{"Signatur": "CH_VB_999", "Spider": "CH_VB", "Datum": "2010-10-08", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_999_150000206_2010-10-08.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150000206.pdf?ID=150000206", "Checksum": "a1d516d99136ba488865365498e65352"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["150000206"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) sonstige Behörden 08.10.2010 150000206"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  autres autorités 08.10.2010 150000206"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) altre autorità 08.10.2010 150000206"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) sonstige Behörden"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  autres autorités"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) altre autorità"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Rainer J. Schweizer/Jan Scheffler/Benedikt van Spyk"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:18:29", "Checksum": "dc4d7044c02976bd467df54fdbf933fc", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) sonstige Behörden 08.10.2010 150000206\n\nb) Umsetzung der Schutzpflichten als Verhaltensvorschriften\nEs ist aber auch wichtig und richtig, darauf hinzuweisen, dass die präventiven völkerrechtlichen\nSchutzpflichten – wie auch die Strafverfolgung, die deren Ergänzung darstellt – nicht unbegrenzt und\nbedingungslos zum Tragen kommen. Die Schutzpflichten sind vornehmlich Verhaltensvorschriften, sie\n245\nerfordern nicht die Erreichung eines bestimmten Ergebnisses : \"Ni l'obligation de prévention ni celle\nde punition n'ont un caractère absolu. La première ne se réalise que dans le cadre d'un standard général, d'une responsabilité par négligence. Elle dépend de la situation intérieure de chaque pays à une\népoque déterminée. L'Etat doit faire preuve de 'due diligence'; il n'est pas tenu d'empêcher n'importe\nquel incident d'une manière absolue, ce qui serait matériellement impossible. Quant à l'obligation de\n246\npunir, elle est concrétisée dans le droit interne et plus spécialement dans le droit pénal\".\nSo kann ein Entsendestaat nicht vom Empfangsstaat verlangen, unabhängig von der Bedrohungssituation eine permanente Polizeipräsenz vor jeder diplomatischen Mission oder sonstigen zu schützenden Räumlichkeit zu gewährleisten oder jeder zu schützenden Person unabhängig von ihrem Sta-\n\n241\nDie Verpflichtung zum Schutz vor Eindringlingen beinhaltet zugleich, dass – sollte es doch zu einem unerlaubten Eindringen bzw. einer Besetzung durch Dritte kommen – der Empfangsstaat den früheren Zustand wieder herstellen muss. Nach\nAufforderung bzw. Ermächtigung durch den Missionschef oder einen bevollmächtigten Vertreter müssen Einsatzkräfte des\nEmpfangsstaates die Eindringlinge also aus den Räumlichkeiten entfernen. Vgl. etwa RICHTSTEIG, S. 48 f.\n242\nVgl. mit zahlreichen Beispielen DENZA, S. 165 ff.\n243\nZu einer Störung des Friedens der Mission und ggf. auch zu einer Beeinträchtigung ihrer Würde kann es durch Demonstrationen vor der Mission kommen. Die Schutzpflicht gegenüber der Mission kollidiert dabei unter Umständen mit anderen\nRechtsgütern wie der Versammlungs- und Redefreiheit, so dass es im Einzelfall einer Abwägung bedarf, in welchem Umfang\nDemonstrationen zulässig sind. Vgl. zu dieser Problematik etwa DENZA, S. 169 ff.; D'ASPREMONT, Rz. 31 f.; FISCHER, in: Ipsen, §\n35 Rz. 62.\n244\nVgl. ausführlich zur Geeignetheit etwa SEIDENBERGER, S. 237 f. m.w.H.\n245\nVgl. Direction du droit international public, Note au Service fédéral de sécurité du Département fédéral de justice et\npolice, du 13 mai 2005, in: SZIER 5/2006, S. 633 (634).\n246\nService juridique du Département politique, Extrait d'un avis de droit, rédigé au sujet de l'attaque de la Légation de\nRoumanie à Berne, du 28 février 1955, in: SJIR 1959, S. 222 ff. Vgl. auch Direction du droit international public, Note de dossier\ndu 22 novembre 1991, in: SZIER 5/1992, S. 583 (584) m.w.H.\n\nVPB/JAAC/GAAC 2010, Ausgabe vom 1. Dezember 2010 141\nGutachten Rainer J. Schweizer/Jan Scheffler/Benedikt van Spyk\n247\ntus und dem Gefährdungspotenzial vollumfänglichen Personenschutz zu garantieren. Differenzierungskriterien können z.B. sein: die Bedeutung des Entsendestaates in den internationalen Beziehungen; die aktuelle politische Situation im Entsendestaat (Fragen der Verwicklung in kriegerische Auseinandersetzungen oder interne Konflikte); die Art des Amtes, das eine zu schützende Person bekleidet,\n248\nsowie das Vorhandensein persönlicher Bedrohungen gegenüber einer solchen Person.\n\n"}