{"Signatur": "CH_VB_999", "Spider": "CH_VB", "Datum": "2010-10-08", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_999_150000206_2010-10-08.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150000206.pdf?ID=150000206", "Checksum": "a1d516d99136ba488865365498e65352"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["150000206"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) sonstige Behörden 08.10.2010 150000206"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  autres autorités 08.10.2010 150000206"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) altre autorità 08.10.2010 150000206"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) sonstige Behörden"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  autres autorités"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) altre autorità"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Rainer J. 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Juni 1986 festgestellt hat, auch Waffengewalt von Banden, Söldnertruppen oder\n93\nanderen privaten Organisationen, die ein Staat in einen anderen geschickt hat, zu verstehen.\nUnter das Gewaltverbot fällt auch die Androhung von Gewalt gegenüber einem anderen Völker-\n94\nrechtssubjekt. Hingegen erfasst das Gewaltverbot nicht die Anwendung politischer, wirtschaftlicher oder sonstiger, z.B. medialer, Gewalt. Allenfalls liegt ein Verstoss gegen das Interventions-\n95\nverbot nach Art. 2 Ziff. 7 UN-Charta vor. Der Staat, der gegen das Gewaltverbot verstösst, be-\n96\ngeht ein völkerrechtliches Delikt , für das er schadenersatzpflichtig wird, und die einzelnen\n97\nHauptverantwortlichen müssen persönlich strafrechtlich belangt werden.\n, 98\n4. Ein Einsatz von bewaffneter Gewalt führt zu einem \"bewaffneten Konflikt\" heute namentlich zu\n99\neinem \"internationalen bewaffneten Konflikt\". Der Begriff des Kriegs im Sinne einer offiziellen\n100\nmilitärisch ausgetragenen Feindseligkeit zwischen Staaten spielt kaum mehr eine Rolle. Mit internationalem bewaffneten Konflikt sind alle zwischenstaatlichen Auseinandersetzungen mit Waf-\n101\nfengewalt gemeint, auf welche die einschlägigen Bestimmungen des humanitären Völkerrechts\nangewendet werden müssen – unabhängig und ungeachtet vom Bestehen eines \"Kriegszustan-\n102\ndes\". Neben dem Krieg werden namentlich die bewaffnete Intervention, die bewaffnete Re-\n103\npressalie und die Blockade von Schiffen als \"bewaffnete Konflikte\" angesehen. Der bewaffnete\n\n89\nZum Gewaltverbot z.B. IPSEN, in: Ipsen, § 59 Rz. 9 ff., S. 1072 ff.; PETERS, S. 282 ff.; BOTHE, S. 645 ff.\n90\nIGH, Military and Paramilitary Activities in and against Nicaragua (Nicaragua v. USA), I.C.J. Reports 1986, S. 14 (147\nbzw. 100).\n91\nZ.B. HOBE, S. 327 ff.\n92\nIGH, Military and Paramilitary Activities in and against Nicaragua (Nicaragua v. USA), I.C.J. Reports 1986, S. 14 (104);\ndazu z.B. D. SCHINDLER, Grenzen des Gewaltverbots, S. 35.\n93\nIm Entscheid Demokratische Republik Kongo gegen Uganda vom 19. Dezember 2005 betreffend bewaffnete Aktivitäten\nvon Uganda im Kongo hat der IGH darauf verzichtet, die staatliche Beteiligung als eine Voraussetzung für einen bewaffneten\nAngriff zu bezeichnen, vgl. IGH, Armed Activities on the Territory of the Congo (Democratic Republic of the Congo v. Uganda),\nJudgment, I.C.J. Reports 2005, S. 168 ff. Zum grossen Fragenkomplex nichtstaatlicher Gewalt, z.B. krimineller Banden, vgl.\nIPSEN, in: Ipsen, § 59 Rz. 11 ff; D. SCHINDLER, Grenzen des Gewaltverbots, S. 32 f.\n94\nIPSEN, in: Ipsen, § 59 Rz. 17 ff.\n95\nIPSEN, in: Ipsen, § 59 Rz. 14. Zum Interventionsverbot vgl. etwa SEIDEL, S. 829 ff.\n96\nJedenfalls nach der Änderung von 2010 des Römer Statuts des Internationalen Strafgerichtshofs, dazu unten Fn. 106.\n97\nVgl. BOTHE, S. 661 ff.\n98\nWegweisend ist der (gemeinsame) Art. 2 der vier Genfer Konventionen vom 12. August 1949. Zum Begriff: IPSEN, in:\nIpsen, § 65 Rz. 6 ff.; GREENWOOD, in: Fleck, Handbook, S. 45 ff.\n99\nZum nicht internationalen bewaffneten Konflikt siehe Art. 1 Zusatzprotokoll II vom 8. August 1977 zu dem Genfer Abkommen über den Schutz der Opfer nicht internationaler bewaffneter Konflikte (SR 0.518.522).\n100\nZum Begriff des Kriegs: MENG, War, in: EPIL II, S. 1334 ff.; DINSTEIN, War, Aggression and Self-Defence, S. 3 ff.; IPSEN,\nin: Ipsen, § 65 Rz. 5; BOTHE, S. 645 f.\n101\nZum Korpus des humanitären Völkerrechts vgl. D. SCHINDLER/TOMAN.\n102\nSiehe den gemeinsamen Art. 2 Abs. 1 der vier Genfer Abkommen vom 12. August 1949.\n103\nIPSEN, in: Ipsen, § 66 Rz. 8 ff.\n\nVPB/JAAC/GAAC 2010, Ausgabe vom 1. Dezember 2010 121\nGutachten Rainer J. Schweizer/Jan Scheffler/Benedikt van Spyk\n\n"}