{"Signatur": "CH_WBK_001", "Spider": "CH_WEKO", "Datum": "2011-10-31", "PDF": {"Datei": "CH_WEKO/CH_WBK_001_ASCOPA_2011-10-31.pdf", "URL": "https://www.weko.admin.ch/dam/weko/de/dokumente/2012/01/ascopa_verfuegung.pdf.download.pdf/ascopa_verfuegung.pdf", "Checksum": "b5cec4f6e62adb3bf19bbec35d68200a"}, "Scrapedate": "2026-02-13", "Num": ["ASCOPA"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Wettbewerbskommission 31.10.2011 ASCOPA"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Wettbewerbskommission 31.10.2011 ASCOPA"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Wettbewerbskommission 31.10.2011 ASCOPA"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Wettbewerbskommission "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Wettbewerbskommission "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Wettbewerbskommission "}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "ASCOPA"}], "ScrapyJob": "446973/67/1907", "Zeit UTC": "13.02.2026 03:13:14", "Checksum": "3448f4f0bbfdcabcc52c68b7cf038a80", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Wettbewerbskommission 31.10.2011 ASCOPA\nRegeste:\nASCOPA\n\n(iii) Alternative Bezugsquellen\n217. Die Parteien führten weiter aus, nur die WEMF-Studien enthielten Angaben zu Werbeinvestitionen in akzeptabler Qualität. Diese Studie messe alle Werbeinvestitionen in der\nSchweiz in den verschiedenen Kanälen und werde regelmässig publiziert.244 Der Vorteil der\nInformationen von ASCOPA gegenüber denjenigen von WEMF bestehe darin, dass bei\nASCOPA auch Werbeinvestitionen in die Werbezeitungen/Kataloge grosser Detailhändler, in\nMailings und in das sogenannte Cooperative Advertising (Kombination von Promotionsaktivitäten in den Verkaufsläden zusammen mit verschiedenen Formen von Werbung ) erfasst\nseien. WEMF gebe nur Ausgaben wieder, die in die klassischen Werbekanäle flössen. 245\nDaraus ist ersichtlich, dass die WEMF-Studien nicht deckungsgleich mit den ASCOPA-\nAngaben waren und somit auch keine Alternative dazu darstellten.\n\n218. Die von Bulgari eingereichte Media Focus246 Trend-Studie247 zeigt auf, wie sich der\nmonatliche Werbedruck entwickelte. Ferner kann die zeitliche Entwicklung des Werbedruckes und der Werbedruck pro Mediengruppe (Zeitungen, Zeitschriften, Fernsehen, Radio,\nKino, Teletext, Internet und Outdoor) in Prozenten aus der Studie gelesen werden. Diese\nAngaben werden anschliessend auf „Schlüsselmärkte“ (Key Markets) aufgeteilt. Unter den\nSchlüsselmärkten befindet sich auch ein als Kosmetik- und Körperpflege (Cosmetics/Body\nCare) benannter Markt. Zu diesem Markt werden Gesamtangaben gemacht. Die Studie enthält darüber hinaus eine Liste der Top-30-„Unternehmen,“ welche auf dem „Totalmarkt“\nWerbedruck verursachen. Zu diesen Top-30 gehören zahlreiche Unternehmen, die keinen\nunmittelbaren Bezug zur Kosmetikbranche aufweisen (Swisscom, Nestlé, Sunrise, Opel, die\nPost etc.). Die Liste enthält sogar politische Parteien.\n\n219. In einer zweiten Media Focus Studie248 werden die Highlights des Monats für verschiedene Märkte aufgezählt. Ferner werden die Werbedruckentwicklungen des Gesamtmarktes\nund von Schlüsselmärkten aufgezeigt. Weiter wird der Werbedruck innerhalb der Schweiz\nvon ausländischen Werbern festgestellt, ohne Namen zu nennen. Die Studie stellt die neuen\nTop-Ten-Werber und Produkte pro Jahr vor, wobei nur Gesamtzahlen aller Werber und Produkte aufgeführt werden. Schliesslich wird wiederum der Werbedruck gemessen in Prozenten pro Mediengruppe aufgezählt.