{"Signatur": "CH_VB_999", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1987-04-03", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_999_JAAC-51-6--_1987-04-03.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150000551.pdf?ID=150000551", "Checksum": "6eddc1d03b3312aeb441447bc16bd7dc"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 51.6 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) sonstige Behörden 03.04.1987 JAAC 51.6 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  autres autorités 03.04.1987 JAAC 51.6 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) altre autorità 03.04.1987 JAAC 51.6 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) sonstige Behörden"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  autres autorités"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) altre autorità"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Ministère public de la Confédération"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:34:32", "Checksum": "56ce3ba1e07a391e7e08b18b23d2097f", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) sonstige Behörden 03.04.1987 JAAC 51.6 \r\n\n JAAC 51.6\n\nBundesanwaltschaft, 3. April 1987\n\nProcédure pénale fédérale. Recours contre des décisions pénales\ncantonales interjetés par le Ministère public de la Confédération et\nd’autres offices fédéraux par-devant le Tribunal fédéral.\n\nBundesstrafrechtspflege. Anfechtung kantonaler\nStrafgerichtsentscheide durch die Bundesanwaltschaft und andere\nAmtsstellen des Bundes beim Bundesgericht.\n\nProcedura penale federale. Impugnazione di decisioni penali cantonali\nda parte del Ministero pubblico della Confederazione e di altri Uffici\nfederali presso il Tribunale federale.\n\nDas in VPB 50.61 publizierte Gutachten befasste sich mit der Frage, ob der\nBundesrat den Entscheid eines kantonalen Strafgerichts, ein Strafverfahren\neinzustellen, gestützt auf seine allgemeine Aufsichtskompetenz (Art. 102 Ziff. 2\nBV), aufheben könne. Das Bundesamt für Justiz gelangte zum Schluss, die\nAufhebung kantonaler Strafgerichtsentscheide stehe ausschliesslich dem\nBundesgericht zu. Die Bundesanwaltschaft pflichtet dem bei und äussert sich\nergänzend zu ihrer Praxis.\n1. In Bundesstrafsachen, die von kantonalen Gerichten zu beurteilen sind,\nsoll die Nichtigkeitsbeschwerde gemäss Art. 268 ff. des BG vom 15. Juni 1934\nüber die Bundesstrafrechtspflege (BStP, SR 312.0) an den Kassationshof des\nBundesgerichts eine einheitliche Rechtsprechung garantieren (BBL 1918 IV 80).\nDies setzt eigentlich nicht nur voraus, dass eine eidgenössische Behörde - das\n\n1\nBundesgericht - zuständig ist, die Anwendung des Bundesrechts nachzuprüfen,\nsondern auch, dass eine zentrale Stelle - die Bundesanwaltschaft - die\nkantonalen Entscheide wenn nötig an das Bundesgericht weiterziehen kann,\num dieses überhaupt in die Lage zu versetzen, zu urteilen.\nDer Bundesanwalt ist jedoch lediglich dann zur Nichtigkeitsbeschwerde\nlegitimiert, wenn der Bundesrat den Straffall den kantonalen Behörden\nzur Beurteilung überwiesen hat oder wenn die Entscheidung nach\neinem Bundesgesetz oder nach einem Beschluss des Bundesrates gemäss\nArt. 265 Abs. 1 BStP dem Bundesrate mitzuteilen ist (Art. 270 Abs. 6 BStP).\nDie erste Kategorie bilden die sogenannten Delegationsstrafsachen im\nSinne von Art. 18 BStP bzw. Art. 344 Ziff. 1 StGB, wenn der kantonalen\nGerichtsbarkeit unterstehende strafbare Handlungen hinzutreten. Die zweite\nKategorie der mitteilungspflichtigen Entscheide ist wiedergegeben in der\nMitteilungsverordnung (SR 312.3), welche alle fünf Jahre revidiert wird und in\nder Fassung vom 12. November 1984 noch bis zum 31. Dezember 1989 gilt.\nDie Rechtsmittelpraxis der Bundesanwaltschaft ist zurückhaltend im Sinne\neiner Beschränkung auf Grundsatzfragen (vgl. dazu Peter Markus, Die\nBundesanwaltschaft als Staatsanwaltschaft des Bundes, Diss. Zürich 1972,\nS. 91 und 94).\nArt. 270 BStP regelt die Legitimation zur Nichtigkeitsbeschwerde abschliessend,\nsoweit nicht andere gesetzliche Bestimmungen Ausnahmen vorsehen. Diese\nsind sehr selten. Das Bundesgericht hat in einem älteren Entscheid eine\nkonkurrierende Beschwerdelegitimation mehrerer Bundesstellen zu Recht\nabgelehnt (BGE 81 IV 204).\n2. Grundsätzlich anders verhält es sich in Strafsachen, auf die das BG vom\n22. März 1974 über das Verwaltungsstrafrecht (VStrR, SR 313.0) Anwendung\nfindet.\nDie Beurteilung obliegt den kantonalen Gerichten, wenn das der beteiligten\n(Bundes-)Verwaltung übergeordnete Departement die Voraussetzungen einer\nFreiheitsstrafe oder einer freiheitsentziehenden Massnahme für gegeben\nhält, oder wenn der von der Strafverfügung der Verwaltung Betroffene die\ngerichtliche Beurteilung verlangt (Art. 21 Abs. l und 2 VStrR).\nDie Nichtigkeitsbeschwerde an den Kassationshof des Bundesgerichts soll\nauch hier eine einheitliche Rechtsprechung gewährleisten (Art. 83 Abs. 1\nVStrR). Dabei bestand während der Vorbereitung der Gesetzesvorlage\ndie Meinung, dass es Sache der Bundesanwaltschaft sei, zentral für alle\nBundesämter Rechtsmittel zu ergreifen. Aus diesem Grunde wird in\nArt. 80 Abs. 2 und 83 Abs. 1 VStrR nur der Bundesanwalt, nicht aber\ndie beteiligte Bundesverwaltung erwähnt. Das Bundesgericht hat nun\njedoch 1979 entschieden, die beteiligte Verwaltung sei selbständig zur\nBeschwerde legitimiert (BGE 105 IV 287). Seither beschränkt sich die\nBundesanwaltschaft in der Regel auf die prozessuale Beratung der\nBundesämter, wenn diese erwägen, ein Rechtsmittel einzulegen. Zu beachten\nist namentlich, dass die Formerleichterungen von Art. 80 Abs. 2 VStrR für\ndie kantonalen Rechtsmittel und Art. 272 Abs. 5 BStP (über Art. 83 Abs. l\nVStrR anwendbar) für die Nichtigkeitsbeschwerde an den Kassationshof des\nBundesgerichts auf die beteiligte Bundesverwaltung nicht anwendbar sind,\nweil der Bundesgesetzgeber bei Erlass des Verwaltungsstrafrechts nur mit\nRechtsmitteln des Bundesanwalts rechnete.\n\n2\n3\nSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften\nArchives fédérales suisses, Publications officielles numérisées\nArchivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali\n\nJAAC 51.6 - Bundesanwaltschaft, 3. April 1987\n\nIn Verwaltungspraxis der Bundesbehörden\nDans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération\nIn Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione\n\nJahr 1987\nAnnée\nAnno\n\nBand 51\nVolume\nVolume\n\nSeite ---\nPage\nPagina\n\nRef. No 150 000 551\n\nDas Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert.\nLe document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale.\nIl documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.\n"}