{"Signatur": "CH_WBK_001", "Spider": "CH_WEKO", "Datum": "2011-10-31", "PDF": {"Datei": "CH_WEKO/CH_WBK_001_ASCOPA_2011-10-31.pdf", "URL": "https://www.weko.admin.ch/dam/weko/de/dokumente/2012/01/ascopa_verfuegung.pdf.download.pdf/ascopa_verfuegung.pdf", "Checksum": "b5cec4f6e62adb3bf19bbec35d68200a"}, "Scrapedate": "2026-02-13", "Num": ["ASCOPA"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Wettbewerbskommission 31.10.2011 ASCOPA"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Wettbewerbskommission 31.10.2011 ASCOPA"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Wettbewerbskommission 31.10.2011 ASCOPA"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Wettbewerbskommission "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Wettbewerbskommission "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Wettbewerbskommission "}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "ASCOPA"}], "ScrapyJob": "446973/67/1907", "Zeit UTC": "13.02.2026 03:13:14", "Checksum": "3448f4f0bbfdcabcc52c68b7cf038a80", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Wettbewerbskommission 31.10.2011 ASCOPA\nRegeste:\nASCOPA\n\n211. Von der Duftrichtung „Joop Rococo for men“ gibt es nebst EDT und Rasierprodukten\nauch Bade- sowie Körperprodukte (insgesamt 6 Produkte). Dasselbe gilt für „Joop Homme“\n(insgesamt 8 Produkte) und „Joop Nightlife“ (insgesamt 4). Anhand der Detaillisten-Kataloge\nkonnte nun ermittelt werden, wie viel für jede der drei Duftrichtungen investiert worden war\n\n233\nAct. 62, E-Mail vom 19. Februar 2007, Anhang, Werbeausgaben 2006.\n234\nAct. 236.\n235\nClarins Act. 168, Antwort auf Frage 18, 10 f.\n236\nAct. 62, E-Mail vom 19. Februar 2007, Anhang, Werbeausgaben 2006.\n237\nAct. 535.\n\n22/2009/02903/COO.2101.111.5.159965 54\nbzw. für jedes Einzelprodukt, da aus der Katalogwerbung auch gleich ersichtlich war, für\nwelches Produkt Werbung betrieben worden war.\n212. Auch die Ausgaben für die Werbekanäle TV, Kino und Radiowerbung, liessen genaue\nSchlüsse zu. Beispielsweise das Unternehmen Publicitas Cinecom AG bietet Werbezeit in\nSchweizer Kinos an und ist für die Ausstrahlung der Werbemittel der Kunden durch die entsprechenden Kinobetreiber besorgt. Die Tarife für nationale und lokale Werbepolls sind für\njedermann auf der Homepage des Unternehmens abrufbar.238 Schliesslich können die durch\nPlakatwerbungen verursachten Kosten für solche Produkte nachvollzogen werden, wie dies\nebenfalls von Clarins bestätigt wird.239 So publizieren Unternehmen wie APG Plakatierungen,\nihre Zielgebiete, Preise und Rabattkonditionen online.240\n\nZwischenfazit\n213. Durch den Austausch der Werbeausgaben konnten die Parteien folglich weitaus genauer ersehen, wie die Werbeanstrengungen ihrer Wettbewerber verliefen, als sie einräumen. Jedes Unternehmen konnte zumindest die Ausgaben für eine Produktlinie eruieren.\nGleichzeitig kannte es auch die Bruttoverkaufspreise und Endverkaufspreise der Konkurrenten sowie den Produkterfolg. Somit ermöglichten es die ausgetauschten Informationen den\nParteien abzuleiten, welche Werbeaufwendungen, mit welchen Preisen, zu welchem Umsatz\nführten. Diese Ergebnisse konnten die Parteien für die Kostenanalyse einer Produktlancierung beachten oder mit Preisanpassungen auf die Strategie der Konkurrenz reagieren. Dabei\nist es vorläufig nicht entscheidend, ob sie dies tatsächlich taten (zur Auswirkung des Informationsaustausches vgl. B.4.4.3). Zentral ist vielmehr, dass sie die Möglichkeit dazu hatten.