{"Signatur": "CH_WBK_001", "Spider": "CH_WEKO", "Datum": "2011-10-31", "PDF": {"Datei": "CH_WEKO/CH_WBK_001_ASCOPA_2011-10-31.pdf", "URL": "https://www.weko.admin.ch/dam/weko/de/dokumente/2012/01/ascopa_verfuegung.pdf.download.pdf/ascopa_verfuegung.pdf", "Checksum": "b5cec4f6e62adb3bf19bbec35d68200a"}, "Scrapedate": "2026-02-13", "Num": ["ASCOPA"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Wettbewerbskommission 31.10.2011 ASCOPA"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Wettbewerbskommission 31.10.2011 ASCOPA"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Wettbewerbskommission 31.10.2011 ASCOPA"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Wettbewerbskommission "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Wettbewerbskommission "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Wettbewerbskommission "}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "ASCOPA"}], "ScrapyJob": "446973/67/1907", "Zeit UTC": "13.02.2026 03:13:14", "Checksum": "3448f4f0bbfdcabcc52c68b7cf038a80", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Wettbewerbskommission 31.10.2011 ASCOPA\nRegeste:\nASCOPA\n\n168. Ein Untersuchungsadressat brachte vor, die Sell-in Studien liessen sich auch über „European Forecast“187 beziehen. Die Studien der European Forecast seien detaillierter als diejenigen von ASCOPA. Auf Kundenwunsch hin würde nicht nur Auskunft über Produktkategorien gegeben sondern auch über einzelne Produkte.188\n169. Vorweg sei ein fundamentaler Unterschied zwischen den genannten Studien und den\nvon ASCOPA ausgetauschten Daten erwähnt. Während das Produkt von European Forecast\neinem offenen Adressatenkreis zur Verfügung steht, also von jedem Marktteilnehmer erworben werden kann, der bereit ist, den Preis dafür zu bezahlen, standen die ASCOPA-Daten\nnur den Verbandsmitgliedern zur Verfügung, sofern sie ihre eigenen Daten termingerecht lieferten. Ferner ändert dieses Vorbringen nichts am Umstand, dass die ASCOPA-Mitglieder\nden Informationsaustausch dennoch während zahlreichen Jahren betrieben haben.\n\n170. Ein weiterer und zentraler Unterschied zwischen den beiden Darstellungen besteht\ndarin, dass die Angaben der ASCOPA-Mitglieder monatlich, vierteljährlich und jährlich geliefert wurden, während European Forecast-Studien nur einmal im Jahr erhältlich waren. Die\ndrei von ASCOPA erstellten Studien ergaben also im Verlaufe des Jahres ein aktuelles Abbild des Marktes, während die Studien von European Forecast notwendigerweise nur das\nbereits vergangene Geschäftsjahr abbildeten. Die Publikation der Studien erfolgte zudem mit\neiner gewissen zeitlichen Verzögerung, die für die Fertigstellung der Studie benötigt wurde.\n\n171. Der Einwand, die Studien von European Forecast seien detaillierter, trifft nicht zu. Sowohl in den von ASCOPA erstellten „Enquêtes“ als auch in den Studien von European Forecast werden die Umsätze der verschiedenen Unternehmen aufgeteilt in Produktkategorien.\nAllerdings waren die Produktkategorien in den Studien von European Forecast189 etwas weiter gefasst. So unterschieden die European Forecast-Studien bei den Düften zwischen Frauen und Männer-Düften und enthielten eine Liste der Top 20 Damen- und Herren-Düfte. Ferner listeten die Studien die Top 10 der neuen Männer- und Frauendüfte auf. Die Umsatzangaben von ASCOPA enthielten eine Unterscheidung nach Männer und Frauen-Düften. Die\n\n186\nAct. 131, 4, Antwort 6.