{"Signatur": "CH_WBK_001", "Spider": "CH_WEKO", "Datum": "2009-10-19", "PDF": {"Datei": "CH_WEKO/CH_WBK_001_ADSL-II_2009-10-19.pdf", "URL": "https://www.weko.admin.ch/dam/weko/de/dokumente/2010/01/adsl_ii.pdf.download.pdf/adsl_ii.pdf", "Checksum": "2676bd0df7ff988cedb969c0d7c57f81"}, "Scrapedate": "2026-02-13", "Num": ["ADSL II"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Wettbewerbskommission 19.10.2009 ADSL II"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Wettbewerbskommission 19.10.2009 ADSL II"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Wettbewerbskommission 19.10.2009 ADSL II"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Wettbewerbskommission "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Wettbewerbskommission "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Wettbewerbskommission "}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "ADSL II"}], "ScrapyJob": "446973/67/1907", "Zeit UTC": "13.02.2026 03:13:16", "Checksum": "e75f44eb02045f142e899defb0daff5e", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Wettbewerbskommission 19.10.2009 ADSL II\nRegeste:\nADSL II\n\n36. Bei der Feststellung einer marktbeherrschenden Stellung eines Unternehmens ist nicht\nallein auf Marktstrukturdaten abzustellen, sondern es sind ebenfalls die konkreten Abhängigkeitsverhältnisse zu prüfen 40 . Zu unterscheiden ist somit die Marktbeherrschung im engeren\nSinne („klassische Marktbeherrschung“) von der wirtschaftlichen Abhängigkeit einzelner\nMarktteilnehmer von anderen Marktteilnehmern 41 . Ob solche wirtschaftlichen Abhängigkeiten\nvorliegen, ist nur zu prüfen, wenn nicht bereits „klassische Marktbeherrschung“ vorliegt.\n\nB.3.1.1 Der relevante Markt\n\n37. Um festzustellen, ob sich Swisscom in wesentlichem Umfang von anderen Marktteilnehmern unabhängig verhalten kann, ist vorab der relevante Markt in sachlicher und räumlicher Hinsicht abzugrenzen. Bevor der relevante Markt abgegrenzt wird, sind vorweg die Eigenschaften von ADSL zu beschreiben.\n\nB.3.1.1.1 Vorbemerkungen zu ADSL\n\n38. DSL steht, wie eingangs bereits erwähnt, für Digital Subscriber Line. Die verschiedenen möglichen DSL-Varianten werden als xDSL bezeichnet, wobei x eine Variable darstellt 42 .\nDie gängigste DSL Variante in der Schweiz ist ADSL (Asymmetric Digital Subscriber Line).\nDer Begriff Asymmetric bezieht sich dabei auf die Bandbreiten, da bei dieser Variante die\nDownload-Geschwindigkeit höher ist als die Upload-Geschwindigkeit. Die weitaus am meisten verkaufte DSL-Variante in der Schweiz beruhte Ende 2007 auf dem von Swisscom vorgegebenen Profil von maximal 3’500 Kbit/s download und maximal 300 Kbit/s upload 43 . Theoretisch möglich wären Übertragungsraten im zweistelligen Mbit/s Bereich, wobei die tatsächlich erreichbare Geschwindigkeit insbesondere von der Distanz des Telefonanschlusses\nzur Zentrale abhängt. DSL ermöglicht Endkunden einen Breitbandinternetzugang, der typischerweise durch, im Vergleich zu schmalbandigen Verbindungen, relativ hohe Datenübertragungsraten und eine zeitlich unbegrenzte Verfügbarkeit zu einem Pauschalpreis (engl.\nFlatrate) charakterisiert ist.\n\n40\nBotschaft über die Änderung des Kartellgesetzes vom 7. November 2001 (Botschaft 2003), BBl\n2002 2022 ff., S. 2045.\n41\nVgl. Coopforte, RPW 2005/1, 146 ff., Rz. 92 ff.\n42\nBeispiele: ADSL (Asymmetric Digital Subscriber Line), SDSL (Symmetric Digital Subscriber Line),\nHDSL (High Data Rate DSL), VDSL (Very High Bit Rate DSL).\n43\nUrsprünglich handelte es sich beim am meisten verkauften Produkt um das Profil 256/56 Kbit/s. Im\nFebruar 2004 erhöhte Swisscom die Bandbreiten auf 600/100 Kbit/s. Eine weitere Erhöhung der Datenrate fand im März 2006 auf 2000/100 Kbit/s statt. Per Juli 2007 erhöhte Swisscom die Datenrate\ndieses Profils auf 3’500/300 Kbit/s. Es handelt sich jeweils um den gleichen Anschluss zum selben\nPreis.\n\n11/102\nSwisscom-\nZentrale\n\nSwisscom-\nNetz FDA-Netz\n\nAbbildung 1: Schematische Darstellung eines xDSL-Anschlusses.\n\n39. Bei der DSL-Technologie wird das auf Kupferdraht beruhende Anschlussnetz des vormaligen Monopolanbieters Swisscom benutzt. Die DSL-Technik nutzt durch Aufsplitten des\nSignals in unterschiedliche Kanäle die höheren Frequenzbereiche des Kupferanschlussnetzes. Dabei können die niedrigeren Frequenzbereiche weiterhin für die Sprachtelefonie genutzt werden. Ein sog. Splitter teilt die Daten beziehungsweise Frequenzen verschiedener\nAnwendungen auf. Der in den Anschlusszentralen zur Anwendung kommende DSLAM (Digital Subscriber Line Access Multiplexer) sammelt respektive verteilt den Datenverkehr der\nEndkunden. Auf Seiten des Endkunden setzt DSL ein spezielles Modem voraus 44 . In\nAbbildung 1 wird ein xDSL-Anschluss schematisch dargestellt. Am Telefonanschluss wird ein\nspezielles Modem eingesteckt, an welchem dann das Telefon und der Computer angeschlossen werden.\n\n40. Als Vorleistung (Wholesale) bietet Swisscom anderen ISP wie Green, Sunrise oder Te-\nle2 ein DSL-Breitbandangebot zum Wiederverkauf an. Basierend auf diesem Angebot können alternative ISP den Endkunden einen DSL-basierten Breitbandinternetzugang anbieten.\nSwisscom stellt diese Vorleistungen über ihren Geschäftsbereich Swisscom Fixnet Wholesale anderen ISP zur Verfügung. Beim entsprechenden Angebot handelt es sich um den bereits erwähnten Broadband Connectivity Service (BBCS). Die anderen Anbieter haben dabei\nkeinen Einfluss auf die technische Ausgestaltung des Angebotes (z.B. bezüglich Upload/Download-Geschwindigkeiten), sondern sind lediglich Wiederverkäufer des Angebotes\nvon Swisscom.\n\n41. Die Bedingungen für alternative ISP zur Inanspruchnahme des BBCS ergeben sich aus\nden entsprechenden Vertragsdokumenten von Swisscom 45 . Die von Swisscom offerierten\nPreise setzen sich im Wesentlichen aus dem Zugang (Access) und den Verbindungskosten\n(Connectivity) zusammen. Die monatlich wiederkehrenden Kosten für den Access sind in\nFunktion der angebotenen Geschwindigkeiten (Höhe, Symmetrie) und des Service Levels\n\n44\nZur eingesetzten Technologie vgl. auch: RPW 2004/2, 407 ff., 409 ff.\n45\nBroadband Connectivity Service: Internet Service Description @isp, Internet Service Description\nDHCP und Price Manual (Akte Nr. 51, Beilagen).\n\n"}