{"Signatur": "CH_VB_999", "Spider": "CH_VB", "Datum": "2010-10-08", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_999_150000206_2010-10-08.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150000206.pdf?ID=150000206", "Checksum": "a1d516d99136ba488865365498e65352"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["150000206"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) sonstige Behörden 08.10.2010 150000206"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  autres autorités 08.10.2010 150000206"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) altre autorità 08.10.2010 150000206"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) sonstige Behörden"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  autres autorités"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) altre autorità"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Rainer J. Schweizer/Jan Scheffler/Benedikt van Spyk"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:18:29", "Checksum": "dc4d7044c02976bd467df54fdbf933fc", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) sonstige Behörden 08.10.2010 150000206\n\n399\nVgl. KLEIN, S. 13 f.; HALTINER, Milizarmee II, S. 110 f.\n400\nSo auch HALTINER, Milizarmee II, S. 113. Zustimmend Gutachten SCHINDLER: VPB 65 (2001), Nr. 38, S. 456. Sofern\ndiese Truppen nach wie vor durch Milizkader geführt würden, wäre jedoch weder von einer Berufs- oder Freiwilligenarmee noch\nvon einer allgemeinen Wehrpflichtarmee auszugehen. Vielmehr würde ein Mischmodell vorliegen, das jedoch durch die dauernde Verfügbarkeit wesentlicher Truppenkörper bestimmte Ausprägungen eines stehenden Heeres aufweist.\n401\nVgl. SIPOL B 2010, BBl 2010 5143 ff.\n402\nVgl. zu diesem Begriff: SIPOL B 2010, BBl 2010 5144.\n403\nVgl. Armeebericht 2010, vom 1. Oktober 2010, S. 47, 51.\n404\nVerfassungsrechtlich ist der Ordnungsdienst gemäss Art. 52 Abs. 2 BV ein Fall nach Art. 58 Abs. 2 Satz 2 BV (vgl.\nAUBERT, Petit commentaire, Art. 58, Rz. 8). Doch die Weiterführung dieser Armeeaufgabe war anlässlich der Totalrevision heftig\numstritten (vgl. AB N 1998, 275-278), nicht zuletzt wegen der Erinnerungen an die Ereignisse in Genf 1932. Wohl richtigerweise\nwird auch nicht daran gedacht, die Verordnung des Bundesrates über den Truppeneinsatz für den Ordnungsdienst (VOD) vom\n3. September 1997 (SR 513.71) zu aktualisieren.\n\nVPB/JAAC/GAAC 2010, Ausgabe vom 1. Dezember 2010 163\nGutachten Rainer J. Schweizer/Jan Scheffler/Benedikt van Spyk\n\n2. Verfassungsrechtliche Vorgaben an die Begründung einer Erhöhung\nder Durchdienerquote\nNicht nur der Höhe des Durchdieneranteils, sondern auch der Motive für eine Erhöhung sind aus verfassungsrechtlicher Sicht gewisse Grenzen gesetzt.\n\na) Allgemeine Wehrpflicht (Art. 59 Abs. 1 BV)\n405\nDie allgemeine Wehrpflicht gemäss Art. 59 Abs. 1 Satz 1 BV schreibt vor, dass jeder Schweizer\nMilitärdienst zu leisten hat. Dauer und Form der verfassungsrechtlich festgeschriebenen Militärdienstpflicht werden durch Art. 59 Abs. 1 BV nicht festgelegt. Die allgemeine Wehrpflicht steht deshalb einer\n406\nErhöhung der Zahl an DD nicht grundsätzlich entgegen.\nDie Militärdienstpflicht hat jedoch primär der Landesverteidigung, der Aufrechterhaltung der inneren\nOrdnung sowie der Bewältigung anderer ausserordentlicher Lagen zu dienen (Art. 58 Abs. 2 Sätze 1\n407\nund 2 BV). Art. 58 Abs. 2 Satz 3 BV spricht dem Gesetzgeber jedoch die Kompetenz zu, der Armee\nweitere Aufgaben zuzuweisen. Darauf gestützt wurde der (freiwillige) Friedensförderungsdienst nach\n408\nArt. 1 Abs. 4 und Art. 66 ff. MG geregelt. Diese Kompetenz wird nun allerdings durch das völkerrechtlich statuierte Zwangsarbeitsverbot (Art. 4 Abs. 2 und 3 EMRK bzw. Art. 8 Abs. 3 UNO-Pakt II\n409,410\nsowie Art. 2 Abs. 2 lit. a der Konvention Nr. 29 der ILO ) begrenzt. Die Militärdienstpflicht stellt für\nsich klarerweise keine Zwangsarbeit dar. Untersagt ist aber grundsätzlich der Einsatz von Dienstpflichtigen für Arbeitsleistungen, die der militärischen Tätigkeit fremd sind und nicht durch eine andere\nAusnahmebestimmung (z.B. Einsatz bei Notständen oder Katastrophen gemäss Art. 4 Abs. 2 lit. c\n411\nEMRK bzw. Art. 2 Abs. 2 lit. d der Konvention Nr. 29 der ILO) abgedeckt werden. Dementsprechend sind etwa Einsätze von Truppen zur Organisation privater Sportveranstaltungen nicht völker-\n412\nrechtskonform , und rechtlich fraglich sind Einsätze der Armee für polizeiliche Kontrollaufgaben\nunabhängig von ausserordentlichen Situationen.\n\n"}