{"Signatur": "CH_VB_999", "Spider": "CH_VB", "Datum": "2010-10-08", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_999_150000206_2010-10-08.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150000206.pdf?ID=150000206", "Checksum": "a1d516d99136ba488865365498e65352"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["150000206"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) sonstige Behörden 08.10.2010 150000206"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  autres autorités 08.10.2010 150000206"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) altre autorità 08.10.2010 150000206"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) sonstige Behörden"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  autres autorités"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) altre autorità"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Rainer J. Schweizer/Jan Scheffler/Benedikt van Spyk"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:18:29", "Checksum": "dc4d7044c02976bd467df54fdbf933fc", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) sonstige Behörden 08.10.2010 150000206\n\n• Das zentrale Differenzierungskriterium zwischen einer Milizarmee als Mobilmachungsarmee und\neinem stehenden Heer als einer aus dem Stande einsetzbaren Bereitschaftsarmee ist die geringe\n\n376\nVgl. BBl 2002 858, Botsch. Armeereform XXI, S. 895 ff.\n377\nBBl 1997 I 1, Botsch. VE 96, S. 237. Vgl. auch BIAGGINI, Komm. BV, Art. 58, Rz. 5, MEYER, SG Komm., Art. 58, Rz. 3;\nSCHWEIZER, Allgemeine Dienstpflicht, S. 12 f. Vgl. auch Urteil des BGer vom 21. Januar 2010 (2C.221/2009), E. 7.7.1.\n378\nGutachten SCHINDLER: VPB 65 (2001), Nr. 38, S. 450 f.\n379\nAls nicht verfassungswesentliche Merkmale des Milizprinzips werden die Länge der Dienstpflicht, die zeitliche Staffelung der Ausbildungsdienste sowie die Ausbildung der Truppe durch Milizkader bezeichnet. Sowohl die zeitliche Zusammenlegung der Dienstzeit sowie die weitgehende Übertragung der Ausbildung an Berufskader werden als mit dem verfassungsrechtlichen Milizprinzip als vereinbar gewertet. Das Armeeleitbild XXI konkretisiert das schweizerische Milizsystem, wie es sich bis zur\nArmeereform XXI durch die Armeeorganisation und namentlich die Ausgestaltung der Gesetzgebung zur militärischen Verteidigung entwickelt hat und stellt dabei auf verschiedene durch DIETRICH SCHINDLER nicht als verfassungswesentlich qualifizierte\nMerkmale ab. \"Militärisch kennzeichnet sich das Milizsystem durch eine Organisation, die alle Männer im wehrpflichtigen Alter\nerfasst, sie einer in der Regel kurzen Grundausbildung unterwirft, fest in Formationen einteilt und in periodischen Kursen und\nTruppenzusammenzügen Wissen und Können auffrischen und erweitern lässt.\" (BBl 2002 967, Armeeleitbild XXI, S. 978).\n380\nVgl. 101 MG; Art. 11, Art. 50 Abs. 3, Art. 57 Abs. 6 MDV.\n381\nM.w.H. auf die historischen Grundlagen des Milizprinzips: KLEY, in: Verfassungsrecht der Schweiz, § 17 Rechtsstaat\nund Widerstand, Rz. 12; RIKLIN, Milizdemokratie, S. 48 ff., ferner allgemein zur Kontrolle des Militärs in demokratischen Staaten:\nBORN, S. 125 ff.\n382\nVgl. dazu HALTINER, Milizarmee I, S. 53.\n\nVPB/JAAC/GAAC 2010, Ausgabe vom 1. Dezember 2010 159\nGutachten Rainer J. Schweizer/Jan Scheffler/Benedikt van Spyk\n383\nPräsenz und damit die beschränkte Verfügbarkeit ausgebildeter Truppen. Durch die gestaffelte\n384\nDienstleistungspflicht verliert die Milizarmee ihren Charakter als stehende Organisation.\n\n• Von einer allgemeinen Wehrpflichtarmee unterscheidet sich das Milizsystem zudem durch die\nFührung der Truppen durch Milizkader.\nVon einer Berufsarmee unterscheidet sich die Milizarmee zusätzlich dadurch, dass die Dienstleistung\nauf einer gesetzlichen Militärdienstpflicht beruht und nicht gestützt auf ein freiwillig eingegangenes\nVertragsverhältnis erfolgt.\n\n"}