{"Signatur": "CH_WBK_001", "Spider": "CH_WEKO", "Datum": "2011-10-31", "PDF": {"Datei": "CH_WEKO/CH_WBK_001_ASCOPA_2011-10-31.pdf", "URL": "https://www.weko.admin.ch/dam/weko/de/dokumente/2012/01/ascopa_verfuegung.pdf.download.pdf/ascopa_verfuegung.pdf", "Checksum": "b5cec4f6e62adb3bf19bbec35d68200a"}, "Scrapedate": "2026-02-13", "Num": ["ASCOPA"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Wettbewerbskommission 31.10.2011 ASCOPA"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Wettbewerbskommission 31.10.2011 ASCOPA"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Wettbewerbskommission 31.10.2011 ASCOPA"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Wettbewerbskommission "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Wettbewerbskommission "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Wettbewerbskommission "}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "ASCOPA"}], "ScrapyJob": "446973/67/1907", "Zeit UTC": "13.02.2026 03:13:14", "Checksum": "3448f4f0bbfdcabcc52c68b7cf038a80", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Wettbewerbskommission 31.10.2011 ASCOPA\nRegeste:\nASCOPA\n\n108. Interessant seien des Weiteren die Angabe der ungefähren Endverkaufspreise oder\nunverbindlichen Preisempfehlungen gewesen (vgl. hierzu Rz 48). Gestützt darauf hätten die\nzu erwartenden Verkaufspreise der Konkurrenz in etwa abgeschätzt werden können. Ferner\nsei daraus ersichtlich gewesen, wo die eigenen Produkte im Vergleich zur Konkurrenz positioniert gewesen seien.116 Die Endverkaufspreise konnten also nicht nur mittels der genannten\nFormel hergeleitet werden, sondern auch aufgrund der von dreizehn Mitglieder-Unternehmen\nzur Verfügung stehenden empfohlenen Wiederverkaufspreise (Bulgari, Cartier, Clarins, Deurocos, Doyat Diffusion, Elisabeth Arden, Estée Lauder, Kanebo, Juvena, Star Cos Sàrl, Tanner, Tschanz und YSL)117.\n\n109. Setzte der einzelne Hersteller/Distributor schliesslich voraus, dass der Koeffizient mit\ndem ein Händler seine Einkaufspreise multipliziert, um den Endverkaufspreis festzulegen,\nbei allen Konkurrenzunternehmen derselbe sei, konnte er auch die Sell-in-Preise der Konkurrenten berechnen. Dazu musste er den Endverkaufspreis durch diesen Koeffizienten teilen.\nWie erwähnt, kannte jeder Hersteller ausserdem die Höhe der Marge, die der Händler mit\nseinen Produkten erzielte, und konnte davon ausgehen, dass die Marge des Händlers auf\ndie Konkurrenzprodukte in etwa mit dieser übereinstimmen würde. Er brauchte also vom\nEndverkaufspreis lediglich die Marge zu subtrahieren, um die ungefähren Sell-in-Preise der\nKonkurrenz relativ genau einzuschätzen. Der Vergleich dieser Differenz mit den Bruttopreislisten erlaubte es den Parteien ferner, die ungefähren Rabatte der Konkurrenten zu berechnen.\n\n(iv) Fazit\n\n110. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass der Austausch der Preislisten geeignet war, die Preispolitik der beteiligten Unternehmen zu beeinflussen. Er ermöglichte den\nParteien, das Preisverhalten ihrer Wettbewerber nachzuvollziehen und ihre eigenen Bruttopreise den Konkurrenten anzupassen. Sie konnten dem beklagten Preiszerfall auf Nettopreisebene durch eine entsprechende Bruttopreissetzung begegnen. Die Möglichkeit, den\nWettbewerb einzuschränken bestand unabhängig davon, ob die Parteien dies tatsächlich\nbeabsichtigten.