{"Signatur": "CH_WBK_001", "Spider": "CH_WEKO", "Datum": "2009-10-19", "PDF": {"Datei": "CH_WEKO/CH_WBK_001_ADSL-II_2009-10-19.pdf", "URL": "https://www.weko.admin.ch/dam/weko/de/dokumente/2010/01/adsl_ii.pdf.download.pdf/adsl_ii.pdf", "Checksum": "2676bd0df7ff988cedb969c0d7c57f81"}, "Scrapedate": "2026-02-13", "Num": ["ADSL II"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Wettbewerbskommission 19.10.2009 ADSL II"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Wettbewerbskommission 19.10.2009 ADSL II"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Wettbewerbskommission 19.10.2009 ADSL II"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Wettbewerbskommission "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Wettbewerbskommission "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Wettbewerbskommission "}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "ADSL II"}], "ScrapyJob": "446973/67/1907", "Zeit UTC": "13.02.2026 03:13:16", "Checksum": "e75f44eb02045f142e899defb0daff5e", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Wettbewerbskommission 19.10.2009 ADSL II\nRegeste:\nADSL II\n\nAndere Anbieter (Glasfaser) < 20'000\n\n106. Aus Tabelle 1 ist ersichtlich, dass Swisscom in absoluten Zahlen mit Abstand die\nhöchste Anzahl Anschlüsse und damit über die grösste Anzahl möglicher Breitbandzugänge\nverfügt. Hinsichtlich der Infrastruktur sind die Kabelnetzbetreiber faktisch die einzigen Konkurrenten von Swisscom. Swisscom verfügt schweizweit über Festnetzanschlüsse, wobei in\ngewissen Gebieten (Anhang Netzabdeckungskarte Kabelnetze) zusätzlich ein Kabelnetzanschluss eines lokalen Anbieters vorhanden ist. Dies führt lediglich in diesen Gebieten zu einer Situation mit zwei drahtgebundenen Anschlussnetzbetreibern. Bezüglich der verfügbaren\nAnschlüsse kommt aus Sicht der Endkunden damit entweder der Anschluss von Swisscom\noder – falls vorhanden – der Anschluss eines lokalen Kabelnetzbetreibers für Breitbandinternetzugänge in Frage. Für die konkurrierenden ISP besteht auf Wholesale-Ebene diese Ausweichmöglichkeit nicht, da kaum Vorleistungsangebote von Kabelnetzbetreibern existieren.\nDiesbezüglich ist auch zu beachten, dass alle Kabelnetzbetreiber zusammen nur über rund\nhalb so viele Breitbandanschlüsse verfügen wie Swisscom alleine.\n107. Im Weiteren ist zu berücksichtigen, dass Internet über ADSL und Internet über Kabel\nauf verschiedenen Technologien beruhen. Aus Sicht der ISP wäre im Falle eines hypothetisch möglichen Wechsels von Swisscom (xDSL via Telefonkabel) zu einem Kabelnetz-\n\n107\n2'595'000 abzüglich 1'500'000 (vgl. Rz. 101 und 102) .\n108\nAmtliche Fernmeldestatistik 2006, BAKOM, Biel, 8. März 2008, S. 20.\n109\nRPW 2006/2, 248 ff., 255.\n110\nSchreiben Swisscom vom 25. Januar 2008, Akte Nr. 80, S. 3.\n\n26/102\nbetreiber (Coax via TV-Anschluss), unter anderem wegen der unterschiedlichen Hardware,\nmit erheblichen Umstellungskosten zu rechnen. Ein Wechsel des ISP hätte auch Auswirkungen auf die Infrastruktur der Endkunden, weil die ISP ihnen auch andere Hardware (Modems, Anschlusskabel, etc.) zur Verfügung stellen müssten.