\n187\nEuropean Forecast ist ein Marktforschungsunternehmen, welches gemäss eigenen Angaben eine Klassierung\nder selektiv vertriebenen Luxus-Parfumerie- und Kosmetikprodukte und die dazugehörigen Marktanteile erstellt (Act. 223, 1).\n188\nAct. 195, Rz 19.6 ff.\n189\nAct. 170, Beilage 2.\n\n22/2009/02903/COO.2101.111.5.159965 45\nFrauendüfte waren in fünf verschiedene Kategorien aufgeteilt (Parfum, Extracts; Parfums de\ntoilette, Eaux de toilette venant d’extraits; Eaux de Toilette non dérivées d’un extrait, Serviette rafraîchantes; Divers), die Männerdüfte in drei (Crèmes à raser, savons à barbe; Produits\naprès rasage (lait, after shave); Eaux de toilette, Eaux de Cologne) (vgl. Anhang I).\n\n172. Die Angabe, auf Kundenwunsch hin würden von European Forecast auch Umsatzangaben pro Produkt erfasst, trifft in eingeschränktem Masse zu.190 Aus den den Wettbewerbsbehörden vorliegenden Akten ist ersichtlich, dass in den European Forecast-Studien zumindest die erfolgreichsten Parfüm-Produkte einzeln aufgeführt wurden sowie deren Ranking\nund Marktanteile.191\n\n173. Insgesamt kann also nicht davon ausgegangen werden, dass European Forecast detailliertere Daten geliefert hätte. Hinzu kommt, dass die Daten von European Forecast nicht\nauf dem gleichen aktuellen Stand waren, wie die im Rahmen von ASCOPA ausgetauschten\nDaten. Schliesslich waren die Studien nicht nur für bestimmte Marktteilnehmer zugänglich.\nDie Studien konnten somit den Umsatzaustausch zwischen den Parteien nicht ersetzen.\n\nb) AC Nielsen\n\n174. Überdies wird vorgebracht, von grösserem Interesse als die Sell-in-Daten seien die\nSell-out Daten für die ASCOPA-Mitglieder, welche über das Marktforschungsunternehmen\nAC Nielsen bezogen hätten werden können.192 Dagegen bringen andere ASCOPA-Mitglieder\nvor, dass es keine Alternativen gab zum Bezug von Umsatzinformationen.193\n\n175. Es steht fest, dass die Äusserung, die „wertvolleren“ Sell-out-Daten hätten von AC\nNielsen bezogen werden können, unzutreffend ist. Das Sekretariat forderte von Import, Marionnaud, Douglas, Manor, Sun Store und Globus für die Jahre 2000-2010 Produktname, Produktnummer (EAN-Code), generierter Umsatz, Bruttoeinkaufspreis (ohne MWST), Nettoeinkaufspreis (ohne MWST), Verkaufspreis (ohne MWST), Verkaufsmenge und Einkaufsmenge\nein. Die Parteien konnten frühestens Angaben ab 2007 senden, in einem Fall waren Informationen ab 2006 erhältlich.194 Wenn die grössten Retailer dem Sekretariat diese Umsatzangaben nicht liefern konnten, waren sie dazu auch gegenüber AC Nielsen nicht in der Lage.\n\n176. AC Nielsen verfügte in der untersuchten Zeitspanne (2004-2008) nach eigenen Angaben nur in sehr begrenztem Umfang über Sell-out-Daten im Bereich der Kosmetikprodukte.\nDie Angaben bezüglich der wenigen Produkte waren zudem allesamt dem Bereich des\nMass-Market zuzuordnen. Im Bereich der Luxusprodukte gab es keine solchen Angaben. In\nÜbereinstimmung damit gibt Puig an, gleichwertige Angaben seien erst ab Sommer 2009 bei\nAC Nielsen verfügbar gewesen.195\n\n177. Ferner ist anzufügen, dass AC Nielsen im Gegensatz zu ASCOPA nicht von Marktteilnehmern geleitet wird. Deren Studien stehen jedermann offen, der sich dafür interessiert,\nund nicht nur den Lieferanten der Informationen.\n\nc) Händler\n\n178. Es lässt sich argumentieren, dass die Umsätze pro Marke auch von Händlern in Erfahrung gebracht werden können. Diese Möglichkeit besteht jedoch nur in sehr beschränktem\n\n"}