{"Signatur": "CH_VB_999", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1985-08-30", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_999_JAAC-51-2--_1985-08-30.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150000413.pdf?ID=150000413", "Checksum": "8ee75f2ba2d5a1385cdf80f543b91539"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 51.2 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) sonstige Behörden 30.08.1985 JAAC 51.2 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  autres autorités 30.08.1985 JAAC 51.2 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) altre autorità 30.08.1985 JAAC 51.2 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) sonstige Behörden"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  autres autorités"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) altre autorità"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Experts externes à l'Administration mandatés officiellement"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:35:28", "Checksum": "1695366b7cd5de89027059fe42eeded3", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) sonstige Behörden 30.08.1985 JAAC 51.2 \r\n\n JAAC 51.2\n\nProfessor Jörg P. Müller, 30. August 1985; vgl. Amtl.\nBull. S 1986 515 ff.\n\nAssemblée fédérale. Procédure applicable aux recours contre les\ndécisions sur recours prises par le Conseil fédéral. Portée du droit\nconstitutionnel d’être entendu (consultation du dossier), selon la loi\nfédérale sur la procédure administrative appliquée par analogie.\n\nBundesversammlung. Verfahren bei Beschwerden gegen\nBeschwerdeentscheide des Bundesrates. Tragweite des\nverfassungsrechtlichen Anspruchs auf rechtliches Gehör\n(Akteneinsicht) gemäss analoger Anwendung des Bundesgesetzes\nüber das Verwaltungsverfahren.\n\nAssemblea federale. Procedura applicabile ai ricorsi contro\ndecisioni sui ricorsi adottate dal Consiglio federale. Portata del\ndiritto costituzionale d’essere sentito (consultazione degli atti)\nsecondo applicazione analoga della legge federale sulla procedura\namministrativa.\n\nBei der Behandlung einer Beschwerde gegen einen Beschwerdeentscheid des\nBundesrates (vgl. VPB 51.7), liess die Petitionskommission des Ständerates\nfolgende Frage durch Professor Jörg P. Müller abklären.\nDie Kernfrage, welche durch das vorliegende Gutachten beantwortet werden\nsoll, geht dahin, ob «die Vertraulichkeit der Kommissionsverhandlungen\nund somit der Kommissionsunterlagen einem allfälligen Anspruch (eines)\nBeschwerdeführers auf Akteneinsicht (vorgehe)».\n\n1\nDie Aussage des Gutachtens ist auf diese Fragestellung beschränkt.\nVoraussetzung für die Beantwortung ist jedoch, dass die Funktion der\nPetitionskommission, respektive der Bundesversammlung, im Verfahren nach\nArt. 79 VwVG genauer untersucht und dass Klarheit über das anzuwendende\nVerfahrensrecht gewonnen wird.\n\nI. Fragestellung\n\nII. Funktion der Petitionskommission respektive der\nBundesversammlung im Verfahren nach Art. 79 VwVG\n\nAls Rechtsmittel zur Anfechtung kantonaler Erlasse, insbesondere wegen\nVerletzung verfassungsmässiger Rechte sieht das Bundesgesetz über die\nOrganisation der Bundesrechtspflege (OG) heute als Regel die staatsrechtliche\nBeschwerde an das Bundesgericht vor (Art. 84 ff.). Ausgeschlossen von diesem\nVerfahren sind unter anderem alle Beschwerden wegen Rechtsverletzungen,\ndie sonstwie bei einer anderen Bundesbehörde vorgebracht werden können\n(Art. 84 Abs. 2 OG). So erklärt Art. 73 Abs. l Bst. a Ziff. 2 VwVG den Bundesrat\nzur Beurteilung von Beschwerden wegen Verletzung von Art. 27 Abs. 2 und 3\nBV zuständig. Er übernimmt in diesem Fall also die rechtsprechende Funktion,\ndie heute üblicherweise vom Bundesgericht wahrgenommen wird.\nWährend das Bundesgericht als erste und letzte Instanz staatsrechtliche\nBeschwerden beurteilt, besteht im Verfahren nach Art. 73 VwVG (bzw. Art. 79)\nein Instanzenzug innerhalb der Bundesrechtspflege: die Entscheide des\nBundesrates sind bei der Bundesversammlung anfechtbar. Dieser wird damit\neine Justizfunktion übertragen, eine Aufgabe, die sich grundlegend von der\nübrigen, meist legislatorischen Tätigkeit unterscheidet. Dies wirkt sich auf\ndie zu beachtenden Verfahrensgrundsätze aus: In jedem richterlichen[1]\nVerfahren ist den Parteien der Anspruch auf rechtliches Gehör mit dem\nRecht auf Akteneinsicht aufgrund von Art. 4 BV garantiert (so schon BGE\n53 I 113; zu den Modalitäten des Gehörsanspruchs mit der Akteneinsicht\nvgl. ausführlich Müller Jörg P./Müller Stefan: Grundrechte: besonderer Teil,\nBern 1985, S. 233 ff., 245 ff.); er gilt somit kraft Bundesverfassung auch für die\nBeschwerdeverfahren vor Bundesrat und Bundesversammlung.\nIm Rahmen der legislatorischen Tätigkeit des Parlaments sind analoge\nGehörsansprüche nicht erforderlich, da im Gesetzgebungsverfahren keine\nbesondere Betroffenheit einzelner vorliegt und die Mitwirkung der Bürger\nauf andere, sachgerechtere Weise sichergestellt ist: durch die politischen\nMitwirkungsrechte (Referendum, Initiative) und die Öffentlichkeit der\nParlamentssitzungen (vgl. in diesem Sinn BGE 107 Ia 275; Müller/Müller, a.a.O.,\n\n2\nS. 236). Der Transparenz des demokratischen Rechtsetzungsverfahrens dienen\nferner die Publikation von Botschaften des Bundesrates an das Parlament und -\nin beschränktem Umfang - die Vernehmlassungsverfahren.\n\nIII. Umfang des Akteneinsichtsrechts\n\n"}