{"Signatur": "CH_VB_999", "Spider": "CH_VB", "Datum": "2010-10-08", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_999_150000206_2010-10-08.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150000206.pdf?ID=150000206", "Checksum": "a1d516d99136ba488865365498e65352"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["150000206"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) sonstige Behörden 08.10.2010 150000206"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  autres autorités 08.10.2010 150000206"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) altre autorità 08.10.2010 150000206"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) sonstige Behörden"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  autres autorités"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) altre autorità"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Rainer J. 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SCHWEIZER/KÜPFER, SG Komm., Vorbemerkungen zur Sicherheitsverfassung, Rz. 1; MEYER, Grundaufgaben, S. 238 ff. Rz. 40 ff. Allerdings fehlen in diesem Teil der BV weitgehend sicherheitsbezogene prinzipielle Auftragsnormen, vgl. MOHLER, Vernetzung, S. 590 ff.\n\nVPB/JAAC/GAAC 2010, Ausgabe vom 1. Dezember 2010 107\nGutachten Rainer J. Schweizer/Jan Scheffler/Benedikt van Spyk\n4 5\nStaates und seiner Organe erscheint. Art. 2 Abs. 1 BV verweist auf den Rechtsstaat (Art. 5 BV), auf\ndie Pflicht des Staates, die Grund- und Menschenrechte zu schützen, was namentlich Art. 35 BV ans-\n6\npricht, sowie auf die Rechte auf freie demokratische Entscheidung und Mitwirkung (vgl. Art. 34 und\n39 BV). Die \"Wahrung der Unabhängigkeit und Sicherheit des Landes\" war 1848 aus nachvollziehba-\n7\nren historischen Gründen als erster Staatszweck genannt worden; sie bleibt, ungeachtet der wachsenden internationalen und europäischen Einbindungen der Schweiz, unverändert zentral. Sie stellt,\nwie JEAN-FRANÇOIS AUBERT schrieb, \"den vordringlichsten Zweck des Staates dar: Der Staat muss\nzuerst bestehen und nach Möglichkeit die Entscheidungsfreiheit über sein Schicksal bewahren, bevor\n8\ner sich andere Zwecke vornehmen kann.\"\n\nc) Verfassungsrechtliche Ziele der Aussenpolitik\nWichtig ist heute, dass der Schutz von Verfassungsstaat und Demokratie und der Schutz der Sicherheit des Landes durch Art. 2 Abs. 4 BV noch in einen internationalen Kontext gestellt werden. Verlangt\nwird, dass sich die Schweiz einsetzt \"für eine friedliche und gerechte internationale Ordnung\" (\"en\nfaveur d’un ordre international juste et pacifique\", \"per un ordine internazionale giusto e pacifico\", \"in\nurden internaziunal paschaivel e gist\"). Diese bildet ihrerseits die Rahmenbedingungen für den primä-\n9\nren Staatszweck nach Abs. 1. Diese Einordnung oder dieses Zusammenfügen der Sicherheitsverfassung mit der für die auswärtigen Beziehungen des Landes zentralen \"Aussenverfassung\" wiederholt\nsich in Art. 54 Abs. 2 BV, welcher die Ziele der schweizerischen Aussenpolitik umschreibt. Auch diese\nBestimmung nennt an erster Stelle:\n\n\"Der Bund setzt sich ein für die Wahrung der Unabhängigkeit der Schweiz und für ihre\nWohlfahrt …\"\n\n\"La Confédération s’attache à préserver l’indépendance et la prospérité de la Suisse…\"\n\n\"La Confederazione si adopera per salvaguardare l’indipendenza e il benessere del Paese…\"\n\n\"La confederaziun s’engascha per mantegnair l’independenza da la Svizra e per sia prosperitad...\"\n\nDabei sind die Existenz und die Selbstbestimmung der Schweiz nur zu gewährleisten, wenn sich das\nLand gleichzeitig und gleichermassen für die weiteren Ziele der Aussenpolitik engagiert, insbesondere\nfür die \"Achtung der Menschenrechte\", für ein \"friedliches Zusammenleben der Völker\" (\"à promouvoir\nle respect des droits de l'homme …, la coexistence pacifique des peuples …\"; \"contribuisce a far rispettare i diritti umani …, ad assicurare la convivenza pacifica dei populi …\"; \"a respectar ils dretgs\n10\numans ..., a la convivenza paschaivla dals pievels...\").\n\n4\nVgl. Botschaft zum Verfassungsentwurf, BBl 1997 I 126; AUBERT, Petit commentaire, Art. 1, Rz. 8; EHRENZELLER, SG\nKomm., Art. 2, Rz. 17. Das entsprach aber auch früher durchwegs der freiheitlichen \"schweizerischen Staatsidee\", wie sie\nZACCARIA GIACOMETTI beschrieb, vgl. FLEINER/GIACOMETTI, S. 30 ff.\n5\nZum Begriff des Rechtsstaates vgl. TSCHANNEN, § 6 Rz. 21 ff., S. 88 ff.\n6\nDazu SCHWEIZER, SG Komm., Art. 35, Rz. 13 ff., betreffend den Schutz von Leben und Gesundheit besonders Art. 10,\nRz. 35 ff.\n7\nDieser Zweck stand schon im Bundesvertrag von 1815 sowie in den Verfassungsentwürfen von 1832 und 1833 und war\nim von Bürgerrevolutionen und deren gewaltsamer Niederschlagung geschüttelten Europa von 1848 besonders aktuell.\n8\nAUBERT, Komm. aBV, Art. 2, Rz. 13.\n9\nMALINVERNI, in: ZSR 1998 II, S. 124 ff.; sowie einlässlicher SEGER, S. 1105 ff.\n10\nDie Ziele sind gleichwertig und ihre Verfolgung verlangt bei Zielkonflikten eine Abwägung (KLEY/LUTZ, SG Komm. Art.\n54, Rz. 30).\n\nVPB/JAAC/GAAC 2010, Ausgabe vom 1. Dezember 2010 108\nGutachten Rainer J. Schweizer/Jan Scheffler/Benedikt van Spyk\n\n"}