinien.387\n\n397. In gewissen Fällen kann der Informationsaustausch tatsächlich ein Indiz für eine separate abgestimmte Verhaltensweise sein. Allerdings schliesst dies keineswegs aus, dass ein\nInformationsaustausch als solcher bereits als abgestimmte Verhaltensweise oder Vereinba-\n\n"}