{"Signatur": "CH_WBK_001", "Spider": "CH_WEKO", "Datum": "2009-10-19", "PDF": {"Datei": "CH_WEKO/CH_WBK_001_ADSL-II_2009-10-19.pdf", "URL": "https://www.weko.admin.ch/dam/weko/de/dokumente/2010/01/adsl_ii.pdf.download.pdf/adsl_ii.pdf", "Checksum": "2676bd0df7ff988cedb969c0d7c57f81"}, "Scrapedate": "2026-02-13", "Num": ["ADSL II"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Wettbewerbskommission 19.10.2009 ADSL II"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Wettbewerbskommission 19.10.2009 ADSL II"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Wettbewerbskommission 19.10.2009 ADSL II"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Wettbewerbskommission "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Wettbewerbskommission "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Wettbewerbskommission "}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "ADSL II"}], "ScrapyJob": "446973/67/1907", "Zeit UTC": "13.02.2026 03:13:16", "Checksum": "e75f44eb02045f142e899defb0daff5e", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Wettbewerbskommission 19.10.2009 ADSL II\nRegeste:\nADSL II\n\n 70/102\ngend, den Schlussfolgerungen des BAKOM als sektorspezifische Fachbehörde zu folgen, die\neine Marge von 19.46% als unzureichend erachtet. Ausserdem gilt es festzuhalten, dass die\nDifferenz zwischen der vorliegend ermittelten Marge und der vom BAKOM als ausreichend\nerachteten Marge von rund 3 Prozentpunkte wie bereits in Rz. 282 dargelegt 18 bis 54%\ngrösser sein müsste.\n\n299. Swisscom macht in Rz. 198 ihrer Stellungnahme vom 26. März 2009 278 geltend, dass\ndie Marge falsch berechnet wurde, weil nicht auf die bei Bluewin anfallenden Kosten abgestellt wurde, weil die Zugangspreise von 31.20 Franken nicht konstant blieben, sondern im\nJahr 2008 auf 28.-- Franken gesenkt wurden und weil das Sekretariat ein völlig falsches Bild\nvermittle, indem es suggeriere, dass während des gesamten Untersuchungszeitraums nie\nPreisanpassungen stattgefunden hätten.\n\n300. Hierzu ist Folgendes anzumerken: Auf die geltend gemachten Preissenkungen von\nSwisscom und Bluewin wird in Rz. 139 ff. eingegangen. Bandbreitenerhöhungen haben\ngrundsätzlich keinen Einfluss auf die Marge, da sie sowohl auf Wholesale- wie auch auf Re-\ntail-Stufe gleichermassen erfolgen. Die Preissenkung von 31.20 Franken auf 28.-- Franken\nerfolgte erst auf den 1. Januar 2008 und ist daher für die Marge aus Tabelle 7 auf S. 67 nicht\nvon Bedeutung. Vorliegend wurde auf die durchschnittlichen Connectivity-Kosten von Sunrise und Tele2 abgestellt, weil die Marge für alternative Anbieter von Breitbandinternet ausreichend sein muss, um ihre weiteren Kosten wie Marketing, Billing, Kundenakquisition etc. decken zu können. Im Übrigen führt die Berechnung von Swisscom zu einem Wert (21.21\nFranken), welcher immer noch unter der unteren Grenze des vom BAKOM als zulässig und\nangemessen bezeichneten Bereiches liegt (vgl. Rz. 281). Die WEKO hat zur Erhöhung der\nUntersuchungsdichte nicht nur die Marge von Bluewin (Test 1), sondern auch noch diejenigen von Sunrise, Tele2 und Green berechnet (Test 2, vgl. Rz. 223). Ferner hat sie vorliegend\nzusätzlich noch die sog. „Retail-Minus“-Methode für das 3’500/300-Angebot untersucht. Dabei ergaben Test 2 und die Retail-Minus-Methode, dass die Margen im Zeitraum bis Dezember 2007 nicht ausreichen, um das Retail-Geschäft profitabel zu betreiben. Lediglich Test 1\nergab für Bluewin einen geringfügigen Gewinn für das Jahr 2007 (siehe dazu bereits Rz.