{"Signatur": "CH_VB_031", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1998-07-31", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_031_JAAC-63-13--_1998-07-31.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150004169.pdf?ID=150004169", "Checksum": "85b68a861e8cb91695f10c0a42971e50"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 63.13 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 31.07.1998 JAAC 63.13 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile 31.07.1998 JAAC 63.13 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo 31.07.1998 JAAC 63.13 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK)"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission suisse de recours en matière d'asile"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione svizzera di ricorso in materia d'asilo"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Commission suisse de recours en matière d'asile, jusqu'à 2006"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:26:58", "Checksum": "58260b4bb43f6e534a2af215874bdb64", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) 31.07.1998 JAAC 63.13 \r\n\n 10\nbleibt, dass der Beschwerdeführer, nachdem er lediglich die vom BFF\nverfügte Wegweisung und deren Vollzug, nicht aber die Verneinung der\nFlüchtlingseigenschaft und die Ablehnung des Asylgesuches anficht, ohnehin\nnicht zum adressierten Personenkreis dieser Bestimmung (Asylbewerber und\nanerkannte Flüchtlinge) gehört.\nbb. Nach Art. 3 Abs. 1 KRK ist bei allen Massnahmen, die Kinder betreffen,\nob sie nun von öffentlichen oder privaten Einrichtungen der sozialen\nFürsorge, von Gerichten, Verwaltungsbehörden oder Gesetzgebungsorganen\ngetroffen werden, das Wohl des Kindes «ein Gesichtspunkt, der vorrangig\nzu berücksichtigen ist». Das Wohl des Kindes ist als Rechtsbegriff auch dem\nschweizerischen Recht bekannt. Als dem Kindesrecht zugrunde liegende\nbundesrechtliche Maxime ist das Kindeswohl bei der Rechtsanwendung\nim Bereiche des Familienrechts von Amtes wegen zu berücksichtigen.\nDas Kindeswohl gemäss Art. 3 Abs. 1 KRK ist jedoch umfassender als der\nentsprechende Begriff des schweizerischen Rechts; es ist nämlich generell\nbei allen Massnahmen, die Kinder betreffen, zu beachten - ob sie nun von\nöffentlichen oder privaten Organen getroffen werden (vgl. Botschaft, BBl 1994\nV 26 f.; Wolf, a.a.O., S. 132).\nDirekt anwendbar («self-executing») sind staatsvertragliche Bestimmungen,\nwenn sie Bürger und Staatsorgane im Rechtsverkehr unmittelbar berechtigen\nund verpflichten. Sie sind es in der Terminologie des Bundesgerichtes\ndann, wenn sie inhaltlich hinreichend bestimmt und klar sind, um im\nEinzelfall Grundlage eines Entscheides bilden zu können. Die erforderliche\nBestimmtheit geht vor allem blossen Programmartikeln ab. Sie fehlt auch\nBestimmungen, die eine Materie nur in Umrissen regeln, dem Vertragsstaat\neinen beträchtlichen Ermessens- oder Entscheidungsspielraum lassen oder\nblosse Leitgedanken enthalten, sich also nicht an die Verwaltungs- oder\nJustizbehörden, sondern an den Gesetzgeber richten (vgl. BGE 120 Ia 11 E. 5b;\nWalter Kälin, Das Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde, 2. Aufl., Bern\n1994, S. 90; Yvo Hangartner, Die Bindung von Verwaltung und Justizbehörden\nan die EMRK, Aktuelle Juristische Praxis [AJP] 2/95, S. 142 f.).\nIn der Praxis der Vertragsstaaten ist die Frage der direkten Anwendbarkeit der\nKRK kontrovers (vgl. Wolf, a.a.O., S. 149 mit Hinweisen in Anm. 143; Ingeborg\nSchwenzer, Die UN-Kinderkonvention und das schweizerische Kindesrecht,\nin AJP 1994, S. 819 mit Hinweisen in Anm. 21 und 22; Botschaft, BBl 1994 V 21\nAnm. 62 und 39 Anm. 143). In der Schweiz sind Lehre und Praxis hingegen\nder Auffassung, dass sich einzelne Bestimmungen der KRK durchaus zur\ndirekten Anwendung eignen können (Botschaft, BBl 1994 V 20; Wolf, a.a.O.,\nS. 130 f.; Schwenzer, a.a.O., S. 819 und 824; vgl. BGE 124 III 90, in dem die\ndirekte Anwendbarkeit von Art. 12 KRK bejaht wird [vgl. die Berichterstattung\nvon St. Mazan in: ZBJV 1998 S. 234 f.]).\nDie Frage nach der direkten Anwendbarkeit des in Art. 3 Abs. 1 KRK\nverankerten Grundsatzes der vorrangigen Berücksichtigung des Kindeswohls\nist in der Literatur bezüglich der Schweiz bis anhin nicht eingehend\nerörtert worden. Immerhin scheinen einzelne Autoren von der direkten\nAnwendbarkeit von Art. 3 Abs. 1 KRK auszugehen (so wohl Schertenleib,\na.a.O., S. 17) oder zumindest nicht auszuschliessen (vgl. Wolf, a.a.O., S. 142 f.).\nIn BGE 123 III 449 wurde die direkte Anwendbarkeit von Art. 3 KRK im\nZusammenhang mit der Frage, ob die gemeinsame elterliche Gewalt über\n\n"}