{"Signatur": "CH_WBK_001", "Spider": "CH_WEKO", "Datum": "2009-10-19", "PDF": {"Datei": "CH_WEKO/CH_WBK_001_ADSL-II_2009-10-19.pdf", "URL": "https://www.weko.admin.ch/dam/weko/de/dokumente/2010/01/adsl_ii.pdf.download.pdf/adsl_ii.pdf", "Checksum": "2676bd0df7ff988cedb969c0d7c57f81"}, "Scrapedate": "2026-02-13", "Num": ["ADSL II"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Wettbewerbskommission 19.10.2009 ADSL II"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Wettbewerbskommission 19.10.2009 ADSL II"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Wettbewerbskommission 19.10.2009 ADSL II"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Wettbewerbskommission "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Wettbewerbskommission "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Wettbewerbskommission "}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "ADSL II"}], "ScrapyJob": "446973/67/1907", "Zeit UTC": "13.02.2026 03:13:16", "Checksum": "e75f44eb02045f142e899defb0daff5e", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Wettbewerbskommission 19.10.2009 ADSL II\nRegeste:\nADSL II\n\n160. Die Marktanteile von Swisscom, der alternativen ISP und der Kabelnetzbetreiber wurden bereits dargestellt und gewürdigt (vgl. Rz. 124 ff.). Anhand der Marktentwicklung und\nweiterer Indikatoren lassen sich folgende Aussagen machen: Es hat sich ergeben, dass die\nADSL-Technologie stärker wächst als die Kabelnetzzugänge und dass unter den ADSL-\nAnbietern nur Bluewin (Swisscom) Marktanteile gewinnt. Die starke Rolle von Swisscom\nauch im nachgelagerten Retail-Markt spricht damit von Anfang an gegen das Vorliegen von\ndisziplinierenden „indirect constraints“. Da die Retail- und Wholesale-Preise über Jahre praktisch unverändert blieben, ist mangels Preisänderungen eine direkte Schätzung der Elastizitäten nicht möglich. Im Übrigen deuten die wholesale- und retail-seitig vorhanden Wechselkosten sowie eine gewisse Trägheit zum Wechsel eher auf eine unelastische Nachfrage hin\n(vgl. Rz. 107, 128 und 395).\n\n161. Dass die indirekten Einflüsse aus dem nachgelagerten Markt ungenügend sind, um\nSwisscom im Wholesale-Markt für Breitbanddienste zu disziplinieren, zeigt sich im Übrigen\nauch mit Blick auf die Ertragssituation von Swisscom: Auf Stufe Wholesale erwirtschaftet\nSwisscom mit dem Produkt BBCS beträchtliche Gewinne. Demgegenüber ist DSL im Retail-\nBereich bei Bluewin ein Verlustgeschäft (vgl. Rz. 308 ff.). Bestünde tatsächlich genügend\nWettbewerbsdruck aus dem nachgelagerten Retail-Markt und würde dieser Wettbewerbsdruck effektiv auf den Wholesale-Markt wirken, wäre eine derartige Ertragssituation nicht\nmöglich.\n\n154\nROMAN INDERST/TOMMASO M. VALLETTI, A Tale of Two Constraints: Assessing Market Power in\nWholesale Markets, European Competition Law Review 2007, S. 84 ff., S. 84.\n155\nROMAN INDERST/ANTON SCHWARZ, Marktabgrenzung und Marktanalyse für Märkte der Vorleistungsebene, Wirtschaft und Wettbewerb (WuW), Jahrg. 58 (2008), Heft 6, S. 637 ff., S. 645.\n156\nThe Principles of Indirect Pricing Constraints in Market Analysis, Demission BV / Tilburg University,\n(www.opta.nl/download/Indirect+Pricing+Constraints+in+Market+Analyses+2%2Epdf, besucht am 1.\nSeptember 2008), 4. Mai 2007, S. 25.\n\n39/102\n162. Um die Internetnutzung endkundenseitig zusätzlich zu betrachten, wurde ein Auszug\nvon 10'876 Haushalten im Rahmen der Net-Metrix-Base-Studie beigezogen 157 . Aufgrund der\nverfügbaren Daten und der fehlenden Preisänderungen war es nicht möglich, die Preiselastizität auf dem Retail-Markt zu schätzen. Obwohl für jeden Datenpunkt im Datensatz die Verfügbarkeit des CATV-Angebots ermittelt werden konnte und jeweils bekannt war, bei welchem Anbieter ein Login-Name existierte, fehlten die Information darüber, welches Angebot\ndes jeweiligen Herstellers der Kunde nutzte und wie lange die Restlaufzeit des bestehenden\nVertrages noch war. Gerade letztere Information ist aber entscheidend, um eine Aussage\ndarüber zu machen, in welchen Ausmass die Kunden bei einer Preiserhöhung des Vorleistungsprodukts von Swisscom auf die CATV-Technologie wechseln würden, da die Wechselkosten gerade bei laufenden Verträgen teilweise erheblich sind.\n\n163. Hingegen gab die Umfrage Aufschluss über die tatsächlichen Ausweichmöglichkeiten\nim Falle von Erhöhungen der Endkundenpreise. Aufgrund der Angabe der Postleitzahl bei\njeder Beobachtung im Datensatz wurde analysiert, ob in diesem Postleitzahl-Gebiet die Möglichkeit eines Internetzugangs via CATV-Technologie besteht. Die Analyse der Verfügbarkeit\neines Kabelnetzes in einem bestimmten Postleitzahl-Gebiet basierte auf Angaben von\nCablecom und des Verbandes Swisscable 158 . Als Ergebnis stellt sich heraus, dass 3'647 der\n10'876 Haushalte (d.h. rund 34%) einen Breitband-Internetzugang nutzen und sich tatsächlich zwischen einer der beiden Zugangstechnologien entscheiden können (3'034 Haushalte\nbasierend auf der DSL-Technologie und 613 Haushalte basierend auf der CATV-\nTechnologie).\n\n164. Swisscom macht in Rz. 15 ff., 69 und 106 ihrer Stellungnahme vom 26. März 2009 159\ngeltend, dass eine umfassende Analyse des Endkundenmarktes nicht stattgefunden habe\nund demnach auch die Einflüsse des Endkunden- auf den Wholesale-Markt nicht beurteilt\nwerden könnten.\n165. Hierzu ist Folgendes zu bemerken: Das Sekretariat hat sich im Antrag an mehreren\nStellen intensiv und umfangreich mit dem Einfluss des nachgelagerten Marktes auf die\nMarktstellung von Swisscom auseinandergesetzt (insb. Rz. 124 ff., 316). Der Thematik wird\nim Antrag ein eigenes Kapitel gewidmet (Kapitel B.3.1.2.2, S. 36). Trotzdem wird bereits bei\nder Untersuchung des aktuellen Wettbewerbs auf die Verhältnisse im Retail-Markt eingegangen (vgl. Rz. 92 ff.), obwohl dies an dieser Stelle gar nicht nötig gewesen wäre. Die diesbezüglichen Argumente von Swisscom wurden vollumfänglich berücksichtigt.\n\n166. Swisscom macht in ihrer Stellungnahme vom 26. März 2009 160 mehrfach geltend, dass\ndie Zahl der Breitbandanschlüsse, über welche Swisscom angeblich verfüge, viel zu hoch\nangesetzt sei. Richtigerweise sei nur auf die [2 – 4] Mio. aktiven Anschlüsse abzustellen.\nEntsprechend verfügten 80% der Haushalte über eine Wahl zwischen Kabelinternet und\nDSL.\n\n"}