\n290).\n\n301. Swisscom macht in Rz. 199 ihrer Stellungnahme vom 26. März 2009 279 geltend, dass\ndie gewählte Benchmark-Methode aus methodischen Gründen untauglich sei, da die Retail-\nKosten (Marketing, Vertrieb, Billing, Produktentwicklung, Kundenservice etc.) von den Marktund Wettbewerbsverhältnissen und von der jeweiligen Unternehmensstrategie abhängen.\nEine bewusst gewählte Hochqualitätsstrategie würde sich damit auf die im Retail-Geschäft\nentstehenden Kosten auswirken. Ferner sei die vom BAKOM für den Ländervergleich getroffene Auswahl der Länder fraglich.\n\n302. Hierzu ist Folgendes anzumerken: Die Stärke der sog. Retail-Minus-Methode liegt gerade darin, dass die von Swisscom genannten Kostenpunkte wie Marketing, Vertrieb, Billing,\nProduktentwicklung, Kundenservice nicht mit in die Betrachtung einfliessen. Die Marge wird\nlediglich aus den bei Swisscom anfallenden Wholesale-Preisen berechnet. Damit ist die\nMarge völlig unabhängig von der Unternehmensstrategie. In Bezug auf die Auswahl der\nLänder stützt sich die WEKO auf die Angaben der sektorspezifischen Regulierungsbehörde\nBAKOM (siehe Rz. 278). Es kann davon ausgegangen werden, dass die sektorspezifischen\nRegulierungsbehörde aufgrund ihrer spezifischen Branchenkenntnisse in der Lage ist, eine\ngeeignete Auswahl an vergleichbaren Ländern zu treffen, weshalb keine Gründe erkennbar\nsind, inwieweit die Vorgehensweise des BAKOM zu beanstanden sein soll.\n\n303. Swisscom macht in Rz. 201 ihrer Stellungnahme vom 26. März 2009 280 geltend, die\neinmaligen Kosten von 135‘000 Franken, welche zu den monatlichen Kosten hinzukämen,\n\n278\nAkte Nr. 123.\n279\nAkte Nr. 123.\n280\nAkte Nr. 123.\n\n71/102\nwürden zwar stimmen, relativierten sich aber sehr stark über die Gesamtkundenzahl und\nnach einer bestimmten Dauer.\n\n304. Hierzu ist Folgendes anzumerken: Swisscom bestätigt damit die Existenz dieser zusätzlichen Kosten. Wie stark sich diese Anfangsinvestitionen, welche u.a. die Installation einer ersten IP Anbindung und zusätzlicher IP Anbindungen sowie die Implementierung aller\nschweizerischen Zugangsregionen umfassen 281 , auf die einzelnen Anbieter auswirken, hängt\nvon der Anzahl Endkunden der jeweiligen ISP ab. Es ist zu ergänzen, dass viele ISP nicht\nwie Bluewin oder Sunrise im Massenmarkt tätig sind, sondern im Vergleich zu diesen nur\nüber eine geringe Anzahl an Endkunden verfügen. Für diese Anbieter verringert sich die\nMarge durch die genannten Fixkosten deutlich.\n\n305. Swisscom macht in Rz. 196 ihrer Stellungnahme vom 26. März 2009 282 geltend, dass\ndie WEKO in ihrer bisherigen Praxis das Vorliegen einer Kosten-Preis-Schere verneinte,\nwenn Wiederverkäufer eine Marge von 5% erzielen konnten. Dies sei bedeutend weniger,\nals die Marge von rund 20%, welche die ISP mit den Breitbandangeboten erreichen können.\nDaher sei es nicht nachvollziehbar, weshalb in vorliegender Untersuchung von einer Kosten-\nPreis-Schere ausgegangen werde.\n\n"}