{"Signatur": "CH_VB_999", "Spider": "CH_VB", "Datum": "2010-10-08", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_999_150000206_2010-10-08.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150000206.pdf?ID=150000206", "Checksum": "a1d516d99136ba488865365498e65352"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["150000206"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) sonstige Behörden 08.10.2010 150000206"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  autres autorités 08.10.2010 150000206"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) altre autorità 08.10.2010 150000206"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) sonstige Behörden"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  autres autorités"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) altre autorità"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Rainer J. 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Seine allgemeine Bedeutung für die Regelung der Vorrechte und Immunitäten der Staatenvertretung bei internationalen Orga-\n213\nnisationen ist damit sehr fraglich.\nFür die Schweiz hat der Bundesrat allerdings schon im Jahr 1948 entschieden, dass den ständigen\nVertretungen ausländischer Staaten beim Büro der Vereinten Nationen in Genf und bei den anderen\nin der Schweiz ansässigen internationalen Organisationen die gleichen Vorrechte und Immunitäten\n214\neingeräumt werden sollen wie den entsprechenden bilateralen diplomatischen Missionen in Bern.\nEs ist davon auszugehen, dass diese generelle Analogie vollumfänglich auch für die Schutzpflichten\nder Schweiz in Bezug auf die Räumlichkeiten und das Personal gilt.\nDie Sitzabkommen, welche die Schweiz mit den Vereinten Nationen und anderen internationalen Organisationen abgeschlossen hat, sind in dieser Hinsicht allerdings zumeist wenig aussagekräftig. So\nenthält das Abkommen vom 11. Juni/1. Juli 1946 über die Vorrechte und Immunitäten der Organisation der Vereinten Nationen zwischen dem Schweizerischen Bundesrat und dem Generalsekretär der\n215\nVereinten Nationen einen Art. IV, der sich mit Vorrechten und Immunitäten der Vertreter der Mitglieder der Vereinten Nationen befasst, die als Delegierte zur UN in die Schweiz kommen; von Schutzpflichten und Gefahrenabwehr durch die Schweiz ist darin aber genauso wenig die Rede wie vom\n216\nStatus der ständigen Vertretungen als solcher bzw. demjenigen ihres Personals. Das wesentlich\njüngere Abkommen vom 2. Juni 1995 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der\n217\nWelthandelsorganisation zur Regelung des rechtlichen Status der Organisation in der Schweiz\nschreibt hingegen in Art. 23 ausdrücklich Schutzpflichten gegenüber den Mitgliedern der ständigen\nMissionen sowie insgesamt eine sinngemässe Anwendung des WÜD auf diese Personen fest.\n\nc) Internationale Organisationen und ihr Personal\nNoch etwas schwieriger als im Fall der ständigen Missionen oder Vertretungen ist die Ausgangslage\nbezüglich der internationalen Organisationen selbst. Eine allgemeine multilaterale Übereinkunft, die\nden Status von internationalen Organisationen und im Zuge dessen die Schutzpflichten der Gaststaa-\n218\nten regeln würde, gibt es nicht. Die Schweiz ist auch nicht Partei des Übereinkommens vom 13.\n219\nFebruar 1946 über die Vorrechte und Immunitäten der Vereinten Nationen sowie des Übereinkom-\n\n210\nVienna Convention on the Representation of States in their Relations with International Organizations of a Universal\nCharacter, abgedr. in: AJIL 1975, S. 730 ff.\n211\nVgl. FISCHER, in: Ipsen, § 35 Rz. 4.\n212\nSiehe United Nations Treaty Collection: http://treaties.un.org/pages/ViewDetails.aspx?src=TREATY&mtdsg_no=III-\n11&chapter=3&lang=en&clang=_en (zuletzt aufgerufen am 13.08.2010).\n\nVgl. HERTIG RANDALL, Rz. 2. Vgl. ausführlich zu diesem Übereinkommen zudem etwa LANG, ZaöRV 1977, S. 43 ff.\n213\nVgl. FISCHER, in: Ipsen, § 35 Rz. 4.\n214\nDécision du Conseil fédéral suisse concernant le statut juridique des délégations permanentes auprès de l'Office européen des Nations unies ainsi que d'autres Organisations internationales ayant leur sièges en Suisse, 31 mars 1948, abgedr. in:\nUnited Nations Legislative Series, Legislative Texts and Treaty Provisions concerning the Legal Status, Privileges and Immunities of International Organizations, New York 1959, ST/LEG/SER.B/10, S. 92. Vgl. dazu MURTY, S. 481.\n215\nSR 0.192.120.1 (nachfolgend: Sitzabkommen Schweiz-UNO).\n216\nÄhnlich unkonkret z.B. das Abkommen vom 21. August 1948 zwischen dem Schweizerischen Bundesrat und der Weltgesundheitsorganisation zur Festlegung des rechtlichen Statuts dieser Organisation in der Schweiz (SR 0.192.120.281, nachfolgend: Sitzabkommen Schweiz-WHO), das in Art. 15 allerdings für die Vertreter der Mitglieder und des Exekutivrates der WHO\nimmerhin die Unverletzlichkeit der Person, des Wohnsitzes und aller ihnen gehörenden Gegenstände festlegt.\n217\nSR 0.192.122.632 (nachfolgend: Sitzabkommen Schweiz-WTO).\n218\nVgl. HERBST, Rz. 14.\n219\n1 U.N.T.S. 15.\n\n"}