{"Signatur": "CH_VB_035", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1995-12-04", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_035_JAAC-60-71--_1995-12-04.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150003170.pdf?ID=150003170", "Checksum": "93a234af8632d2418293309cb0b07174"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 60.71 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Nationalrat 04.12.1995 JAAC 60.71 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Conseil national 04.12.1995 JAAC 60.71 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Consiglio nazionale 04.12.1995 JAAC 60.71 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Nationalrat"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Conseil national"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Consiglio nazionale"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:29:13", "Checksum": "cf09d49b055cf7524bc0e00927d6d5e0", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Nationalrat 04.12.1995 JAAC 60.71 \r\n\n 4\n(...)\n3.4.1. Zur Genehmigung - sie hat nach Art. 91 Abs. 2 Satz 1 des BG vom\n17. Dezember 1976 über die politischen Rechte (BPR, SR 161.1) und Art. 7a\nAbs. 1 Satz 2 des Verwaltungsorganisationsgesetzes vom 19. September 1978\n(VwOG, SR 172.010) konstitutiven Charakter - der gerügten Normen zuständig\nist in streitigen Fällen der Bundesrat (Art. 7a Abs. 2 Satz 2 VwOG), in den\nübrigen Fällen der Bundeskanzler (Art. 7a Abs. 2 Satz 1 in Verbindung mit\nArt. 33 Abs. 1 VwOG und mit dem BPR). Mangels Zuständigkeit braucht sich\nder Nationalrat daher nicht über die Gültigkeit der beanstandeten drei\nGesetzesartikel zu äussern; er kann lediglich den Staatsrat des Kantons\nX einladen, seine gesetzlichen Obliegenheiten zu erfüllen und bei der\nBundeskanzlei um Einleitung des Genehmigungsverfahrens nachzusuchen.\n3.4.2. Soweit freilich die Beschwerde darauf hinausläuft, die Kassation der\nNationalratswahlen vom 22. Oktober 1995 im Kanton X zu verlangen, erweist\nsie sich als unbegründet. Denn für 1995 hat der Staatsrat des Kantons X nach\neigenem Bekunden den Parteien bisher noch keine Beträge ausbezahlt.\nDer vom Bundesgesetz über die politischen Rechte (Art. 77-79 und Art. 82)\nvorgezeichnete Instanzenzug sowie das Erfordernis, wesentlichen Einfluss der\nbehaupteten Unregelmässigkeiten auf das Wahlergebnis glaubhaft zu machen\n(vgl. Art. 79 Abs. 2bis BPR), zeigen an, dass behauptete Unregelmässigkeiten mit\ndem beanstandeten Wahlergebnis in einem adäquaten Kausalzusammenhang\nstehen müssen.\nSollten sich die Rechtsgrundlagen für diese Wahlkampfkostenbeiträge daher\nals bundesrechtswidrig erweisen, so würde es vollkommen genügen, sie nicht\nauszubezahlen, damit das Wahlergebnis in bundesrechtskonformer Weise\nzustandegekommen wäre, weil bei Wegdenken des als Unregelmässigkeit\ngerügten Umstands keine Gruppierung mehr privilegiert gewesen wäre.\nSchon allein dieser Gedankengang verbietet es bei Berücksichtigung des\nVerhältnismässigkeitsgrundsatzes, weitergehende Massnahmen ins Auge\nzu fassen. (...)\n4.1. Der Staatsrat des Kantons X hat der Beschwerdeführerin im\nerstinstanzlichen Verfahren wegen trölerischer oder gegen den guten Glauben\nverstossender Beschwerdeführung die Verfahrenskosten in Höhe von Fr. 200.-\nüberbunden.\n4.2. Dieser Teil des Entscheides des Staatsrates des Kantons X ist\nvor der anzuwendenden Bundesgesetzgebung nicht haltbar: Einer\nBeschwerdeführerin, welche bereits im erstinstanzlichen Verfahren\ndie Frage aufgeworfen hat, ob für die angefochtene kantonale\nWahlkampfkostenregelung die Genehmigung des Bundesrates eingeholt\nworden sei, trölerische oder gegen den guten Glauben verstossende\nBeschwerdeführung vorzuwerfen, ohne auch nur dieser aufgeworfenen\n(und wie sich gezeigt hat: zwar unangenehmen, aber berechtigten) Frage\nnachzugehen, ist offensichtliche Rechtsverweigerung. Wenn Art. 86 BPR\ndie Auferlegung von Kosten für den Regelfall verbietet, so dürfen erst recht\nkeinerlei Kosten auferlegt werden, wo sich eine Rüge als berechtigt erweist. Im\nKostenpunkt ist daher der Beschwerdeentscheid des Staatsrates des Kantons X\naufzuheben.\n\n5\nSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften\nArchives fédérales suisses, Publications officielles numérisées\nArchivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali\n\nJAAC 60.71 - Nationalrat, 4. Dezember 1995. Auf Einladung des Nationalrats erliess der\nBundesrat am 29. Mai 1996 ein Kreisschreiben an die Kantonsregierungen über Probleme\nbei der Gesamterneuerungswahl des Nationalrates vom 22. Oktober 1995, BBl 1996...\n\nIn Verwaltungspraxis der Bundesbehörden\nDans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération\nIn Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione\n\nJahr 1996\nAnnée\nAnno\n\nBand 60\nVolume\nVolume\n\nSeite ---\nPage\nPagina\n\nRef. No 150 003 170\n\nDas Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert.\nLe document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale.\nIl documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.\n"}