\n\n108. Bezüglich der verfügbaren breitbandfähigen Infrastruktur stimmt die Einschätzung im\nÜbrigen mit einer vom BAKOM erstellte Studie überein, wonach neben ADSL und Kabel die\nanderen Breitbandtechnologien mit weniger als 2% praktisch inexistent sind und hauptsächlich Firmenkunden betreffen. Der Anteil der anderen möglichen Zugangstechnologien (u.a.\nGlasfaser, PLC) kann auch weiterhin als vernachlässigbarer Teil des gesamten Breitbandmarktes betrachtet werden 111 .\n109. Bezüglich der Finanzkraft ist Swisscom verglichen mit den anderen FDA das führende\nTelekommunikationsunternehmen in der Schweiz mit einem Jahresumsatz von 11’089 Mio.\nFranken und einem Betriebsgewinn von 3’787 Mio. Franken im Jahr 2007 bei einem durchschnittlichen Personalbestand von 18’755 Vollzeitstellen 112 . Diese Kennzahlen illustrieren die\nstarke Stellung von Swisscom im Vergleich zu anderen Anbietern in der Schweiz 113 . Im Übrigen hat Swisscom ihre Stellung als Nummer eins im Telekommunikationsmarkt noch markant ausgebaut und den Druck auf die anderen Anbieter verstärkt 114 .\n\n110. Zurückkommend auf die in Rz. 95 erwähnten Kriterien, die Marktmacht eines Unternehmens und dessen Möglichkeiten festzustellen, ist Folgendes festzuhalten: Swisscom ist\nin der Schweiz mit Blick auf die wirtschaftlichen Kennzahlen (vgl. Rz. 109) ein sehr starkes\nUnternehmen. Zudem verfügt Swisscom insbesondere mit ihrem Teilnehmeranschlussnetz\nüber eine nicht leicht zu duplizierende Infrastruktur. Auf Wholesale-Ebene besteht keine\nausgleichende Nachfragemacht durch die in der Schweiz tätigen alternativen ISP, was sich\nunter anderem darin äussert, dass die von Swisscom bezüglich des BBCS gesetzten Konditionen nicht verhandelbar sind. Alternative ISP müssen die von Swisscom gesetzten Bedingungen akzeptieren, falls sie das BBCS in Anspruch nehmen wollen. Aufgrund der fehlenden\nAusweichmöglichkeiten verfügen die ISP gegenüber Swisscom über keine Verhandlungsgegenmacht.\n111. Die finanziellen Ressourcen von Swisscom sind beträchtlich, was ihr die Möglichkeit\nverleiht, ihre Konkurrenten mit Angeboten zu unterbieten. Aufgrund der grossen Kundenbasis in den Bereichen Festnetz und Mobilfunk verfügt Swisscom im Vergleich zu anderen Anbietern über erhebliche Grössenvorteile und Verbundvorteile. Mit rund [2 - 4] Mio. Festnetzkunden und circa 5.2 Millionen Mobilfunkkunden besitzt Swisscom im Vergleich zu anderen\nAnbietern und bezogen auf die schweizerische Bevölkerung über eine ausgesprochen grosse Kundenbasis, was Swisscom Skalenvorteile verleiht 115 . Als Anbieterin netzgebundener\nund mobiler Sprach- und Datenkommunikation verfügt Swisscom über Verbundvorteile, da\ndie Bündelung verschiedener Dienstleistungen möglich ist und Kostenvorteile realisiert werden können. Zudem besitzt Swisscom ein gut ausgebautes Vertriebsnetz, wobei insbesondere anzumerken ist, dass aus historischen Gründen Swisscom über rund [2 - 4] Mio. Anschlusskunden verfügt und damit wertvolle direkte Kundenkontakte bereits bestehen (z.B.\nzum Verkauf weiterer Dienstleistungen). Abgesehen vom fehlenden aktuellen Wettbewerb im\nWholesale-Markt für Breitbanddienste deuten auch alle erwähnten Kriterien darauf hin, dass\nSwisscom über bedeutende Verhaltensspielräume verfügt.\n\n"}