{"Signatur": "CH_WBK_001", "Spider": "CH_WEKO", "Datum": "2009-10-19", "PDF": {"Datei": "CH_WEKO/CH_WBK_001_ADSL-II_2009-10-19.pdf", "URL": "https://www.weko.admin.ch/dam/weko/de/dokumente/2010/01/adsl_ii.pdf.download.pdf/adsl_ii.pdf", "Checksum": "2676bd0df7ff988cedb969c0d7c57f81"}, "Scrapedate": "2026-02-13", "Num": ["ADSL II"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Wettbewerbskommission 19.10.2009 ADSL II"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Wettbewerbskommission 19.10.2009 ADSL II"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Wettbewerbskommission 19.10.2009 ADSL II"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Wettbewerbskommission "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Wettbewerbskommission "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Wettbewerbskommission "}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "ADSL II"}], "ScrapyJob": "446973/67/1907", "Zeit UTC": "13.02.2026 03:13:16", "Checksum": "e75f44eb02045f142e899defb0daff5e", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Wettbewerbskommission 19.10.2009 ADSL II\nRegeste:\nADSL II\n\n Aug 07\nAbbildung 5: Die Anzahl geschalteter Breitbandanschlüsse basierend auf Kabel- und auf\nADSL-Technologie vom Januar 2000 bis Dezember 2007\n\n133. Aus Abbildung 6 wird insbesondere der steile Anstieg von Bluewin (Swisscom) ersichtlich: Swisscom ist im Verhältnis zu allen anderen Anbietern überproportional gewachsen.\nDies gilt insbesondere auch im Verhältnis zu anderen xDSL-Anbietern, welche nur schwach\noder gar nicht wachsen (siehe insbesondere Green oder Tele2). Trotz entsprechender Anstrengungen ist es damit keinem der alternativen ISP gelungen, sich auf dem schweizerischen Markt als starker Wettbewerber zu positionieren. Signifikante Marktanteilsgewinne\nblieben aus und Swisscom ist weiterhin der mit Abstand stärkste Akteur.\n\n134. Gemäss einer Studie des BAKOM ist diese Entwicklung nicht nur in der Schweiz, sondern auch in den meisten EU-Ländern zu beobachten 126 . Als Grund dafür wird von der Studie angesehen, dass die DSL-Technologie meistens auf dem Festnetz der historischen\nBetreiberin aufbaut, während alternative Technologien von zahlreichen Betreiberinnen entwickelt werden müssen, die im Allgemeinen über weniger ausgedehnte Netze verfügen. Die\nhistorische Betreiberin verfügt gemäss der Studie dank der Bereitstellung der Telefonanschlüsse über ein landesweites Netz und eine grosse Kundenbasis, wodurch sie über einen\nklaren Wettbewerbsvorteil in Bezug auf die Flächenabdeckung und die Rentabilisierung des\nMarketingaufwands verfügt.\n\n126\nDer Schweizer Fernmeldemarkt im internationalen Vergleich, Um die Schweiz erweiterter Auszug\naus dem 12. Implementierungsbericht der Europäischen Union , BAKOM, Juli 2007, S. 8.\n\n33/102\nAbbildung 6: Die Anzahl Breitbandanschlüsse der grössten fünf Anbieter von Januar 2001\nbis Dezember 2007 [Achse Geschäftsgeheimnis]\n135. Im internationalen Vergleich verfügt die Schweiz über hohe Penetrationsraten im Breitbandbereich, wobei die Preise relativ hoch und Maximalbandbreiten im Vergleich zu vielen\neuropäischen Ländern relativ gering sind 127 . Bezüglich der Preise im Retail-Markt lässt sich\nim Übrigen feststellen, dass diese zwischen 2004 und 2007 gleich geblieben sind (vgl.