{"Signatur": "CH_WBK_001", "Spider": "CH_WEKO", "Datum": "2011-10-31", "PDF": {"Datei": "CH_WEKO/CH_WBK_001_ASCOPA_2011-10-31.pdf", "URL": "https://www.weko.admin.ch/dam/weko/de/dokumente/2012/01/ascopa_verfuegung.pdf.download.pdf/ascopa_verfuegung.pdf", "Checksum": "b5cec4f6e62adb3bf19bbec35d68200a"}, "Scrapedate": "2026-02-13", "Num": ["ASCOPA"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Wettbewerbskommission 31.10.2011 ASCOPA"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Wettbewerbskommission 31.10.2011 ASCOPA"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Wettbewerbskommission 31.10.2011 ASCOPA"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Wettbewerbskommission "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Wettbewerbskommission "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Wettbewerbskommission "}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "ASCOPA"}], "ScrapyJob": "446973/67/1907", "Zeit UTC": "13.02.2026 03:13:14", "Checksum": "3448f4f0bbfdcabcc52c68b7cf038a80", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Wettbewerbskommission 31.10.2011 ASCOPA\nRegeste:\nASCOPA\n\nWürdigung der Parteivorbringen\n202. Das Sekretariat fragte die Parteien nach dem prozentualen Anteil ihres Umsatzes (sellin), den sie zwischen 2004-2008 im Durchschnitt für Werbung ausgegeben hatten.\n203. Arval und Beauté Prestige machten keine Angaben. Bergerat, Bulgari, Chanel, Clarins,\nCoty, Deurocos, Dior, Doyat Diffusion, Estée Lauder, La Prairie, Parfums de Luxe, Puig,\nTanner, Tschanz sowie Wodma230 gaben an, mindestens […]% ihres Sell-in-Umsatzes für\nWerbung auszugeben. Die […]% sind hier als Minimum zu verstehen, die Mehrzahl dieser\nUnternehmen gaben höhere Werte an. Bereits […]% ist ein gewichtiger Anteil des Umsatzes,\nder für Werbung ausgegeben wurde. Die Angaben von Konkurrenten über die Verwendung\ndieses Umsatzteils aufgeteilt nach Werbekanal und Marke ist von grossem Interesse für die\nteilnehmenden Unternehmen. Mit diesem Schluss stimmt Clarins Erklärung überein, wonach\nes allgemein bekannt sei, dass die Werbeausgaben einen wichtigen Kostenposten in der Luxusindustrie darstellten.231\n\n204. Soweit Estée Lauder, Richemont und La Prairie keinen Nutzen im Austausch der Werbeausgaben sahen, steht dies im Widerspruch zu ihrem eigenen Verhalten. Estée Lauder lieferte die Werbeausgaben zwischen 2003 und 2007 lückenlos, Richemont zwischen 2004-\n2007 ebenfalls und auch La Prairie Group (bzw. Juvena und La Prairie) lieferte die Daten\nzumindest zwischen 2005-2007. Zudem sind die Aussagen unvereinbar mit einem ökonomisch rationalen Verhalten. So ist nicht einsehbar, weshalb ein Unternehmen Daten austauschen sollte, die völlig nutzlos sind. Die Antworten der betreffenden Unternehmen vermögen\ndaher nicht zu überzeugen.232\n\n227\nVgl. die Antwort auf Frage 19 des Fragebogens vom 6. April 2009, Act. 190.\n228\nVgl. die Antwort auf Frage 19 des Fragebogens vom 6. April 2009, Act. 218.\n229\nVgl. die Antwort auf Frage 19 des Fragebogens vom 6. April 2009, Act. 172 (YSL), Act. 171 (L’Oréal).\n230\nVgl. die Antwort auf Frage 19 des Fragebogens vom 6. April 2009, Bergerat Act. 153, Bulgari Act. 175, Chanel\nAct. 136, Clarins Act. 136, Coty Act. 195, Deurocos Act. 132, Dior Act. 137, Doyat Diffusion Act. 176, Estée\nLauder Act. 160, La Prairie Act. 194, Parfums de Luxe Act. 187, Puig Act. 131, Tanner Act. 189, Tschanz Act.\n128 sowie Wodma Act. 183.