{"Signatur": "CH_VB_999", "Spider": "CH_VB", "Datum": "2010-10-08", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_999_150000206_2010-10-08.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150000206.pdf?ID=150000206", "Checksum": "a1d516d99136ba488865365498e65352"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["150000206"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) sonstige Behörden 08.10.2010 150000206"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  autres autorités 08.10.2010 150000206"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) altre autorità 08.10.2010 150000206"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) sonstige Behörden"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  autres autorités"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) altre autorità"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Rainer J. Schweizer/Jan Scheffler/Benedikt van Spyk"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:18:29", "Checksum": "dc4d7044c02976bd467df54fdbf933fc", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) sonstige Behörden 08.10.2010 150000206\n\nDie genannte Pflicht zu robusten Sicherheitsmassnahmen, welche in ihrer Konzeption zumindest die\nMöglichkeit einer ausserordentlichen Lage gemäss Art. 58 Abs. 2 Satz 2 BV in Betracht ziehen müssen, ergibt sich abgesehen vom Atomwaffensperrvertrag z.B. ebenfalls aus Art. IV des Biowaffenübereinkommens, der es wegen seiner Deutlichkeit ebenfalls wert ist, zitiert zu werden:\n\"Jeder Vertragsstaat dieses Übereinkommens trifft nach Massgabe der in seiner Verfassung vorgesehenen Verfahren alle erforderlichen Massnahmen, um die Entwicklung, die Herstellung, die\nLagerung, den Erwerb oder das Behalten der in Artikel 1 bezeichneten Agenzien, Toxine, Waffen,\nAusrüstungen und Einsatzmittel in seinem Hoheitsgebiet, unter seiner Hoheitsgewalt oder an ir-\n299\ngendeinem Ort unter seiner Kontrolle zu verbieten und zu verhindern.\"\nDie Abwehrpflichten bezüglich der Verbreitung von Massenvernichtungswaffen resultieren im Übrigen\nnicht nur aus den genannten Übereinkommen, sondern ergeben sich auch aus Aktivitäten des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen. Dieser hat namentlich in einer verbindlichen Resolution aus dem\nJahr 2004 die Proliferation von atomaren, biologischen und chemischen Waffen als Bedrohung des\ninternationalen Friedens und der Sicherheit eingestuft und u.a. entschieden,\n\"1. (…) that all States shall refrain from providing any form of support to non-State actors that attempt to develop, acquire, manufacture, possess, transport, transfer or use nuclear, chemical or biological weapons and their means of delivery;\n2. (…) that all States, in accordance with their national procedures, shall adopt and enforce appropriate effective laws which prohibit any non-State actor to manufacture, acquire, possess, develop,\ntransport, transfer or use nuclear, chemical or biological weapons and their means of delivery, in\nparticular for terrorist purposes, as well as attempts to engage in any of the foregoing activities,\nparticipate in them as an accomplice, assist or finance them;\n3. (…) that all States shall take and enforce effective measures to establish domestic controls to\nprevent the proliferation of nuclear, chemical, or biological weapons and their means of delivery,\n300\nincluding by establishing appropriate controls over related materials (…).\"\nDie Staaten müssen also umfangreiche Massnahmen treffen, um ihren Verpflichtungen nachzukommen, und insbesondere auch effektive innerstaatliche Kontrollen zur Verhinderung der Proliferation\nder bezeichneten Waffen entwickeln und umsetzen.\n\nb) Völkerrechtlich verbotene Waffen und weitere Kampfmittel\nIm Rahmen der zu treffenden Massnahmen bzw. ganz allgemein der Überlegungen zu (militärischen\nund weiteren) Kapazitäten in diesem Bereich ist es darüber hinaus eine zentrale Frage, welche Mittel,\nnamentlich welche Waffen, in welchen Situationen überhaupt zulässig sind. Das humanitäre Völker-\n301\nrecht wartet in diesem Zusammenhang mit detaillierten völkervertraglichen Regelungen auf , welche\ndie Schweiz zu beachten hat – auch dann, wenn sie zu robusten Sicherheitsmassnahmen gezwungen\nist, um die Verbreitung gefährlicher Waffen und daraus möglicherweise entstehende kriegerische\nAuseinandersetzungen zu verhindern.\n\n3. Verfolgung und Verhütung völkerrechtlicher Verbrechen\nIm Mittelpunkt des Völkerstrafrechts steht das Römer Statut über den Internationalen Strafgerichtshof\n302\n(IStGH) , das die internationale Verfolgung und Bestrafung schwerster Verbrechen, welche die\ninternationale Gemeinschaft als Ganzes berühren, regelt. Die Vertragsparteien, darunter die\n\n299\nÄhnlich auch Art. VII CWÜ.\n300\nS/Res/1540 (2004), vom 28.04.2004.\n301\nÜberaus interessant und differenziert hierzu OETER, in: Fleck, Handbook, S. 137 ff.\n302\nRömer Statut des Internationalen Strafgerichtshofs vom 17. Juli 1998 (SR 0.312.1) (nachfolgend: IStGH-Statut)\n\n"}