{"Signatur": "CH_WBK_001", "Spider": "CH_WEKO", "Datum": "2018-05-01", "PDF": {"Datei": "CH_WEKO/CH_WBK_001_AMAG-Vertriebsnetz_2018-05-01.pdf", "URL": "https://www.weko.admin.ch/dam/weko/de/dokumente/2019/amag-vertriebsnetz-schlussbericht-vom-1-5-2018.pdf.download.pdf/AMAG%20Vertriebsnetz_Schlussbericht%20vom%201.5.2018.pdf", "Checksum": "7234cafb21fd5d1b35c5ae8dc5da28f4"}, "Scrapedate": "2026-02-13", "Num": ["AMAG Vertriebsnetz"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Wettbewerbskommission 01.05.2018 AMAG Vertriebsnetz"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Wettbewerbskommission 01.05.2018 AMAG Vertriebsnetz"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Wettbewerbskommission 01.05.2018 AMAG Vertriebsnetz"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Wettbewerbskommission "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Wettbewerbskommission "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Wettbewerbskommission "}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "AMAG Vertriebsnetz"}], "ScrapyJob": "446973/67/1907", "Zeit UTC": "13.02.2026 03:13:02", "Checksum": "eb00576683349a9ccb3be31b3635e815", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Wettbewerbskommission 01.05.2018 AMAG Vertriebsnetz\nRegeste:\nAMAG Vertriebsnetz\n\n […]Abbildung 5: (Gewählte) JAM in Prozent zum JAZ im Zeitraum 2011–2015\n(Berechnung und Darstellung Sekretariat, Quelle: AMAG)\n89. In Abbildung 5 ist die tatsächlich gewählte JAM relativ (in Prozent) zum vorgeschlagenen\nJAZ der Händler für die Jahre 2011 bis 2015 dargestellt. Ohne grosse Unterschiede zwischen\nden einzelnen Marken wählten die Händler […].\n90. Gemäss der AMAG wird die vom Händler gewählte JAM in eine Jahreszielvereinbarung\nübernommen. Eine solche Vereinbarung enthalte auch Angaben zur Gesamtmarkteinschätzung (und einer Premiummarkteinschätzung z.B. für Audi) und werde von beiden Seiten, also\nvon der AMAG und dem jeweiligen Händler, unterzeichnet.\n91. Im dritten Quartal des Jahres würden die Verkaufsziele angepasst, wenn sich die Entwicklung des Gesamtmarktes um mehr als +/- 3 % von den (ursprünglichen) Marktprognosen\nunterscheide. Sofern starke Marktveränderungen (Abweichungen von mehr als 10 %) aufträten, könne die AMAG «in Absprache mit dem Händlerverband die Jahresziele unterjährig indikativ anpassen». Das definitive Jahresziel werde immer im Oktober eines jeden Jahres festgelegt und sei anschliessend in diesem Jahr bonusrelevant.\n92. Die AMAG betont, dass der Prozess der Festlegung der Jahresziele (Berechnung des\nJAZ aufgrund einer Gesamtmarktschätzung, Korrektur durch den JAM) für zugelassene Händler und für AMAG Retail Betriebe gleich gehandhabt werde. Darüber hinaus seien diese Verkaufsziele, wie in Abbildung 4 dargestellt, bonusrelevant. Diese Verkaufsziele stellten aber\nausdrücklich keinen ausserordentlichen Kündigungsgrund dar. Entsprechend seien auch\nkeine Kündigungen wegen «Nichterreichung der Verkaufsziele» erfolgt.\n93. Die Auswertung der Händler-Zielerreichung der AMAG für die Marke VW PW (Abbildung\n6) zeigt exemplarisch auf, dass für das Jahr 2014 ein Grossteil der Händler bei der Erreichung\nder Jahresziele in einem Bereich von 80-120% gelegen hat.