\n\n220. Allein aus diesen Ausführungen ist ersichtlich, dass der Gegenstand der Media Focus-\nStudien nicht mit den von den Parteien ausgetauschten Informationen übereinstimmen. Den\nStudien ist gemein, dass sie nur wenige Bezüge zu einzelnen Unternehmen oder Produkten\nherstellen. Wo sie es tun, kann nicht eruiert werden, wie hoch die Ausgaben pro Unterneh-\n\n243\nAct. 535, Anhang.\n244\nAct. 218, 10 f., Antwort 18.\n245\nAct. 170, Rz 34 f.\n246\nEin Jointventure der beiden Marktforschungsunternehmen IHA-GfK und AC Nielsen.\n247\nAct. 435, Beilage 7.\n248\nAct. 435, Beilage 8.\n\n22/2009/02903/COO.2101.111.5.159965 56\nmen oder Produkt ausgefallen sind. Vielmehr präsentieren die Studien Totalausgaben aus\ndem Gesamtmarkt, der aus unterschiedlichsten Unternehmen (z.B. Migros, L’Oréal, Coca\nCola und Media Markt) und Märkten zusammengesetzt ist. Eine Zurechnung von Ausgaben\nauf eine Produktlinie oder auf Produktgruppen ist ausgeschlossen. So werden etwa die Totalausgaben der Top-Ten-Produkte genannt. Darunter befinden sich u.a. Tele2 Mobile Tarife,\nCoca Cola und Audi A4 Kombi. Angaben zu Produkten des Kosmetikmarktes sind in der vorliegenden Studie nicht enthalten. Die Daten der Studien sind folglich aggregiert, so dass nur\nallgemeine Trends feststellbar sind.\n\n221. Insgesamt steht fest, dass weder die WEMF- oder die Media-Focus Studien noch eine\nandere Studie die gleichen Daten enthielt wie die ASCOPA-Darstellungen.\n\n(iv) Weitere Parteivorbringen\n222. Die Einwände der Parteien, die Werbekosten hätten die Rabatte nicht berücksichtigt\nund seien zu ungenau gewesen, vermögen die WEKO nicht zu überzeugen. Einerseits steht\nfest, dass teilweise gar Nettoausgaben ausgetauscht wurden, das bedeutet, dass die Rabatte schon abgezogen waren. Zudem sind die Höhe der Rabatte bekannt und hängen von der\nHöhe der Investition ab. Es war also ein Leichtes die ungefähren Nettoangaben zu berechnen. Da es keine Alternativquellen gab für die ausgetauschten Werbekosten, steht auch fest,\ndass diese Angaben die genausten darstellten, die erhältlichen waren.\n\n223. Das Vorbringen, wonach die hohen Werbekosten auf Wettbewerb hindeuteten, trifft ins\nLeere. Grundsätzlich bedeutet das Vorhandensein von Wettbewerb nicht, dass der Wettbewerb nicht dennoch erheblich eingeschränkt sein könnte (vgl. dazu B.4.4). Weiter ist Werbung ein Wettbewerbsparameter, der für sich allein nicht zwingend fehlenden Preiswettbewerb kompensieren kann.\n\n(v) Fazit\n224. Durch den Austausch der Werbeausgaben legten die Parteien einander ihre Werbestrategie offen. Die Machart und der Inhalt der Werbung waren offensichtlich, es reichte somit die dafür aufgewendeten Ausgaben offenzulegen. Eine solche Vorgehensweise geht\nüber ein normales Benchmarking hinaus, bei dem sich Unternehmen letztlich ihre Informationen selbständig besorgen müssen und ihre Einschätzungen nicht durch Angaben der Konkurrenten verifizieren können, die in der Regel Geschäftsgeheimnisse darstellen. Dies gilt\numso mehr für die vorliegenden Märkten, in denen die Produktwerbung eine zentrale Rolle\nspielt. Ein Datenaustausch wie der vorliegende läuft einer autonomen Geschäftspolitik zuwider.\n\n"}