\nRz. 41). Swisscom und die Anbieter von Kabelinternet scheinen sich über die Bandbreiten\nabzugrenzen statt Wettbewerb über die Preise zu führen, weil sich ersteres weniger stark auf\nihre Ergebnisse auswirkt 128 . Auch ein Blick auf die Preise deutet daher nicht daraufhin, dass\nSwisscom durch die Kabelnetzbetreiber oder andere ADSL-Anbieter diszipliniert wird.\n\n136. Erwähnenswert in diesem Zusammenhang sind auch die Marktanalysen der EU, welche nach wettbewerbsrechtlichen Kriterien unter dem Rechtsrahmen für elektronische Kommunikation durchgeführt werden. Einer der zu analysierenden Märkte ist der Breitbandzugang für Grosskunden 129 . Im relevanten Markt Breitbandzugang für Grosskunden haben im\nJahr 2007 von 23 Ländern, welche die Analyse durchgeführt haben, 22 Länder festgestellt,\ndass kein wirksamer Wettbewerb besteht, und haben das Vorliegen einer marktbeherrschenden Stellung der historischen Anbieterin bejaht. Die historischen Anbieterinnen wurden\n\n127\nDer Schweizer Breitbandmarkt im internationalen Vergleich, BAKOM, Biel, Juli 2006, S. 18.\n128\nKosten der Breitbanddienste (ADSL und Kabelmodem): Vergleich und Entwicklung, BAKOM, 8.\nAugust 2007, S. 8.\n129\nWholesale Broadband Access, Empfehlung der Kommission vom 11. Februar 2003 über relevante\nProdukt- und Dienstmärkte des elektronischen Kommunikationssektors, die aufgrund der Richtlinie\n2002/21/EG des Europäischen Parlaments und des Rates über einen gemeinsamen Rechtsrahmen\nfür elektronische Kommunikationsnetze und -dienste für eine Vorabregulierung in Betracht kommen,\n2003/311/EG, Anhang, Markt 12.\n\n34/102\nauch bei Vorliegen von Kabelnetzen (z.B. Dänemark, Österreich oder England) als marktbeherrschend qualifiziert.\n\n137. Die Glasfaseranschlüsse von Endkunden in der Schweiz entstanden hauptsächlich für\nGrosskunden in Ballungszentren. Von den unter 20'000 geschätzten verfügbaren Glasfaseranschlüssen (vgl. Rz. 104) werden nicht alle zur Datenübertragung benutzt, sondern sind\nteilweise nur verlegt, jedoch inaktiv (sog. dark fiber). Auch bezüglich der Glasfaseranschlüsse erfolgt angesichts der nur punktuellen Verfügbarkeit sowie der primären Ausrichtung auf\nGeschäftskunden keine Disziplinierung von Swisscom im Wholesale-Markt für Breitbanddienste.\n\n138. Die Datenübertragung über das Stromnetz (PLC) bleibt in der Schweiz ein Nischenprodukt und wird insbesondere in einigen Gemeinden des Kantons Freiburg von Groupe-E\nangeboten. Aus der amtlichen Fernmeldestatistik ist zu entnehmen, dass in der Schweiz\n3'419 PLC-Anschlüsse bestehen, wobei es sich insbesondere um Internetkunden der Grou-\npe-E handelt 130 . Angesichts der im Vergleich zum Total der Breitbandanschlüsse von\n2'326'137 (vgl. Tabelle 2, S. 30) geringen Anzahl PLC-Anschlüsse, die nur an sehr wenigen\nOrten verfügbar sind sowie teilweise bestehender technischer Probleme, führt PLC nicht zu\neiner Disziplinierung von Swisscom auf dem Wholesale-Markt für Breitbanddienste.\n\n139. Swisscom macht in Rz. 63 ff. ihrer Stellungnahme vom 26. März 2009 131 geltend, dass\ndie Preise sowohl im Wholesale- wie auch im Retail-Markt massiv gesunken seien, und dass\ndies klar gegen eine marktbeherrschende Stellung von Swisscom spreche.\n\n"}