{"Signatur": "CH_VB_999", "Spider": "CH_VB", "Datum": "2007-08-13", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_999_150000011_2007-08-13.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150000011.pdf?ID=150000011", "Checksum": "1a34434aadab079e7904ad29dc9b130c"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["150000011"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) sonstige Behörden 13.08.2007 150000011"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  autres autorités 13.08.2007 150000011"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) altre autorità 13.08.2007 150000011"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) sonstige Behörden"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  autres autorités"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) altre autorità"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Tschannen Pierre/Herrmann Beatrice"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:19:37", "Checksum": "529516b8da58f217fed04f717345790a", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) sonstige Behörden 13.08.2007 150000011\n\nderum von Bedeutung – die völkerrechtlichen Verträge, welche die europäischen Gemeinschaften mit weiteren Völkerrechtssubjekten abgeschlossen haben (z.B. mit der Schweiz).\nDas Gemeinschaftsrecht stellt weder staatliches Recht noch Völkervertragsrecht im eigentlichen Sinn dar, sondern bildet eine eigenständige Kategorie von Rechtsvorschriften, die gesamthaft eine eigenständige, supranationale Rechtsordnung ergeben.7 Es hat Vorrang gegenüber dem Recht der Mitgliedstaaten (ähnlich wie das Bundesrecht gegenüber dem kantonalen Recht).8 Das Gemeinschaftsrecht verpflichtet zudem nicht nur die Mitgliedstaaten,\nsondern begründet auch unmittelbar Rechte und Pflichten von Bürgerinnen und Bürgern der\nMitgliedstaaten, soweit dies von der erlassenden Behörde gewollt ist und soweit die gemeinschaftsrechtlichen Normen genügend bestimmt – und damit self executing – sind.9\nDie Rechtsquellen des Gemeinschaftsrechts stehen untereinander in einem hierarchischen\nVerhältnis.10 Das primäre hat Vorrang vor dem sekundären Gemeinschaftsrecht. Innerhalb\ndes sekundären Gemeinschaftsrechts haben die Grunderlasse Vorrang vor den Durchführungsbestimmungen. Staatsverträge stehen hierarchisch zwischen dem primären und sekundären Gemeinschaftsrecht, sie gehen dem letzteren vor.11\n2.1.2. Primärrecht\nDas Primärrecht stellt die Grundlage der Europäischen Gemeinschaften und der Europäischen Union dar. Zum Primärrecht gehören die nach den Regeln des Völkervertragsrechts\nzustandegekommenen Staatsverträge zur Gründung der Gemeinschaften (Gründerverträge),\njeweils mit ihren Beitritts- und Änderungsverträgen.12 Dazu zählen insbesondere die heute\nnoch geltenden Gründungsverträge, der Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft (EGV) und der Vertrag zur Gründung der Europäischen Atomgemeinschaft (EAGV).\nPrimäres Gemeinschaftsrecht bilden auch die Beschlüsse des Rates von grundsätzlicher\nBedeutung, die zu ihrer Gültigkeit der Ratifizierung aller Mitgliedstaaten bedürfen.13 Weiter\ngehören zum primären Gemeinschaftsrecht Teile des Vertrags über die Europäische Union\n(EUV); bei zahlreichen Bestimmungen handelt es sich allerdings nur um Regelungen der\nintergouvernementalen Zusammenarbeit und damit um gewöhnliches Unionsrecht.\nDas Primärrecht enthält auch ungeschriebenes Recht.14 Von Bedeutung sind insbesondere\ndie vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) in seiner Praxis entwickelten Rechtsgrundsätze.\n2.1.3. Sekundärrecht\nDas Sekundärrecht baut auf dem Primärrecht auf. Es wird nach Massgabe der im Primärrecht enthaltenen Zuständigkeits- und Verfahrensregelungen durch die Organe der Gemeinschaft (insbesondere Kommission, Rat, Parlament) geschaffen und erlassen. Die in den sektoriellen Abkommen der Schweiz (vgl. Ziffer 2.2.1) enthaltenen Verweisungen auf das Ge-\n\n7\nVgl. JAAG, Rz. 1215 ff.\n8\nVgl. JAAG, Rz. 1218 f.; ausführlich EMMERT, § 14.\n9\nVgl. JAAG, Rz. 1216; zur Unterscheidung zwischen unmittelbarer Geltung und unmittelbarer Anwendbarkeit vgl. EMMERT, § 15, Rz. 1 bis 7, zu den Voraussetzungen der unmittelbaren Anwendbarkeit (self executing) insbesondere Rz. 3.\n10\nVgl. dazu JAAG, Rz. 2003.\n11\nVgl. JAAG, Rz. 2003 und 3422 ff.\n12\nVgl. JAAG, Rz. 2005 ff.; EMMERT, § 12, Rz. 1.\n13\nVgl. JAAG, Rz. 2008.\n14\nVgl. JAAG, Rz. 2022 ff.\n\nVPB/JAAC/GAAC/PAAF 2007 228\nGutachten\n\n"}