\n\n115\nAct. 87, Protokoll der Einvernahme von ASCOPA vom 11. März 2009, 3.\n116\nAct. 170, Rz 20.\n117\nBulgari (Act. 2 Beilage B1), Cartier (Act. 2 Beilage B2), Clarins (Act. 2 Beilage B4), Deurocos Cosmetic (Act. 2\nBeilage B6), Doyat Diffusion SA (Act. 2 Beilage B7), Elisabeth Arden (Act. 2 Beilage B9), Estée Lauder (Act. 2\nBeilage B10), Juvena (Act. 2 Beilage B11), Star Cos Sàrl (Act. 2 Beilage B 23), Tanner (Act. 2 Beilage B 24),\nTschanz Distribution (Act. 2 Beilage B 25), YSL Beauté SA (Act. 2 Beilage 28). Marbert Kosmetik GmbH (Act.\n2 Beilage B 13), Soparco SA (Act. 2 Beilage B 22) lieferten ebenfalls empfohlene Wiederverkaufspreise. Diese Unternehmen stellten ihre Geschäftsaktivitäten bereits vor Eröffnung der Untersuchung nicht mehr.\n\n22/2009/02903/COO.2101.111.5.159965 31\n111. In Verbindung mit dem übrigen Informationsaustausch führte der Preislistenaustausch\ndazu, dass sich die Preise der Bestsellerprodukte in der unten beschriebenen Weise entwickelten (vgl. B.4.4.3). Der befürchtete Preiszerfall trat nicht ein, vielmehr führte der Informationsaustausch zu einem Kollusionsergebnis auf den relevanten Märkten.\n\nA.3.3 Austausch von Umsatzinformationen\n112. Neben Preisinformationen tauschten die Parteien ihre Bruttoumsatzzahlen aus. Die\nBruttoumsatzzahlen (auch sell-in genannt) ergeben sich aus der Stückzahl multipliziert mit\ndem Bruttoverkaufspreis und spiegeln den Betrag wieder, den jedes ASCOPA-Mitglied mit\ndem Verkauf seiner Produkte an den Handel erzielte.118 Ausgetauscht wurden nur die netto\nfakturierten Umsätze, das heisst, die Retoursendungen von Klienten waren darin nicht eingerechnet.119\n113. Sisley bringt vor, die Retoursendungen seien nicht von den Bruttoumsatzzahlen abgezogen worden,120 vermag aber keine Belege vorzubringen, welche ihre Aussagen stützen.\nDie Behauptung widerspricht zudem den Aussagen des Komitees im Rahmen mehrerer Sitzungen: „[…] les chiffres d’affaires figurant dans les statistiques de l’ASCOPA correspondent\nau chiffre d’affaires net facturé (-les retours)“121 und der Anmerkung, welche auf den Fragebogen der ASCOPA angebracht waren: „Important: Les chiffres indiqués doivent correspondre aux chiffres d’affaires de la marque moins les retours.“122\n\n114. Gemäss Angaben der beiden Selbstanzeigerinnen und den eingereichten Beweismitteln wurden die Umsatzinformationen monatlich (vgl. A.3.3.1), vierteljährlich (vgl. A.3.3.2)\nund jährlich (vgl. A.3.3.3) in vom Verband vorgegebener Weise ausgetauscht.123\n\n115. ASCOPA forderte dabei die Mitglieder zur Beantwortung der entsprechenden Fragebogen auf.124 ASCOPA bearbeitete diese Daten nicht weiter, stellte diese jedoch zusammen\nund machte sie sämtlichen Mitgliedern zugänglich. Zu Beginn wurden die Zahlen mittels eines auszufüllenden Formulars in Papierform an die ASCOPA zurückgesandt.125\n\nA.3.3.1 Monatlich ausgetauschte Bruttoumsatzzahlen\n116. Spätestens seit Beginn des Jahres 1993126, gemäss Angaben von ASCOPA seit ca.\n1978127, wurden monatlich Bruttoumsatzzahlen zwischen den Mitgliedern ausgetauscht. Der\nAustausch der monatlichen Umsatzangaben wurde im September 2008 eingestellt.128\n117. Der Austausch wurde bis 2005 mittels eines Formulars betrieben, auf welchem die\nBruttoumsatzzahlen einer bestimmten Marke, der Unternehmensname und der Monat des\n\n"}