{"Signatur": "CH_VB_031", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1998-09-02", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_031_JAAC-63-39--_1998-09-02.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150004253.pdf?ID=150004253", "Checksum": "238deeedffd74832717d4ccd90426af7"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 63.39 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 02.09.1998 JAAC 63.39 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile 02.09.1998 JAAC 63.39 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo 02.09.1998 JAAC 63.39 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Commission suisse de recours en matière d'asile, jusqu'à 2006"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:26:46", "Checksum": "2c93433630d70a43df5218a82aea7045", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 02.09.1998 JAAC 63.39 \r\n\n 9\nAusschluss eines Asylverfahrens in der Schweiz. Solange die Schweiz aber\nkeine solchen Abkommen abgeschlossen hat, bleiben Zweitgesuche nach\nAbschluss des ausländischen Verfahrens erlaubt (Kälin, a.a.O., S. 263).\nIm vorliegenden Fall geht es allerdings nicht um einen\nNichteintretensentscheid, sondern nur um eine vorsorgliche Wegweisung in\neinen Drittstaat. Die genannte Feststellung ist gleichwohl von Bedeutung, weil\ndamit einerseits gesagt ist, dass die Tatsache eines bereits durchgeführten\nAsylverfahrens im Drittstaat für sich allein keineswegs die Zumutbarkeit\n(bzw. Zulässigkeit) der Wegweisung dorthin begründet. Gegenteils stellt\nsich jedoch die Frage, ob ein im Drittstaat bereits durchgeführtes Verfahren\nmit definitivem negativen Ergebnis nicht vielmehr einen Grund darstellt,\num die Wegweisung in diesen Drittstaat als unzumutbar bzw. unzulässig\nerscheinen zu lassen, weil dann - wie im vorliegenden Fall - offensichtlich\nkeine Möglichkeit des weiteren Verbleibs im Drittstaat besteht. Da die Praxis\nbei Anwendung von Art. 6 AsylG eine solche Möglichkeit des weiteren\nVerbleibs voraussetzt, ist nachfolgend zu untersuchen, ob diese Voraussetzung\nauch bei einer vorsorglichen Wegweisung nach Art. 19 Abs. 2 AsylG gilt.\nd.aa. Bezüglich der «materiellen» Drittstaatsklausel im Sinne von Art. 6\nAbs. 1 AsylG besteht eine klare und publizierte Praxis der ARK in dem Sinne,\ndass die Anwendung dieser Bestimmung die Möglichkeit eines «dauernden\nAufenthaltes» («séjour durable») im Drittstaat voraussetzt. Diese Praxis wurde\naus der in EMARK 1994 Nr. 28, S. 202, und 1995 Nr. 22, S. 214 publizierten\nInterpretation abgeleitet, wonach die Wegweisung in einen Drittstaat\nvoraussetzt, dass «l’intéressé a la possibilité à la fois effective et légale de\ns’y rendre». In VPB 61.8 wurde dieses Erfordernis wie folgt präzisiert: «Ein\nAsylbewerber kann in einen Drittstaat zurückkehren, wenn angenommen\nwerden kann, dass die Behörden dieses Staates ihm die Einreise gestatten\nund ihm einen dauerhaften Aufenthalt erlauben werden.» («...qu’on puisse\nadmettre que les autorités de cet Etat lui accorderont l’accès à leur territoire et\nlui permettront d’y résider de manière stable»). Diese Praxis wurde bestätigt in\nEMARK 1997 Nr. 24, S. 192, E. 6 («dans la mesure où la personne intéressée a la\npossibilité à la fois matérielle et légale de s’y rendre; autrement dit, l’Etat de\ndestination doit pouvoir être atteint [...] et la personne renvoyée doit pouvoir\nobtenir le droit d’y séjourner de manière durable, c’est-à-dire au-delà de la\ndurée ordinairement fixée aux séjours touristiques»).\nUnklar ist die Praxis hingegen zur Frage, ob dieses Erfordernis gleichermassen\ngilt bei Anwendung von Art. 19 Abs. 2 AsylG.\nDie ARK hat sich zur Frage in zwei Urteilen in dem Sinne geäussert, dass die\nAnwendung von Art. 19 Abs. 2 - entsprechend zu Art. 6 Abs. 1 - des AsylG eine\nMöglichkeit des «dauernden Aufenthaltes» im Drittstaat voraussetzt (Urteile\nvom 11. Juli 1997 i.S. H.M., N 322 331 und vom 13. November 1997 i.S. A.P., N\n329 368). In beiden Fällen wurde indessen ein «séjour durable» aufgrund der\nMöglichkeit einer «Duldung» nach deutschem Recht als gegeben erachtet und\ndaher die Beschwerde abgewiesen.\nDiese beiden Urteile sind weder als Grundsatzurteile ergangen noch\npubliziert worden. Andererseits gibt es eine ganze Reihe von - ebenfalls\nunpublizierten - Urteilen, in welchen die ARK die Zumutbarkeit einer\nvorsorglichen Wegweisung nach Deutschland, Frankreich oder Österreich\nbejahte, obwohl in diesen Fällen - gemäss Sachverhalt - das Asylverfahren im\n\n"}