{"Signatur": "CH_VB_034", "Spider": "CH_VB", "Datum": "2003-04-30", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_034_JAAC-68-13--_2003-04-30.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150006320.pdf?ID=150006320", "Checksum": "af336256c1e2c5892c336046609c3b55"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 68.13 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Bundesanwaltschaft (BA) 30.04.2003 JAAC 68.13 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Ministère public de la Confédération (MPC) 30.04.2003 JAAC 68.13 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Ministero pubblico della Confederazione (MPC) 30.04.2003 JAAC 68.13 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Bundesanwaltschaft (BA)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Ministère public de la Confédération (MPC)"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Ministero pubblico della Confederazione (MPC)"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:22:46", "Checksum": "60dd5a5fb5370d4265d303c880dcdcd8", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Bundesanwaltschaft (BA) 30.04.2003 JAAC 68.13 \r\n\n JAAC 68.13\n\nVerfügung der Schweizerischen Bundesanwaltschaft\nvom 30. April 2003\n\nArt. 372 ch. 1 CP. For en droit pénal des mineurs. Conflit de compétence\nintercantonal en matière de for. Qualité pour saisir le Conseil fédéral.\n- Le mineur prévenu a qualité pour saisir le Conseil fédéral selon\nl’art. 372 ch. 1 al. 3 CP (consid. 4 et 5); il en va de même de son\nreprésentant légal (consid. 6).\n- L’art. 372 ch. 1 CP ne prescrit aucune règle impérative en matière de\nfor. Il est possible d’y déroger pour des motifs pertinents (consid. 8).\n\nArt. 372 Ziff. 1 StGB. Gerichtsstand im Jugendstrafverfahren.\nInterkantonaler Gerichtsstandskonflikt. Legitimation zur Anrufung des\nEntscheides des Bundesrates.\n- Der jugendliche Beschuldigte ist zur Anrufung des Entscheides des\nBundesrates gemäss Art. 372 Ziff. 1 Abs. 3 StGB legitimiert (E. 4 und 5),\nebenso wie sein/e gesetzliche/r Vertreter/in (E. 6).\n- Art. 372 Ziff. 1 StGB statuiert keine zwingende\nGerichtsstandsvorschrift. Aus triftigen Gründen kann von Art. 372\nZiff. 1 StGB abgewichen werden (E. 8).\n\nArt. 372 n. 1 CP. Foro per i procedimenti penali minorili. Conflitto di\ncompetenza tra Cantoni. Legittimazione ad adire il Consiglio federale.\n- L’imputato minorenne, come pure il suo rappresentante legale\n(consid. 6), sono legittimati ad adire il Consiglio federale ai sensi\ndell’art. 372 n. 1 comma 3 CP (consid. 4 e 5).\n- L’art. 372 n. 1 CP non prevede una disposizione imperativa sul foro.\nIn casi debitamente motivati è possibile derogare all’art. 372 n. 1 CP\n(consid. 8).\n\n1\nAus den Erwägungen:\n1. Die zuständigen Behörden des Kantons Basel-Stadt führen gegen Y ein\nJugendstrafverfahren wegen versuchten qualifizierten Raubes, Diebstahls,\nmehrfacher Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch und Irreführung der\nRechtspflege. Diese Y gemäss Überweisungsbeschluss der Jugendanwaltschaft\nBasel-Stadt vom 21. November 2002 zur Last gelegten Tatbestände wurden\nbegangen im Kanton Bern (Jugendheim A) sowie in nationalen bzw.\ninternationalen Gewässern (Jugendschiff B). Zum Zeitpunkt der angeblichen\nBegehung hatte Y gesetzlichen Wohnsitz bei seiner Mutter, X, im Kanton\nBasel-Landschaft, ein Umstand, der bis heute unverändert geblieben ist.\nTrotz dieser Ausgangslage sind sich die zuständigen Behörden der Kantone\nBern, Basel-Landschaft und Basel-Stadt einig, dass das Strafverfahren gegen\nY im Kanton Basel-Stadt zu führen ist. Dies im Wesentlichen deshalb, weil\nsich die Jugendanwaltschaft Basel-Stadt bereits seit Beginn 1997 mit Y\nbefasse und somit im Kanton Basel-Stadt die persönlichen Verhältnisse des Y\nbestens bekannt seien und ein Interesse an der Kontinuität in der weiteren\nAbwicklung des Verfahrens bestehe. Während der Begehung der ihm zur\nLast gelegten Delikte (Januar 2001 bis Februar 2002) befand sich Y denn auch\nim gestützt auf ein früheres Urteil der Jugendstrafkammer Basel-Stadt vom\n6. Januar 1999 angeordneten Massnahmenvollzug.\n2. Die von der Jugendanwaltschaft Basel-Stadt geführte Untersuchung ist\nabgeschlossen. Mit Überweisungsbeschluss vom 21. November 2002 wurden\ndie Strafakten an die Jugendstrafkammer Basel-Stadt überwiesen. Bei dieser\nist gleichzeitig auch ein Verfahren betreffend Massnahmeänderung gemäss\nArt. 93 des Schweizerischen Strafgesetzbuches vom 21. Dezember 1937 (StGB,\nSR 311.0) hängig, für welches das Jugendstrafgericht Basel-Stadt als urteilende\nBehörde in einem früheren Verfahren zuständig ist. Gemäss Mitteilung des\nJugendstrafgerichts Basel-Stadt ist vorgesehen, beide Verfahren demnächst\nanlässlich einer bereits festgelegten Verhandlung zu behandeln.\n3. Von der Gesuchstellerin X, der Mutter von Y, wird der Gerichtsstand\nBasel-Stadt bestritten. Mit ihrem Gesuch vom 17. Januar 2003 an den\nBundesrat bzw. das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement (EJPD)\nersucht die Gesuchstellerin um Festlegung des Gerichtsstandes im aktuell\ngegen ihren Sohn geführten Strafverfahren. Gemäss ihren Anträgen seien\ndie Behörden des Kantons Basel-Landschaft, eventualiter die Behörden des\nKantons Bern, zur Verfolgung und Beurteilung aller Y zur Last gelegten\nStraftaten für berechtigt und verpflichtet zu erklären.\nDie Gesuchstellerin stützt sich hierbei auf Art. 372 Ziff. 1 StGB, welcher\nfestlegt, dass in Verfahren gegen Kinder und Jugendliche bei Anständen\nüber die Zuständigkeit zwischen Kantonen der Bundesrat entscheidet. Nach\nAnsicht der Gesuchstellerin sei in analoger Anwendung von Art. 351 StGB in\nVerbindung mit Art. 264 des Bundesgesetzes über die Bundesstrafrechtspflege\nvom 15. Juni 1934 (BStP, SR 312.0) und damit des Erwachsenenstrafrechts\nauch der jugendliche Beschuldigte zum Einreichen eines Gesuches um\nGerichtsstandsbestimmung bzw. einer Gerichtsstandsbeschwerde legitimiert.\nDa der Gesuchstellerin als gesetzlicher Vertreterin des Beschuldigten gemäss\n\n"}