\n\n(ii) Berechnung des Share of voice\n214. Aus einem E-Mail von Chanel an ASCOPA geht ferner hervor, dass die Daten über die\nWerbeausgaben in der Business Review eingebaut wurden und zudem für die Berechnung\nder sogenannten SOV (Share of voice) benutzt wurden.241 Bei den SOV handelt es sich um\neine Marketingkennzahl, mit welcher die prozentuale Marktabdeckung berechnet werden\nkann, indem die Anzahl der Zielpersonenkontakte durch eigene Werbung durch die Anzahl\nder Zielpersonenkontakte durch Werbung in der Branche geteilt wird.\n\n215. SOV = Anzahl der Zielpersonenkontakte durch eigene Werbung\nAnzahl der Zielpersonenkontakte durch Werbung in der Branche\n\nDieses Instrument wird häufig im Zusammenhang mit der Online-Werbung verwendet. Angenommen es gibt 40 000 potenzielle Kunden und ein Online-Medium erreicht 10 000 von\nihnen, dann ist der Share-of-Voice-Kennwert 25%.242 Für die Parteien waren die Angaben zu\nden Mailings zentral.\n\n216. Auch der Werbemittelaustausch im Bereich der Mailings erlaubte es den Parteien, sehr\ngenaue Rückschlüsse auf die Werbeausgaben zu machen. Dies zeigt ein Beispiel aus dem\nJahr 2006. Erstens ist daran zu erinnern, dass im Jahr 2006 die Nettoausgaben der Mailings\n\n238\nVgl. Punkt 1.1 der Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Publicitas Cinecom AG, abrufbar unter: http://\nwww.cinecom.ch/de/kinowerbung/werbefilme/geschaeftsbedingungen/; vgl. zudem die online abrufbaren Tarife und Rabatte des Unternehmens: http://www.cinecom.ch/fileadmin/user_upload/publicitasch/Cinecom/\nDownload/Kino_Tarife_Uebersichten/Tarife_National_2011.pdf und http://www.cinecom.ch/de/kinowerbung/\nwerbefilme/tarife-kino-national/.\n239\nClarins Act. 168, Antwort auf Frage 18, 10 f.\n240\nVgl. http://www.apg.ch/de/angebot/preise/richtig-bestellen-kosten-sparen/rabatte-und-kommissionen/.\n241\nAct. 63, E-Mail von Chanel an ASCOPA vom 25. Februar 2008, 14:15.\n242\nSCOTT G. DACKO, The advanced dictionary of marketing: putting theory to use, Oxford 2008, 475; www.itwisse\nninfor/definition/lexikon/share-of-voice-SOV.html; www.wikipedia.org/wii/Share_of_Voice.\n\n22/2009/02903/COO.2101.111.5.159965 55\nausgetauscht wurden (vgl. 185). Aus der von ASCOPA erstellten Tabelle der Werbeausgaben von 2006 ist ersichtlich, dass Coty die Werbeausgaben für J. Lopez aufführte. Von dieser Marke gibt es nur Produkte aus dem Bereich Damendüfte in zwei Duftrichtungen „Still“ (5\nProdukte insgesamt) und „Glow“ (9 Produkte insgesamt).243 Damit konnte ersehen werden,\nwie viel Coty für die Werbung von J. Lopez ausgab. Gleichzeitig gab Coty lediglich Werbeausgaben für Mailings an. Damit stand auch fest, dass der erwähnte Betrag für diese beiden\nDuftrichtungen in Mailings investiert worden waren. Es stand also fest, mit welchem Preis,\nmit welcher Werbemassnahme (inkl. Share of Voice) zu welchen Kosten der Umsatz erzielt\nworden war. Auch diese Erkenntnisse konnten von den Konkurrenten bei der Kostenanalyse\nberücksichtigt werden.\n\n"}