{"Signatur": "CH_VB_031", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1998-09-02", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_031_JAAC-63-39--_1998-09-02.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150004253.pdf?ID=150004253", "Checksum": "238deeedffd74832717d4ccd90426af7"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 63.39 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 02.09.1998 JAAC 63.39 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile 02.09.1998 JAAC 63.39 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo 02.09.1998 JAAC 63.39 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Commission suisse de recours en matière d'asile, jusqu'à 2006"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:26:46", "Checksum": "2c93433630d70a43df5218a82aea7045", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 02.09.1998 JAAC 63.39 \r\n\n 12\nzu unterlaufen. Vielmehr geht es darum, bei der Anwendung der\nRückübernahmeabkommen im einzelnen Fall sicherzustellen, dass keine\nindirekte Verletzung des Non-refoulement bewirkt wird. Bereits in den\nerwähnten Urteilen vom 11. Juli 1997 i.S. H.M. und vom 13. November 1997 i.S.\nA.P. wurde ein entsprechender Vorbehalt angebracht:\n«...que, toutefois, cette jurisprudence développée dans des cas bien spécifiques\nqui ne mettaient pas en jeu l’application d’un accord de réadmission entre la\nSuisse et l’un de ses Etats voisins, ne saurait être interprétée dans un sens qui\nconsisterait à renoncer systématiquement à l’exécution du renvoi dès lors que la\npersonne concernée n’aurait aucune garantie d’un séjour suffisamment durable\ndans le pays tiers pour qu’il puisse y mener à terme, via une représentation\ndiplomatique, la procédure d’asile engagée en Suisse, ce qui ne correspondrait\nmanifestement pas à la volonté du législateur.»\nDiese Überlegung ist zu bestätigen. Ebenso wenig darf das Erfordernis\ndes «séjour durable» dazu führen, dass der «Asyl-Nomadismus» gefördert\nwird, indem jeder in einem Nachbarstaat abgelehnte Asylbewerber\n- sofern er danach illegal in die Schweiz einreist - anschliessend nochmals\nein Asylverfahren in der Schweiz anheben und durchlaufen kann (vgl.\nvorstehende E. 4 und 5c).\nDazu aus einem Schreiben des EJPD vom 4. November 1983 (zitiert nach\nWerenfels, a.a.O., S. 344):\n«Hat ein Asylbewerber bereits in einem anderen westeuropäischen Staat ein\nAsylverfahren, in dem entsprechende Rechtsschutzgarantien eingebaut sind,\nerfolglos durchlaufen, so besteht nur in wenigen Fällen die Notwendigkeit\neiner erneuten materiellen Prüfung des Asylgesuches. Obgleich den in einem\nDrittstaat getroffenen Entscheidungen kein extraterritorialer Effekt zukommt,\ndarf angesichts der ausgebauten Verfahrensgarantien und der Asylpraxis in\nverschiedenen Staaten davon ausgegangen werden, dass dem Grundsatz der\nNicht-Rückschiebung unter Berücksichtigung sowohl der Genfer Konvention\nals auch der Europäischen Menschenrechtskonvention nachgelebt wird. Unter\ndiesen Voraussetzungen kann eine Wegweisung in einen solchen Drittstaat\nangeordnet und vollzogen werden. Dies umso mehr, als der Grundsatz der\nNicht-Rückschiebung in Art. 45 AsylG nicht weiter geht als die entsprechende\nVerpflichtung des Nachbarstaates.»\nAndererseits darf aber auch nicht übersehen werden, dass ein im\nNachbarstaat gefällter Asylentscheid - wie gerade der vorliegende Fall zeigt -,\nselbst bei grundsätzlich seriöser Durchführung des Asylverfahrens durch\ndiesen Staat, unter Umständen mit Mängeln behaftet oder aufgrund einer\nunzutreffenden Beurteilung der Flüchtlingseigenschaft zustande gekommen\nsein kann (vgl. dazu Werenfels, a.a.O., S. 345 f.). Die Rückschaffung eines\n- aufgrund eines Fehlentscheides nicht als solcher erkannten - Flüchtlings\nwäre eine Verletzung des Prinzips des Non-refoulements. Die Schweiz würde\nsich damit durch unbesehene Anwendung des Rückübernahmeabkommens\neiner indirekten Verletzung dieses Prinzips schuldig machen. Nicht bloss\neine Rückschaffung in den Verfolgerstaat, sondern auch die Rückschaffung in\neinen Staat, welcher den Asylsuchenden zur Ausreise in ein Verfolgerland\nzwingt, stellt als «indirekte Rückschiebung» (Kälin, a.a.O., S. 222) eine\nVerletzung des Prinzips des Non-refoulement dar (so ausdrücklich der\nWortlaut von Art. 45 Abs. 1 AsylG; ähnlich Art. 16 Abs. 1 Bst. c AsylG). Die\n\n"}