\n231\nAntwort auf Frage 19 des Fragebogens vom 6. April 2009, Act. 168.\n232\nDicopar hat keine Werbeausgaben ausgetauscht, weshalb sich weitere Erläuterungen hierzu erübrigen.\n\n22/2009/02903/COO.2101.111.5.159965 53\n205. Die Erläuterungen von Bulgari und Coty, die Informationen hätten lediglich eine Einschätzung der Gewichtung der Werbeausgaben und keine Rückschlüsse auf Produktlinien\nermöglicht, treffen nicht zu.\n\n206. Dazu ist als erstes festzuhalten, dass die Werbekampagnen der einzelnen Hersteller\nbekannt waren. Werbung in Fernseh- und Kinospots, in Zeitschriften, Plakaten etc. waren für\njedermann ersichtlich. Aus dem Inhalt und der Streuung der Werbung war die Strategie erkennbar.\n\n207. Zweitens muss der Umstand hervorgehoben werden, dass die Parteien aus der Auflistung der Werbeausgaben pro Marke ersehen konnten, über welche Kanäle überhaupt Werbung betrieben wurde. So ist etwa aus der Darstellung der jährlichen Werbeausgaben 2006\nersichtlich, dass L’Oréal für die Marke Biotherm lediglich Werbung über die Kanäle Magazinen/Zeitung sowie Kooperationen betrieb oder Coty mit Joop lediglich in Detaillisten-\nKatalogen.233\n\n208. Die Parteien konnten aus den Werbeausgaben der Konkurrenten nun ablesen, welche\nWerbeaufwendungen diese für einzelne Produktlinien einsetzten. Ein Beispiel aus dem Parfümbereich für das Jahr 2004 vermag dies zu verdeutlichen: Dior gab etwa für die Marke\n„Kenzo“ an, für die Produktgruppe „Men’s Products“ (vgl. Tabelle Rz. 183) einen bestimmten\nBetrag ausgegeben zu haben. Im Jahr 2004 gab es im Bereich Men’s Products lediglich die\ndrei Düfte „Kenzo pour homme,“ „L’eau par Kenzo pour homme“ und „Kenzo Jungle\nHomme.“ Von „Kenzo pour homme“ gab es nebst dem Eau de Toilette (EDT), ein EDT\nfraîche, ein After Shave und Badeprodukte (insgesamt 10 Produkte), von L’eau par Kenzo\ngab es ein EDT und Badeprodukte (insgesamt 8 Produkte) und von „Kenzo Jungle Homme“\ngab es ein EDT.234 Indem die Werbekosten für Kenzo im Bereich „Men’s Products“ angegeben wurden, war in einem ersten Schritt klar, wie viel für diese drei Produktlinien ausgegeben worden war.\n\n209. In einem zweiten Schritt liessen sich noch genauere Rückschlüsse ziehen. ASCOPA\ngab, wie ausgeführt (Rz. 184), eine Liste der einzubeziehenden Detaillisten-Kataloge heraus.\nJede Partei konnte folglich die betreffenden Kataloge durchblättern und sehen, für welche\nder drei Kenzo-Produktlinien bzw. für welche Kenzo „Men’s Products“ Werbung gemacht\nworden war. Die Inserate-Preise waren weither bekannt, wie dies Clarins einräumt.235 Es\nliess sich somit eruieren, welche Beträge pro Produktlinie und teilweise wohl auch Einzelprodukt in Katalogwerbung investiert worden war. Durch die Kenntnis der Ausgabe Werbekanal\n„Detaillisten-Kataloge“ konnte verifiziert werden, ob die Angaben zutrafen.\n\n210. Ein noch deutlicheren Rückschluss liess die Marke Joop im Jahre 2006 zu. Coty gab\neinzig die Werbeangaben von Joop Men’s Products mit einem gewissen Betrag an und zeigte gleichzeitig an, dass dieser Betrag lediglich für Detailhändler-Kataloge ausgegeben worden war.236 Daraus war somit einerseits ersichtlich, welchen Betrag Coty für die drei Düfte\n„Joop Rococo for men“, „Joop homme“ und „Nightflight“ insgesamt für Werbung einsetzte, da\ndies die einzigen Men’s Products der Marke Joop waren.237 Andererseits war daraus gleichzeitig ersichtlich, wie viel Coty für diese drei Düfte in Detailhändler-Katalogen investiert hatte.\n\n"}