{"Signatur": "CH_WBK_001", "Spider": "CH_WEKO", "Datum": "2011-10-31", "PDF": {"Datei": "CH_WEKO/CH_WBK_001_ASCOPA_2011-10-31.pdf", "URL": "https://www.weko.admin.ch/dam/weko/de/dokumente/2012/01/ascopa_verfuegung.pdf.download.pdf/ascopa_verfuegung.pdf", "Checksum": "b5cec4f6e62adb3bf19bbec35d68200a"}, "Scrapedate": "2026-02-13", "Num": ["ASCOPA"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Wettbewerbskommission 31.10.2011 ASCOPA"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Wettbewerbskommission 31.10.2011 ASCOPA"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Wettbewerbskommission 31.10.2011 ASCOPA"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Wettbewerbskommission "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Wettbewerbskommission "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Wettbewerbskommission "}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "ASCOPA"}], "ScrapyJob": "446973/67/1907", "Zeit UTC": "13.02.2026 03:13:14", "Checksum": "3448f4f0bbfdcabcc52c68b7cf038a80", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Wettbewerbskommission 31.10.2011 ASCOPA\nRegeste:\nASCOPA\n\n22/2009/02903/COO.2101.111.5.159965 43\nsei die Basis für den Entscheid, welche Produkte durch eine grössere Marketingkampagne\nvorangetrieben werden sollten. Zudem ermöglichte es den Einfluss der Marketinganstrengungen für die eigenen Marken und derjenigen der Konkurrenz zu beobachten.182\n\n161. Das Gutachten führt weiter aus, Marktanteile seien die hauptsächlichen Leistungskennzahlen (key performance indicator, KPI) für Parfümhersteller, da es sich um einen sehr\nwettbewerbsintensiven Markt handle, in dem leichte Fluktuationen einen grossen Einfluss auf\nUmsatz und Positionierung hätten. Indem die Marktanteilsentwicklungen nahe verfolgt würden, könnten die Parfümhersteller rechtzeitig reagieren und die Lagerbestände bei den Retailern oder die Marketingausgaben erhöhen. Wie in anderen Konsumgütermärkten, welche\nähnliche Charakteristiken aufwiesen wie der Parfümmarkt, hätten sogar kleine Änderungen\nder Marktanteile einen grossen Einfluss auf das finanzielle Resultat. Schlüsselinstrument um\nden Marktanteile zu beeinflussen, seien grosse Marketing-Budgets und weltweite Marketingkampagnen. Nebst dem Duft eines Parfums sei der Aufbau einer starken Marke ein Schlüsselfaktor um die Konsumentenloyalität zu erhöhen.183\n162. Es gibt keinen Grund an der grundsätzlichen Richtigkeit dieser Angaben zu zweifeln.\nAllerdings nimmt das Gutachten an dieser Stelle keinen Bezug auf die Preise, welche (auch\nlaut dem von Coty eingereichten Gutachten184) einen zentralen Wettbewerbsparameter darstellen. Die Marktbeobachtung erlaubte daher nicht nur die Marketingausgaben anzupassen,\nsondern eben auch die Bruttopreise. Denn erzielte ein Unternehmen mit einem gewissen\nProdukt und unter Einsatz eines bestimmten Marketingbudgets Umsatzgewinne, ist es zentral zu wissen, zu welchem Preis dieser Gewinn erzielt wurde.\n\n(iii) Parteieinwände\n\nGenauigkeit der Umsatzdaten\n163. Von den Parteien wird teilweise vorgebracht, die Umsatzinformationen von ASCOPA\nhätten Ungenauigkeiten enthalten oder die Daten von European Forecast seien genauer.\n\n164. Dem ist vorab zu entgegnen, dass es keine Angaben gibt, welche ein absolut exaktes\nAbbild des Marktes erlauben. Fest steht, dass die Umsatzangaben genügend detailliert und\ngenau waren, um diese während Jahrzehnten auszutauschen, was den Wert dieser Daten\ndokumentiert.\n165. Die Ungenauigkeiten, welche sich daraus ergeben können, dass ein Teil der an den\nHandel gelieferten Waren als Vorrat gelagert wird, sind unbedeutend. Erstens wird der Umfang der Lagerbestände dadurch beschränkt, dass Kosmetikprodukte ein Verfallsdatum aufweisen. Zweitens konnten die Parteien davon ausgehen, dass die Retailer die eingekaufte\nWare jeweils weiterverkaufen (vgl. Rz 156). Drittens werden die Händler im Rahmen ihrer\nVertriebsverträge von ihren Lieferanten in der Regel ohnehin dazu verpflichtet, einen ausreichenden Bestand der vertriebenen Produkte im Lager zu halten (vgl. Rz 482).185 Daraus ist\nersichtlich, dass ein gewisser Lagerbestand von den Parteien gewünscht wird und diese damit rechnen, dass die gelagerte Ware abgesetzt wird.\n\n166. Die Vergleiche mit den Vorjahreszahlen und die Bestellfrequenz der Händler ermöglichten es den Lieferanten zudem, allfällige Lagerbestände bei den Händlern abzuschätzen\nund somit ein klares Bild über die tatsächlich verkauften Mengen ihrer Produkte zu erhalten.\n\n182\nAct. 426, Beilage 2, 11.\n183\nAct. 426, Beilage 2, 11.\n184\nAct. 422 Beilage 1, 16.\n185\nAct. 2, Beilage B21, Allgemeine Verkaufsbedingungen, Ziff. II.1.\n\n22/2009/02903/COO.2101.111.5.159965 44\n167. Schliesslich überzeugt die Darstellung nicht, die Umsatzdaten von European Forecast\nseien genauer gewesen als die im Rahmen von ASCOPA ausgetauschten Daten. Es ist nicht\neinzusehen, weshalb etwa die im Rahmen eines Audits von European Forecast zusammengestellten Daten per se verlässlicher sein sollten als solche, die monatlich von verschiedenen Unternehmen an die ASCOPA geliefert bzw. selbst in die ASCOPA-Internetmaske eingegeben wurden. Es ist nicht nur möglich – wie dies die Parteien vorbringen – die Umsatzzahlen gegenüber ASCOPA beschönigt darzustellen, sondern auch gegenüber European\nForecast. Die WEKO geht daher davon aus, dass die ausgetauschten Umsatzangaben nicht\nweniger genau waren als diejenigen von European Forecast. Dieser Schluss wird von Puig\nbestätigt. Das Unternehmen betrachtet die Angaben von European Forecast als nicht verlässlicher als diejenigen von ASCOPA.186 Abgesehen davon können die Parteien aus allfälligen Ungenauigkeiten der Umsatzangaben nichts zu ihren Gunsten ableiten. Wie bereits\nausgeführt, ist der Umsatzaustausch nicht isoliert zu betrachten, sondern im Zusammenhang\nmit dem Preislistenaustausch und dem Austausch der Werbeausgaben.\n\nAlternative Bezugsquellen von Marktanteilsdaten\n\na) European Forecast\n\n"}