\n\n13 Berechnung: 80 % von 120 % ist 96 % (0.8x1.2=0.96).\n14 Berechnung: 80 % von 110 % ist 88 % (0.8x1.1=0.88).\n\n22-00027/COO.2101.111.7.305747 19\nAbbildung 6: Händler-Zielerreichungsgrad VW PW, Jahr 2014\n(Darstellung Sekretariat, Quelle: AMAG)\n\n94. Gemäss Einschätzung der AMAG könne deshalb nicht die Rede davon sein, dass übertrieben hohe Verkaufsziele eine Zielerreichung der Händler verunmöglichen würden.\n95. Mit Verweis auf Abbildung 4 bedeutet dies allerdings auch, dass, in obigem Beispiel,\nmehr als die Hälfte der Handelspartner im Bereich von 80 % bis 120 % Zielerreichungsgrad,\ndie Zielerreichung von 100 % (Realisation) verfehlte.\n\nAbbildung 7: Anteile Zielerreichungsgrad VW-Konzernmarken 2011–2015\n(Berechnung und Darstellung Sekretariat, Quelle: AMAG)\n96. Nach Berechnungen des Sekretariates auf Grundlage der Eingaben der AMAG (vgl. Abbildung 7) erreichten im Durchschnitt der Jahre 2011 bis 2015 ca. 74 % der Handelspartner\nder VW-Konzernmarken (VW PW, Audi, Seat, Škoda und VW NF) das Jahresziel mit einer\nRealisation zwischen 80 % und 120 %. Auch kann die Aussage der AMAG nachvollzogen werden, dass rund die Hälfte der Handelspartner das Jahresziel von 100 % nicht erreichen (Realisationen zwischen 0 % und 99.99 %). Es bestehen aber je nach Marke starke Unterschiede,\nso erreichten die Handelspartner ihre Ziele unterteilt nach Marken bei VW PW zu 57 %, bei\nAudi zu 66 %, bei Seat zu 55 %, bei Škoda zu 36 % und bei VW NF zu 37 % nicht.\n97. Die AMAG führt aus, dass es bereits ab 80 % Zielerreichung einen Bonus gebe, nach\nBerechnungen des Sekretariates erhielten demnach im Durchschnitt der Jahre 2011 bis 2015\njeweils 12 % der Händler über alle VW-Konzernmarken keinen Zielerreichungsbonus. Eine\n\n22-00027/COO.2101.111.7.305747 20\ntatsächliche Erfüllung im Bereich von 80 % bis 99 % und damit eine entsprechende «Kürzung»\nerreichten ca. 38 % aller Händler, wobei es auch hier grosse Unterschiede zwischen den einzelnen Marken gab. Konkret liegt der Anteil solcher Händler nach Marken bei VW PW bei\n45 %, bei Audi bei 54 %, bei Seat bei 37 %, bei Škoda bei 28 % und bei VW NF bei 24 %.\n98. Legt man das Margensystem von VW aus dem Jahr 2014 zu Grunde, so stellt der Anteil\ndes Zielerreichungsbonus zusammen mit dem Quartalzielerreichungsbonus mit ca. einem\nViertel durchaus einen bedeutenden Teil der Vergütung für die Händler dar (vgl. Abbildung 3).\nWenn bis zu 66 % der Händler von einer verminderten Marge (im Vergleich zu einer 100-\nprozentigen Erfüllung) betroffen sind, wie bspw. bei Audi, so kann dies eine Erklärung für die\nAussagen der Händler sein, wonach die Senkung der Marge in den letzten Jahren durch die\nAMAG verursacht worden sei.\n\n99. Auf der anderen Seite macht die AMAG geltend, dass dieses System bewusst so gewählt wurde, um mit den Händlern realistische Ziele zu vereinbaren, da diese gemäss Erfahrungen der AMAG (sonst) ein tiefes Ziel bevorzugen würden (obwohl dies gemäss Abbildung\n4 nicht rational erscheint) und eine solche Wahl eine entsprechende realistische Ressourcenplanung der AMAG und des Herstellers verunmöglichen würde.\n\nA.5.7.1.4 Zwischenfazit\n\n"}